Hallo Heiko,
die Idee mit einer anderen Riemenscheibe ist an sich nicht schlecht. - Nur: hast Du Dir schon mal die Aufnahme für die Welle genau angeschaut? Bekommst du die Welle ohne weiteres heraus? Früher waren die Treibriemen mit einem Riemenschloss versehen, da konnte man problemlos einen neuen Riemen auflegen, ohne eine Welle auszubauen. Hat dieser Schleifbock Gleitlager oder einfache Bronzebuchsen?
Sollten es Gleitlager sein (zweischalig), dann solltest Du beim auseinanderbauen und zusammenbauen auf peinlichste Sauberkeit achten, Gleitlager mögen es nämlich gar icht, wenn zwischen Lagerschale und Gundbohrung Schmutz gelangt, dann stimmt das Spiel nicht mehr und die Welle "frisst".
Irgendwie ist die Welle ja da rein gekommen, mache also, bevor Du daran gehst, diese Welle auszubauen, alles vorher sauber, damit evtl. Markierungen (was war wo?) angebracht werden können. Das geht ganz einfach mit einem Körner, damit kann man dann in einer logischen Reihenfolge Markierungen setzen (ein Punkt, zwei Punkte....usw. > immer gleiche Punktzahl bei zusammengehörenden Teilen.). >>> Achtung: nicht zu sehr mit dem Hammer auf den Körner schlagen, besonders bei den Lagern.
Früher hat man auch bei solchen Lagerungen oft die gesamte Lagerbuchse geklemmt, d.h. die Aufnahme für die Lagerbuchse war geschlitzt und am Schlitz mit einer Klemmschraube zusammengeklemmt, damit das Lager fest war. Mit der Zeit sind diese Schlitze und Klemmschrauben oft vom Schmutz zugedeckt worden und man wundert sich, wie die Welle da hinein gekommen ist.
Wenn keine Kugellager verwendet wurden, solltest Du auch mal das Axialspiel messen, bevor Du die Welle ausbaust. Vielleicht sind auch irgendwo Distanzscheiben, oder das Axialspiel wurde mit den Lagerbuchsen > Anlaufrand, eingestellt. Die Welle sollte nach dem Wiedereinbau
leicht laufen, ansonsten würde ich die Lagerzapfen (sollten sie leichte! Rostspuren oder Verharzungen aufweisen) mit einem 200er Schmirgelleinen, welches geölt ist, wieder polieren. Dazu das Schmirgelleinen gleichmäßig in Drehrichtung der Welle über die Lagerzapfen ziehen.
Die Drehzahl würde ich keinesfalls höher als 500 rpm einstellen, derart alte Lagerungen (mit Ausnahme von Kugellagern) vertragen das oft nicht bei längeren Laufzeiten, wenn keine Druckschmierung erfolgt; sie werden warm und gehen einfach fest.
Läuft denn die Welle im jetzigen Zustand gut und leicht? Was die Schmierung anbelangt, solltest Du alles Fett gegen neues, gutes Schmierfett auswechseln, dazu gehört selbstverständlich auch, dass Du alles dazu gehörende sauber machst. Nur so wirst Du lange Freude an diesem Schleifbock haben.
....Übrigens kann es durchaus sein, dass die noch auf der Welle sitzende Riemenscheibe derart festgerostet ist, dass man sie nur noch vorsichtig!!!! auspressen oder abdrehen kann. Schläge darauf sollte man tunlichst vermeiden, da die Welle dadurch verbogen werden kann, auch wenn sie 26 mm stark ist. Was auch geht, ist mit einer Trennscheibe (Flex) vorsichtig bis fast an die Welle zu schlitzen - von beiden Seiten - und zum Schluss mit einem Flach-Meißel die Riemenscheibe "sprengen".
Viel Glück!!
Viele Grüße,
Bernd