Hallo,
Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, die Begriffe synonym zu verwenden. Wobei Zonarbau der geläufigste Begriff ist, gefolgt von Zonierung (v.a. im Sinne von Farbzonierung). Jedenfalls spricht an bei der Beschreibung von Mineralen in Dünnschliffen von Zonarbau.
Allgemein entsteht Zonarbau durch sich ändernde Bedingungen (Druck, Temperatur, Zusammensetzung, Lösungsgenossen, Fremdatome etc.) während der Kristallisation.
Hier war ja vor allem von Farbzonierung angesprochen. Zonarbau muss aber nicht immer etwas mit der Farbe zu tun haben. Er kann auch für das unbewaffnete Auge völlig unkenntlich sein. Man denke nur an den häufigen Zonarbau von Plagioklasen in Plutoniten. Da kann, je nach Gesteinschemismus, der Kristall nahezu die gesamte Variationsbreite der Zusammensetzung von Albit zu Anorthit aufweisen. Da braucht man schon entweder detaillierte optische Untersuchungen (U-Tisch) oder besser gleich eine Mikrosonde. Im Prinzip könnte man bei einem derart zonierten Kristall jede Zone als ein Mineral auffassen. In dem Falle also eine orientierte Verwachsung von unterschiedlich zusammengesetzten Albiten und Anorthiten. Bulk-Analysen des gesamten Kristalls (etwa Gitterparameterbestimmung mit Röntgen-Pulvediffraktometrie (XRD)) führen da normalerweise zu nichts, man müsste vorher die einzelnen Zonen voneinander trennen und jede für sich analysieren. Solange in Mischkristallen (wie beim Feldspat-Beispiel) starke farbgebende Elemente (z.B. Fe, Cu, Cr, Ti, V) fehlen, wird man den Zonarbau manchmal nicht oder nur schwach sehen. Ausser halt im Dünnschliff (durch Veränderug der Lichtbrechung oder Doppelbrechung zwischen den unterschiedlichen Zonen oder durch Messprofile über einen Kristall mit der Mikrosonde).
Dies stellt eine grundsätzliche Schwierigkeit bei der Bestimmung von Mischkristallen dar. Eine allzu grobe Analyse (einige ganze Kristalle ab in den Mörser und dann ab unters Diffraktometer, wie es für schnelle Bestimmungen der Mineralart auch heute noch üblich ist) vermittelt schnell den Eindruck einer homogenen Probe mit nur einem Mineral. Erst genauere UNtersuchungen der Gitterparameter aus den Röntgendaten können dann zeigen, dass diese nicht mit der reinen Phase übereinstimmen. Besser wäre es hier, erst einmal im Dünnschliff (so denn die Kristalle groß genug sind) einen etwaigen Zonarbau auszuschließen, oder eben besser gleich zur EDX greifen und punktgenau die Zusammensetzung bestimmen. In der Praxis wird man sich nie auf nur eine Methode zur Charakterisierung verlassen, sondern immer z.B. EDX und XRD kombinieren.
Glück Auf!
Smoeller