Hallo,
Entscheidend bei der Epitaxie ist der gleiche oder ähnliche Gitterparameter. Das müsste man jetzt bei Topas und Bixyit mal nachschlagen. Das hatte ich mal bei den Mineralen Famatinit (Stiioluzonit) und Chalkopyrit gemacht, da passte es ziemlich genau, in der Tat treten an der Grube Clara orientierte Aufwachsungen von Famatinit auf Chalkopyrit-Kristallen auf. Besetzt sind meist nur die Flächen und Kanten, an denen die Beste Übereinstimmung besteht (wegen der günstigen Energie werden zuerst diese Bereiche besetzt).
Es spielt bei einer Homoepitaxie natürlich immer die Umgeung des Kristalls (Druck, Temperatur, Lösungsgenossen) eine Rolle, aber auch das Vorhandensein von Keimen zw. die nötige Keimbildungsarbeit. Nur unter bestimmten Bedingungen ist eine Keimbildung in der Weise möglich, dass sich neue Kristalle an den "richtigen" Stellen anlagern. Noch günstiger sind natürlich Wachstumsfehler zw. Baufehler des Wirtskristalls, an denen die neu gebildeten Keime energetisch günstige Stellen finden.
Zum Bariopharmakosiderit: Man vergisst leicht, dass das Mineral tetragonal kristallisiert, im Gegensatz zum kubischen Pharmakosiderit. Es handelt sich bei den Kristallen also in Wahrheit stets um tetragonale Prismen mit Basispinakoid, nicht um Würfel. Von daher überrascht es eher, dass es nicht viel mehr solcher langgestreckten Formen gibt. Letztlich wohl die Folge davon, dass der c-Gitterparameter nur wenig von a und b abweicht (pseudokubisch).
Glück Auf!
Smoeller