Hallo Thomas,
Zumindest gibt es Paläosubduktionszonen in Deutschland, und zwar mindestens im Erzgebirge und in der Badenweiler-Lenzkirch-Zone (BLZ) im Schwarzwald. In deren Umgebung gibt es Gesteine, die auf Beteiligung basischer Krustengesteine (heutige Metagabbros und -anorthosite) und des oberen Erdmantels (serpentinisierte Wehrlite, Grt-Spl-Peridotite, Lherzolite) schließen lassen, neben Eklogiten, die heute in den Gneisen eingeschuppt vorliegen. Ein Problem der heutigen Deutung ist, dass die Körper meist als isolierte Linsen in hochmetamorphen Gesteinen vorliegen, nicht selten stark retrograd verändert. Gerade im Schwarzwald sind die meisten Gesteinskörper polymetamorph, tw. sind nicht weniger als 4 unterschiedliche Stadien erkennbar.
Etwas anderes sind sicher auch die recht großen Vorkommen von Tiefseegesteinen (Grauwacken, Tonschiefer, Adinole nebst submarinen Roteisensteinen und Massivsulfiderzen sowie Diabasen) im Bereich Harz, Sauerland und Lahn-Dill-Mulde. Da kann man sich auch die Frage stellen, wie die in ihre heutige Position gelangt sind. Wenn man von einer Hebung durch das Aufschieben dieser Schichten während der variszischen Orogenese ausgeht, ist das nicht auch ein Ophiolith?
Glück Auf!
Sebastian