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Autor Thema: Hilfe für Laien  (Gelesen 9081 mal)

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Offline Konni

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Hilfe für Laien
« am: 11 Jan 14, 10:19 »
Guten Morgen,

Kann mir jemand sagen, ob bei der folgenden Mischung von Steinen und Mineralien die Möglichkeit besteht, dass irgendeine abbaufähige Lagerstätte (abgesehen von Ton und Kohle) in unmittelbarer Umgebung gewesen sein könnte. Ich bin hier in Großalmerode, in Nordosthessen. Die Sachen habe ich aus der Zwischenschicht zwischen Kalkstein und dem darüberliegenden Sandstein bzw. aus der jeweils obersten und untersten Gesteinsschicht gepult. Ich habe mitgenommen, was für mich als absoluten Laien irgendwie besonders aussah. Eine Antwort würde mir sehr weiterhelfen, auch wenn die Frage für Experten wahrscheinlich ziemlich doof klingt.

Liebe Grüße
Konni

Offline Konni

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #1 am: 11 Jan 14, 10:23 »
Noch ein paar...

Offline Konni

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #2 am: 11 Jan 14, 10:24 »
Und der Rest...

Offline Konni

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #3 am: 11 Jan 14, 17:39 »
Nur zur Info, ich bin für die Landesdenkmalpflege mit Nachforschungsgenehmigung unterwegs.

LG Konni

Offline Jochen1Knochen

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #4 am: 11 Jan 14, 21:03 »
Hallo!
Irgendwie gab es dort aber nur Tone und keinen Erzbergbau.
Gruß Jens

Offline guefz

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #5 am: 11 Jan 14, 21:16 »
Hallo,

fein verteiltes Eisen gibt es in vielen Gesteinen und sorgt dann für diese rostige Farbe. Abbauwürdig ist das dann aber noch lange nicht, die rostige Farbe gibt es schon bei ganz geringen Konzentrationen.

bis denn

Günter

Offline Konni

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #6 am: 12 Jan 14, 09:38 »
Guten Morgen,

vielen Dank für Eure Kommentare. Ja, Eisen ist hier überall drin. Was hier bekannt ist an Bergbau habe ich erfasst. Im Moment untersuche ich eine Stelle, an der bisher nichts bekannt ist und Kohle oder Ton oder Sand wurde da nicht abgebaut. Ich habe aber ein tiefes "Stollenloch" und diese Kalktuffquelle. Zwei Dörfer weiter weiß ich, dass Kupfer abgebaut wurde. Außerdem sind die Besitzverhältnisse der Flur sehr eingenartig, aber leider nicht nachvollziebar, da es keinerlei ältere Unterlagen gibt. Ich versuche, Puzzleteile zusammenzutragen. Deshalb interessiert mich, ob überhaupt mineralogisch die Möglichkeit besteht, dass dort irgendwas gewonnen wurde.

Noch erwähnenswert ist vielleicht, dass oberhalb des evtl. Stollens ein Sandsteinbruch ist, der Sandstein meiner Meinung nach aber viel zu weich und bröselig ist zum verbauen. Außerdem ist mir die Halde im Vergleich zu dem, was abgebaut wurde, viel zu groß. Es sieht so aus, als wäre man nicht auf den Sandstein, sondern auf das grünliche bröselige Zeug darunter scharf gewesen. Das Problem ist, dass ich keine Ahnung habe, wie das aussehen könnte, wonach ich suche.

Schönen Sonntag
Konni

Offline Jochen1Knochen

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  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Hilfe für Laien
« Antwort #7 am: 12 Jan 14, 12:15 »
Hallo!
Wenn der Steinbruch schon alt ist,dann wird der lange offenliegende Stein der Verwitterung anfallen und dann ist es auch nicht ungewöhnlich,daß es bröselig erscheint.
Der vermeintliche Stolleneingang kann auch eine Sprengstoffkammer für den Bruch gewesen sein.
Warst du in dem Fall schon mal im Archiv des Landesamtes für Umwelt und Geologie in Hessen?
Die sollten eigentlich die nötigen Unterlagen der Betriebsperiode des Steinbruches besitzen und auch die genaue Geologie sollte dort zu erfahren sein.
Gruß Jens

Offline Konni

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #8 am: 12 Jan 14, 13:06 »
Hallo,

Nein, vielen Dank, bisher hab ichs nur im Staatsarchiv in Marburg versucht. Dem werde ich nachgehen, mal sehen, ob ich was finde.

Liebe Grüße
Konni

Offline smoeller

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #9 am: 12 Jan 14, 13:13 »
Hallo,

Versuche erstmal, die genaue Schicht heraus zu bekommen. Dann kann man weitersehen, ob in den Schichten irgendwelche größeren Erzanreicherungen bekannt sind.

Möglich wäre hier der Übergang oberer Muschelkalk zu unterem Keuper. Oder oberer Buntsandstein (Röt) in unteren Muschelkalk (dann müsste aber grau auf rot folgen). Nach der gegebenen Beschreibung bliebe eigentlich nur ersteres übrig. Aus dem oberen Muschelkalk wäre mir kein Erzvorkommen bekannt, wohl aber gibt es Kupfererze im Keuper und auch im oberen Buntsandstein.

Was allerdings viel wahrscheinlicher ist: Es handelt sich um einen Abbau von Kalkstein oder Mergel. Diese wurden vor dem Aufkommen von Kunstdünger im 19. Jhd. zur Verbesserung von Böden in Gebieten mit überwiegend Sandstein (wie es in Nordhessen viele im Bereich des Buntsandsteins gibt) oder auch zur Herstellung von Branntkalk für Mörtel und Tünche verwendet. Die meisten Gesteine des unteren Keupers, insbesondere diese bunten Mergel, sind meines Wissens zu weich für irgendwelche Bauzwecke. Höchstens ebenfalls als Dünger oder für Wegebau.

Glück Auf!
Sebastian


Offline steineklopper2

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #10 am: 12 Jan 14, 17:02 »
Hallo Konni,

Zitat von Jochen1Knochen ..
Zitat
Warst du in dem Fall schon mal im Archiv des Landesamtes für Umwelt und Geologie in Hessen?
Die sollten eigentlich die nötigen Unterlagen der Betriebsperiode des Steinbruches besitzen und auch die genaue Geologie sollte dort zu erfahren sein.

Zum Einen das und zum Anderen gibt es auch historisches Kartenmaterial bei den Landesvermessungsämtern, die man dort gegen einen entsprechenden Kostenbeitrag erhalten kann.
Mir persönlich haben, zwecks Recherche, wann was und wo genau in Hessen und der Pfalz abgebaut wurde (Eisen, Kupfer etc.), auch schon Unterlagen in der Hessischen Landesbibliothek weitergeholfen.  ;)

Grüße Bernd

Offline Konni

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #11 am: 13 Jan 14, 07:05 »
Guten Morgen,

vielen vielen Dank für die Hinweise, ich werde allem nachgehen.

Ich habe mal versucht, mich in die Keuper Muschelkalk Buntsandstein Problematik reinzulesen. Also der oberste Steinbruch ist wohl Keuper. In der untersten Schicht des Steinbruchs ist er regelrecht blättrig und zwischen dem "Blättern" ist grünliches krümeliges Zeug was sich so ählich wie Ton anfühlt oder irgenwie seifig, ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll und aufs Foto kriege ich es auch nicht. Und ganz viele Glitzerkrümel, die größer sind als der normale Glimmer. (Es ist offiziel erlaubt, sich über meine laienhaften Beschreibungen lustig zu machen.  >:D ) Dann geht es steil den Berg runter. Weiter unten stoße in auf Kalkstein und roten Sandstein. Da. wo ich die Schichtung sehen kann, liegt alles quer, ich denke mal durch die Vulkantätigkeit von Meißner, Hirschberg und Steinberg. Ich komme also, je nachdem, wo ich mich befinde, an alle drei Schichten dran.

Der "Stollen" geht nicht waagerecht in den Berg, sondern senkrecht runter, und zwar so tief, dass ich wackelige Knie bekomme, wenn ich runtersehe und er ist rund, ca. 1,2 m Durchmesser. Wie es unten weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich werde mal ein paar Fotos machen.  Es wird angenommen, dass es ein Eiskeller für eine nahegelegene Wirtschaft war, aber das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Dann hätte der Wirt erst überm Haus einen Steilhang hochklettern müssen, dann die Leiter runter und bis er mit dem Sack Eis die Leiter wieder hoch und den Steilhang wieder runter ist, ist es geschmolzen. Dafür hätte man sinnvollerweise hinterm Haus waagerecht in den Berg gehen können.

Im Bach unterhalb des Geländes findet sich jede Menge Schlacke, die ich aber leider nur als Indiz, nicht als wirklichen Anhaltspunkt nehmen kann, da das Gelände dazwischen komplett überbaut ist mit Bahndamm und Straße und für den Straßenbau sind ja auch Verhüttungsschlacken hergenommen worden. Allerdings meine ich, dass die zumindest grob zerkleinert und nicht in ganzen Schollen verbaut wurde. Eine genaue Untersuchung wäre vielleicht angebracht, ist aber zu teuer.

Ich gehe davon aus, dass wenn dort Erzabbau und Verhüttung stattgefunden haben, das so früh passiert ist, dass es noch keine schriftlichen Urkunden darüber gibt. Sonst hätte die schon mal jemand gefunden, in den Archiven waren schon viele vor mir, im Gelände noch keiner.

Liebe Grüße
Konni

« Letzte Änderung: 13 Jan 14, 07:37 von Konni »

Offline titanomagnetit

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #12 am: 13 Jan 14, 16:46 »
Hallo Konni,
vielleicht solltest du dich mit der nächsten archäologischen Einrichtung in Verbindung setzen. Soviel ich weiß gab es überall Rennöfen zur Eisenherstellung (Schmiede), diese Fachleute können dir sicher auch sagen was in deiner Umgebung an Rohstoffen verarbeitet wurde.
Gruß
Titanomagnetit

Offline pseudonym

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #13 am: 13 Jan 14, 17:19 »
Und wenn das nun ein Bierlagerkeller war ? Die Biere waren früher nicht so lange haltbar wie heute , vielleicht hat er da nur Fässer gelagert ?

Offline balvan

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Re: Hilfe für Laien
« Antwort #14 am: 13 Jan 14, 19:17 »
[quote author=Konni link=topic=35350.msg263761#msg263761 date=1389593147
Der "Stollen" geht nicht waagerecht in den Berg, sondern senkrecht runter, und zwar so tief, dass ich wackelige Knie bekomme, wenn ich runtersehe und er ist rund, ca. 1,2 m Durchmesser. 
[/quote]

Nach unten ist kein Stollen.Nach unten ist Schacht.
Schacht ist quadratisch Querschnitt.Rund ist Brunnen oder Einbruch.
Petr.

Und wenn das nun ein Bierlagerkeller war ? Die Biere waren früher nicht so lange haltbar wie heute , vielleicht hat er da nur Fässer gelagert ?

Bier ungesund-nicht daran denken.Machen dicke Bauch und du bleibst in Loch stecken! ;)
Petr.

 

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