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Autor Thema: Mineralien aus dem Ruhrgebiet  (Gelesen 6504 mal)

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Jürgen55

  • Gast
Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« am: 22 Jun 16, 13:25 »
Glückauf Sammlerkollegen !

Seit einiger Zeit befasse ich mich auch mit Fundstellen im Ruhrgebiet.

Dabei konnte ich einige recht seltene Mineralien vor dem Absaufen des Bergwerks bergen.

Bei der Recherche über das Bergwerk Auguste - Victoria fällt mir auf, dass im Mineralienatlas 13 Mineralien aufgeführt sind, bei Mindat.org jedoch 43 verschiedene. Dabei werden jedoch nur die Wenigsten mit Bild dargestellt, sodaß man auch keine Informationen über die Paragenese oder den Finder erhält.

Kann jemand Aufklärung geben ?

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen 55

Offline christof schäfer

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  • Beiträge: 75
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #1 am: 22 Jun 16, 17:16 »
Hallo Jürgen,

die Angaben bei mindat stammen aus:
Weiss: "Mineralfundstellen, Deutschland West", 1990.
Bei Weiss müsste auch angegeben sein, welche primären Quellen er "verarbeitet" hat.

Glückauf
Christof Schäfer

Offline Maibolte

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  • Beiträge: 245
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #2 am: 22 Jun 16, 18:16 »
Hallo Jürgen,

ich denke mal Du meinst die hier: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/M%FCnster%2C%20Bezirk/Recklinghausen%2C%20Kreis/Marl/H%FCls/Zeche%20Auguste-Victoria

Unten sind doch hinreichend Weblinks. Warum fragst Du nicht da mal nach? Nix gegen Mindat, aber das ist auch nicht immer
der Weisheits letzter Schluß.

Glück Auf
Dirk

Jürgen55

  • Gast
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #3 am: 22 Jun 16, 20:47 »
Hallo Christof ,

danke für den Hinweis auf das Buch von H. Weiss, das habe ich nicht. Mal sehen, ob es irgendwo zu bekommen ist... Antiquriat ?

Hallo Dirk, ja ich meinte diesen Fundstelleneintrag.

Dein Hinweis auf die weblinks ist o.k. , jedoch findet sich unter diesen kein Betrag über gefundene Mineralien. In der RAG Hauptverwaltung

stand längere Zeit eine Vitrine mit Großstufen ( vor allem schöne Bleiglanz-, Zinkblende- und Quarzkristalle) aus dem Abbau im Erzgang des Bergwerks Auguste - Victoria (AV), jedoch ist mir bei RAG niemand bekannt, der sich mit den zahlreichen Sekundärmineralien (auch von AV) befasst (hat).

Weiß sonst jemand aus der Sammlergemeinde weiter ?

Mit freundlichem Glückauf


Jürgen 55

 


Offline Maibolte

  • ***
  • Beiträge: 245
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #4 am: 22 Jun 16, 21:50 »


Hallo Dirk, ja ich meinte diesen Fundstelleneintrag.

Dein Hinweis auf die weblinks ist o.k. , jedoch findet sich unter diesen kein Betrag über gefundene Mineralien.
 

Ich dachte eher daran das Du Kontakt aufnimmst. Es gibt ja evtl. jemanden der selber sammelt
und Hinweise geben kann.

Glück Auf
Dirk

Offline uwe

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Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #5 am: 22 Jun 16, 22:12 »
In der "Mineralienwelt" vom Juli/August war ein Artikel über Minerale aus dem Steinkohlebergwerk West. Erstaunlich, was da so alles gefunde wurde.

Gruß
Uwe


Jürgen55

  • Gast
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #7 am: 22 Jun 16, 23:31 »
Hallo Uwe !

Ich war auch erstaunt, daß dort solch seltene Mineralien gefunden werden konnten. Es könnten noch weitere hinzukommen, einiges Material liegt noch im Keller.

Der Artikel ist übrigens von mir.

Schade, daß weitere Funde auf den verbliebenen zwei Schachtanlagen fast aussichtslos sind, werden doch bereits jetzt nicht mehr benötigte Grubenbaue auf Prosper und Ibbenbüren abgeworfen.

Und in wenigen Monaten ist mit dem Zubetonieren der letzten offenen Schächte das Bergwerk Auguste - Victoria entgültig Geschichte. Der letzte Zugang zum Erzabbau war bereits im Jahre 2000 verschlossen worden.

Hallo Augustin !

Vielen Dank für den Buchtip, werde mir das Buch besorgen.

Mit freundlichem Glückauf

Jürgen 55

Offline uwe

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Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #8 am: 23 Jun 16, 08:09 »
Hallo Jürgen,

habe jetzt erst gemerkt, daß der Artikel von Dir ist. Obwohl ich nicht diese Gegend sammle, fand ich den Artikel äußerst interessant - prima.

Gruß
Uwe

Jürgen55

  • Gast
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #9 am: 23 Jun 16, 10:06 »
Hallo Uwe !

Es war schon ein besonderes Erlebnis, eine Fundstelle zu bearbeiten, an der Hunderte von Bergleuten vorbeigegangen waren, ohne was mitzunehmen.

Als sich dann bei den Analysen herausstellte, daß eine Reihe von Raritäten darunter sind, war es eine große Motivation und machte echt viel Spaß, sich in den Berg zu arbeiten, zumal meist nur der Einsatz eines Schraubendrehers nötig war. Die beste Vorarbeit hatte schon der Gebirgsdruck gemacht, der in 50 Jahren viele kleine Klüfte in Kohle und Schiefer erzeugt hatte, die nun voll mit Kristallen waren.

Du bist ja wohl kein Ruhrgebiets- , Salzmineral- oder Systematiksammler , sonst hätte ich ein paar schöne Stüfchen für Dich übrig.

Mitte Februar 2016 ist übrigens in "Mindat.org" ein Sideronatritstüfchen zum Fotomineral des Tages gewählt worden (Foto von meinem Sammlerfreund Ko Jansen aus den Niederlanden). Dieses Foto  ist nicht im Mineralienwelt- Artikel abgebildet.

Aber Dein Erzgebirge hat ja ungleich mehr zu bieten (gehabt). Da bist Du ja an der Quelle ! ! !


Mit freundlichem Glückauf


Jürgen 55

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #10 am: 23 Jun 16, 12:08 »
Hallo Jürgen,
schöner Artikel (zufälligerweise gerade erst vorgestern gelesen).
Kurze Fragen dazu:
Mit welcher Methode wurde der  Rosickýit identifiziert?
Gibt es auch Metasideronatrit? (ich vermute, der Sideronatrit wurde PXRD-analytisch bestimmt.)

GA, Uwe Kolitsch

Jürgen55

  • Gast
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #11 am: 24 Jun 16, 09:33 »
Hallo Uwe !

Es freut mich, daß Dich der Artikel interessiert hat.

Die Analysen wurden meist mit EDX gemacht.

Das Gerät nennt sich Gemini Thermo Scientific Ultra Dry, die Vacuum Pumpe (?) ist eine ZEISS SUPRA 40 VP.

Auf dem Typenschild des Gemini steht: Specified Resolution 129 eV, Madison WI, 53711 USA.


Bei größeren Probenmengen kam auch ein zweites Gerät zum Einsatz :

PAN alytical X' PERT Pro,

Lieferant PAN alytical GmbH ; Kassel.

Der PC konnte dann direkt eine chemische Formel auswerfen und den Mineralnamen.

Nach Metasideronatrit habe ich gesucht, aber aufgrund der im Netz vorhandenen nicht wirklich markanten Kristallfotos ist es schwierig, das richtige Material zu identifizieren, bisher habe ich wohl immer nur den Sideronatrit gefunden.

Aufgrund der relativ hohen Gebirgstemperatur, das nach ca. 1 Meter in das Gebirge hineinbuddeln angetroffen wurde, hoffe ich doch noch den Meta. zu entdecken und noch einige andere Mineralien.

Wie gesagt, es liegt noch einiges unbearbeitete Material im Depot. Die Fundstelle ist seit zweieinhalb Jahren verschlossen und mittlerweile durch das Abstellen der Wasserhaltungsumpen geflutet.

Mit freundlichem Glückauf

Jürgen 55


 

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #12 am: 24 Jun 16, 11:50 »
Rosickýit kann nur durch XRD- oder spektroskopische Methoden (wie z.B. Raman) identifiziert werden.
REM-EDS-Spektren von Schwefel und (dem viel selteneren) Rosickýit sind identisch.

Metasideronatrit und Sideronatrit sind ebenfalls nur durch XRD- oder spektroskopische Methoden unterscheidbar. Entwässert erscheinende Kristalle sind meist, aber nicht immer, Metasideronatrit.

Jürgen55

  • Gast
Re: Mineralien aus dem Ruhrgebiet
« Antwort #13 am: 24 Jun 16, 20:58 »
Hallo Uwe !

Vielen Dank für die interessanten Hinweise.

Frage: Können die bei der quantitativen Analyse festgestellten unterschiedlichen Masseanteile der Elemente eines Minerals auch zur Unterscheidung zwischen Sideronatrit und Metasideronatrit herhalten ?
Schließlich hat Sideronatrit 4 % mehr Sauerstoff und2 % weniger Schwefel als Metasideronatrit.

Weitere Frage:  Was heißt denn bei Metasideronatrit, die Kristalle sehen " entwässert" aus ? Bedeutet das trüb oder stumpf ?

Und noch eine Frage: Ist der Übergang zu Metasideronatrit bei mehr als 35 Grad reversibel ?

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen 55