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Autor Thema: Identifikation und Reinigung von Funden - Hilfe gesucht !  (Gelesen 6984 mal)

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Offline Heiko Bondieck

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Hallo,

Wir heissen Heiko und Dörthe .

Meiner Selbst und auch meine Frau suchen seit einigen Wochen geradezu obsessiv und passioniert Steine , Meteoriten, div. Kristallformationen und Fossilien .

Wir sind also sehr froh darüber, ein Forum mit Gleich-Gesinnten gefunden zu haben ...


Nun, wir Zwei haben sicher etwas zu viele Fragen für einen ersten Beitrag und wollten ja eigentlich nur mal kurz Hallo sagen - doch nach etwas Überlegen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir am Besten gleich los legen und klar benennen, worum es uns geht :


Wir selbst sind leider absolute Anfänger ohne jede Fachkompetenz, die Sammellei betreiben wir nicht beruflich und wir würden uns aufrichtig darüber freuen, wenn uns jemand aus diesem Forum mit ein paar hilfreichen und sachdienlichen Informationen über die professionalisierten Reinigung und Klassifizierung von Funden behilflich sein könnte .

Konkret geht es um Folgendes :

Wir würden uns über den Winter gerne mit der Aufarbeitung einiger unserer Steinfunde befassen .


Die teils mm dicke Oxidschicht ist hierbei unser grösstes Problem - wir finden, sie verdeckt den Charakter des Steins .

Es stellt sich für uns also die Frage nach schonenden Optionen zur Oberflächenbearbeitung .

Schleifen mit einer Polish-Flex ist wohl etwas zu grob, zumal die Steine ihre ursprüngliche Form behalten sollen...

Wir haben einige Bilder von unseren Funden geuploadet, damit man die Materialen, die es zu bearbeiten, gilt etwas besser einschätzen kann ;

Die 2 "Steine" um die es uns primär geht sind sehr unterschiedlich in ihrer Oberflächenstruktur und wurden von uns bislang nur mit fliessendem Wasser gespült .

Das eine Objekt ist eine klare Trennung von schwarzen magnetischem Material, dass scheinbar in grosser Hitze mit derart gewaltiger Kraft in ein helles unmagnetisches Gestein gepresst wurde, so dass letzteres an einer Stelle (mutmasslich) aufschmolz und neu auskristallisierte (?!) .

Wir nennen es zum Gunsten der Einfachheit schlicht ein "Geologisches Fossil" , da es offensichtlich einen geologischen Prozess manifestiert .


Das andere Objekt ist wohl ein Stück versteinerter Meeresboden, dass bei genauer Betrachtung sehr viele auskristallisierte Inklusen (?!) enthält .


Da der eine Stein eklatant ein Mix aus 2 Materialien ist, denken wir, dass wir beide Komponenten separiert behandeln müssen ?

Bürsten, Ultraschall, Schleifen, Zahnarzt-Equipment und Ätzen - was wäre erlaubt und wie wird es so schonend wie möglich durchgeführt ?

Ich selbst tendiere ehr zu Nasschleifen mit 240/ 400/ 800/ 1200/  1600/ 2000/ 4000 er Papier - meine Frau nicht .

Auch Säuren wären Teil unserer favorisierte Methodiken .


Ganz anders bei dem anderen fossilen Fundstück...

Dieses bereitet uns wirklich grosse Kopfschmerzen .
Bereits seine Bergung aus dem lehmigen Boden eines alten Rieselfeldes am östlichen Stadrand Berlins war aufgrund seiner Masse und Lage sehr problematisch (wir waren dabei dennoch sehr sorgsam, konnten aber nichts eingipsen etc.) .

Eine über das Abspülen mit klarem Wasser hinausgehende Reinigung wollten wir Zwei bislang nicht riskieren .

Wir wollten vielehr auf einen Tipp warten, wie wir die Oberflächen und Inklusen besser sichtbar machen können .
 

Auch gerade die Inklusen, die kaum sichtbar unter der Oberfläche liegen, würden wir gerne heraus arbeiten .


Auch würde uns interessieren, WAS wir dort sehen und auch aus welchem geologischen Zeitalter es stammt .

(Es sind wohl kristallisierte Röhrenwürmer + Trilobiten ?)


Nun, soviel für's Erste .

Wie geschrieben wären wir für zweckmässige Ratschläge und hilfreiche Info's resp. Links zu wissenschaftlichen (!) Restaurations-Tutorials äusserst Dankbar .

P.S.:

Wir haben bislang nur schlechtes Kamera-Equipment, d.h. wir können weitere Detailaufnahmen vorerst nur mit diesem machen (Korngrösse/Korngrenzen kaum sichtbar) .


L G

H.+D.
« Letzte Änderung: 28 Aug 17, 22:18 von oliverOliver »

Offline Heiko Bondieck

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1. Noch ein Bildnis
2. Gesamtbild (ca. 600x400x300  mm / 80 kg)
3. Das "geologische Fossil"
« Letzte Änderung: 28 Aug 17, 22:21 von oliverOliver »

Offline loismin

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Hallo

Das sind Schneckenreste


Loismin

Offline Harzsammler

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Hallo

Das sind Schneckenreste


Loismin
...nein, das sind Orthocerenreste, deutlich sichtbar ist der Siphonalkanal auf dem ersten Bild.

Zu reinigen und zu ätzen ist da übrigens nichts, allenfalls kann man solch Stücke sägen und schleifen.

Das Zeitalter ist das Ordovicium, das Gestein ist Roter Orthocerenkalk.

Trilobiten können in diesem Gestein vorkommen, ich sehe auf den Bildern aber keine.Das was Dir vielleicht Trilobiten vorgaukelt sind dünne Tonplatten, die typisch sind für dieses Gestein

Grüße,
Michael

« Letzte Änderung: 28 Aug 17, 21:43 von Harzsammler »

Offline oliverOliver

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    • naja ....
Das erste Stück hat Harzsammler ja schon ausführlich erklärt.
Das zweite Stück ist was ganz anderes, hat m.E. nix mit Fossilien zu tun, sondern scheint ein/zwei metamorphes/kristallines Gestein(e) zu sein. Die Kontaktzone ist allerdings wirklich interessant.
Hier wären Detailfotos von den beiden unterschiedlichen Bereichen gut - das Dunkle (im Foto oben) könnte eventuell ein Amphibolit (oder eher Amphibolgneis) sein.

Offline Johannes Kalbe

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Das sind Schneckenreste
...nein, das sind Orthocerenreste, deutlich sichtbar ist der Siphonalkanal auf dem ersten Bild.

Zu reinigen und zu ätzen ist da übrigens nichts, allenfalls kann man solch Stücke sägen und schleifen.

Das Zeitalter ist das Ordovicium, das Gestein ist Roter Orthocerenkalk.

Trilobiten können in diesem Gestein vorkommen, ich sehe auf den Bildern aber keine.Das was Dir vielleicht Trilobiten vorgaukelt sind dünne Tonplatten, die typisch sind für dieses Gestein

Hallo,

fast richtig... Die Anschnitte gehören zu Gehäusen von Kopffüßern, aber nicht zu Orthoceren (deren Siphonalkanal liegt zentral im Gehäuse, ist deutlich kleiner in Relation zum Gehäusedurchmesser und auch die Siphonaldüten setzen anders an). Der Sipho liegt hier ventral, wodurch einige andere Cephalopoden-Gruppen in Frage kommen. Endoceras und Anthoceras sind da mögliche Vertreter, jedoch bei Weitem nicht die einzigen Möglichkeiten.

Die herausgewitterten "Wellenlinien" sind entweder sekundäre (Druck-)Lösungsflächen oder primäre "Hardgrounds", beides kommt in allen roten Orthocerenkalken nicht selten vor. "Tonplatten" (Tongallen?) sehe ich da in dem Stück jetzt nicht, habe ich in diesen Kalken aber allgemein auch noch nicht bewusst wahrgenommen (weder im Geschiebe noch im Anstehenden).

Um aus dem Stück optisch etwas mehr "herauszuholen" würde ich empfehlen es schichtparallel zu spalten, und, falls da etwas auftaucht ggf. nachzupräparieren. Sägen und schleifen ist deutlich aufwändiger und lohnt sich m.E. bei diesem Stück nicht (es sei denn man hat ein ausgeprägtes Faible für Karbonatsedimentologie, dann kann man an solchen Stücken so einiges entdecken.)

Besten Gruß

JK


Offline Heiko Bondieck

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Ja, also für die sehr plausible geologische Einordnung in das Ordovizium sind wir Beide schon einmal aufrichtig dankbar .

Anbei gibt es noch einmal ein paar Detail-Lichtbilder der einzelnen Inklusen / Fossilien sowie vom Material selbst.


Wir habe nun an einer unauffälligen Stelle probiert das Fossil mit einem Pinsel zu reinigen und mussten dabei feststellen, dass der Pinsel zu grob war, d.h. dass der gesamte Boden + Fossilien damit leicht "zerkratzt" und abgelöst wird .

Ich selbst würde es nun noch einmal mit einem viel weicheren Pinsel aus dem Schmink-Bedarf meiner Frau probieren ...

Unsere Hoffnung ist, dass das umgebende Material eine geringfügig vom Fossil abweichende Feinstruktur aufweist und somit etwas weicher als dieses ist .

Wir befürchten jedoch, dass dies ggf. ein Trugschluss sein könnte !?

Wir haben auch gelesen, dass man zur Hervorhebung mit verdünntem Ponal (Holzleim) arbeiten kann ?

Härtet dieser das Fossil etwas aus, so dass der Bereich um selbiges herum abgetragen werden kann oder ist dies lediglich um die Lichtbrechung zu ändern (bessere Optik) .

Es scheint uns an einer Stelle des Objektes auch so, als wäre das Sediment um einen massiven Stein abgelagert (hier hat wohl eine Baggerschaufel Schaden angerichtet) ?


An dieser Stelle ist -schemenhaft- zu erkennen, dass auch in dem Gestein selbst Inklusen enthalten sein könnten !?


Wie verhält es sich hiermit ?

Wir befürchten, dass wir im Zweifelsfall lediglich den hier als Orthocerenkalk klassifizierten Meeresgrund abtragen würden und zum Schluss ein blosser "Stein" übrig bleibt .

Wir möchten definitiv nichts beschädigen und da die Form des gesamten Objektes eigentlich sehr schön ist wollen wir eigentlich auch nicht wirklich daran "herumsägen" ...

Einzig eine sehr saubere Trennung entlang der Längsachse käme für uns ggf in betracht da uns schon sehr interessiert, was sich wohl noch so in seinem Inneren befindet...

Letztlich stehen wir Zwei ein wenig hilflos da und wären wie obig bereits dargestellt sehr froh darüber, wenn uns jemand mit sachdienlichen Tipp's weiterhelfen würde .

Weiter Bilder werden folgen !

Danke nochmals !

LG

Heiko + Dörthe
« Letzte Änderung: 04 Sep 17, 15:20 von oliverOliver »

Offline Heiko Bondieck

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Ext
« Letzte Änderung: 04 Sep 17, 15:21 von oliverOliver »

Offline Heiko Bondieck

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« Letzte Änderung: 04 Sep 17, 15:18 von oliverOliver »

Offline Heiko Bondieck

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Offline Heiko Bondieck

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Re: Identifikation und Reinigung von Funden - Hilfe gesucht !
« Antwort #10 am: 04 Sep 17, 10:32 »
Ext II

Offline Heiko Bondieck

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Re: Identifikation und Reinigung von Funden - Hilfe gesucht !
« Antwort #11 am: 04 Sep 17, 10:34 »
Ext II

Offline Heiko Bondieck

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Re: Identifikation und Reinigung von Funden - Hilfe gesucht !
« Antwort #12 am: 04 Sep 17, 10:42 »
Hmm...

Nochmals ein aufrichtiges Danke von uns Beiden an Alle !

Sägen, Spalten...

wir nehmen an, dass für Ersteres ein Sägeseil verwendet wird ?
Macht sowas ein Steinmetz von nebenan ?

Spalten wäre auch interressant - wäre da nicht unsere Skepsis wegen der inneren Beschaffenheit ...

Wie gesagt sieht es für uns so aus, als wäre der Kalk nur eine Ablagerung auf festem Stein .

In diesem scheint jedoch auch etwas verborgen zu sein (8 cm oval) .


Auf jeden Fall scheint alles im inneren sehr kristallin zu sein - nass sah das echt famos aus ...
(klare-lila farbene kristalle)...

Und man sieht, dass da noch mehr drinne steckt ...

Also - was tun ?

LG

Heiko + Dörthe

Offline Harzsammler

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Re: Identifikation und Reinigung von Funden - Hilfe gesucht !
« Antwort #13 am: 04 Sep 17, 12:15 »
Hallo,
 
An dem Inklusenstück hilft nur spalten oder sägen weiter und zwar parallel zur Schichtung (entlang der Fossilien die man von aussen sieht)
Wobei ich persönlich sägen bevorzuge, da die Fossilen geschliffenen und poliert recht reizvoll aussehen könnten.
Nur gespalten ist meist noch weiterer Aufwand nötig...

Das zweite Stück dürfte ein Gneis mit einer Quarzader sein.

Sägen, Spalten...
wir nehmen an, dass für Ersteres ein Sägeseil verwendet wird ?
Macht sowas ein Steinmetz von nebenan ?
... meiner ja, wobei ich bis 15cm Höhe selber säge. Und er nimmt kein Seil sondern ein Diamantsägeblatt.

Da ihr ja aus der Berliner Ecke kommt, ist das hier sicher interessant für euch:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,45263.msg315099.html#msg315099

Grüße,
Michael
« Letzte Änderung: 04 Sep 17, 15:53 von Harzsammler »

Offline stoanklopfer

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Re: Identifikation und Reinigung von Funden - Hilfe gesucht !
« Antwort #14 am: 26 Nov 17, 20:41 »
An dem Inklusenstück hilft nur spalten oder sägen weiter und zwar parallel zur Schichtung (entlang der Fossilien die man von aussen sieht)

 ??? Ich gehe mal davon aus, dass Du senkrecht zur Schichtung gemeint hast...

 

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