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Autor Thema: Coronitische Gabbros  (Gelesen 2036 mal)

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Offline karlov

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Coronitische Gabbros
« am: 24 Mar 18, 14:32 »
Hallo,
Gabbros oder metamorphe Äquivalente mit coronitischem Gefüge sind im Geschiebe wohlbekannt. Eine Corona-Struktur zeigt an, dass ein unvollständiger Stoffumsatz erfolgte. Die abgelaufenen Mineralreaktionen erstrecken sich auf Grenzbereiche der benachbarten Mineralkörner. Beispiele sind mafischer Granulit aus SW-Schweden mit Coronen aus Granat oder Olivin-(Leuko)gabbros (Trokotlithe) mit dunklen Ringen von Amphibol etc. um Olivinkörner. Seltener sind gabbroide Gesteine zu finden, die helle Coronen ausbilden. Zwei Funde habe ich angehängt.

Der kleinkörnige Gabbro aus der Kiesgrube Fresdorfer Heide/ S Potsdam enthält dunkelgrauen, fast schwarzen Plagioklas und runde Butzen von stark alteriertem Pyroxen (?). Um diese Aggregate an der Grenzfläche zum Plagioklas sind hellgrüne Coronen zu erkennen. Die Coronen sind auf der Bruchfläche nicht zu erkennen. Bruchfläche reagiert partiell leicht mit HCl, die Coronen an sich entwickeln aber keine Bläschen.

Ein anderer Gabbro (Kiesgrube Penkun, SW Stettin) enthält dicke weiße Coronen um ebenfalls offenbar stark alterierte Pyroxene.

Wer kennt solche Strukturen, hat sie vielleicht mal mikroskopiert oder weiß, wo in der Literatur etwas darüber steht? Bin bisher nicht fündig geworden. Die hellen Coronen (epidotähnliches Material?) könnten eine Folge einer hydrothermalen oder durch Fluide bewirkten Überprägung sein. Was kommt an hellen Folgeprodukten einer solchen Reaktion aus Plagioklas und Pyroxen in Frage?

« Letzte Änderung: 24 Mar 18, 14:42 von karlov »

Offline karlov

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Re: Coronitische Gabbros
« Antwort #1 am: 24 Mar 18, 14:32 »
Fund aus Penkun/S Stettin:

Offline Sprotte

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Re: Coronitische Gabbros
« Antwort #2 am: 03 Apr 18, 18:26 »
Hallo Marc,

helle Coronen kenne ich um Granate retrograd metamorph überprägter (ehemals) granulit- oder eklogitfazieller Gesteine, wie (ehemaligen) mafischen Granulit oder Eklogit. Die Reaktion ist dabei etwa (stark vereinfacht): Granat + Pyroxen (Diopsid/Augit bzw. Omphacit) + Wasser --> Plagioklas + Amphibol (Hornblende) (+ Erz ...). Der Plagioklas reichert sich dabei in Richtung der Granate an, die Hornblende in Richtung der Pyroxene.

Viele Grüße
Sprotte (Ralf)


Offline karlov

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Re: Coronitische Gabbros
« Antwort #4 am: 06 Apr 18, 16:55 »
Hallo Ralf,

super, vielen Dank, derartiges habe ich gesucht. Hast Du eine Quelle zur Hand, wo diese retrograden Reaktionen erläutert sind, möglicherweise an einem Vorkommen in Schweden? Diese dürfte es möglicherweise nicht nur in SW-Schweden (Vorkommen der mafischen Granulite und Eklogite) geben, zumal an den erwähnten Fundorten so gut wie gar keine SW-schwedischen Geschiebe vorkommen. Andersherum gefragt: treten mafische granulit- oder eklogitfazielle Gesteine auch an anderen Orten auf? Ich kenne nur das Eklogit-Vorkommen in Jämtland, neben diversen Vorkommen in Norwegen.
@Uwe: die Arbeit zum Rhymmen-Gabbro kenne ich. Es ging eben nicht um die häufigen Coronabildungen zwischen Plagioklas und Olivin, s.o. Aber vielen Dank für die Hinweise!

Viele Grüße,
karlov

 

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