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Autor Thema: Quarz?  (Gelesen 2931 mal)

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Offline Silke93

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Quarz?
« am: 16 Jan 19, 17:50 »
Hallo,

mein Vater ist derzeit in Spanien unterwegs und hat mir Bilder einer Stufe geschickt die er dort gefunden hat. Der Fundort ist Sorbas.
Er sagt der Kristall spiegelt und ist rau wie Sandpapier.
Könnt ihr mir vielleicht bei der Bestimmung helfen?
Mehr Infos habe ich leider nicht.
Vielen Dank für eure Hilfe und Glück auf! :)

Offline Pit

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Re: Quarz?
« Antwort #1 am: 16 Jan 19, 18:07 »
Hallo,
sag Deinem Vater mal, er soll versuchen den Stein mit dem Fingernagel zu kratzen. Wenn das leicht geht, dann ist es Gips. Für mich sieht es jedenfalls so aus. Falls der Stein sich nur mit einer Messerklinge kratzen lässt, kommen Calcit oder Quarz in Frage.

Viele Grüße
Pit

Offline Silke93

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Re: Quarz?
« Antwort #2 am: 16 Jan 19, 18:27 »
Hallo Pit,

Danke für den Tipp.  Er sagt mit dem Fingernägel passiert nix aber mit dem Schraubendreher bröselt er.
Würde Fluorit auch in Betracht kommen? Habe gelesen, dass es in Spanien viele Fluoritvorkommen gibt.

Liebe Grüße

Offline harzgeist

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Re: Quarz?
« Antwort #3 am: 16 Jan 19, 18:45 »
Die Krümel sehen mir doch sehr nach Gips aus. Und auch die angeschlagenen weißen Stellen sehen nach Gips aus. Gips ist im Gegensatz zu Calcit weniger spröde, eher weich/mild.
Fluorit und Quarz kann man ausschließen

Thomas

Offline Silke93

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Re: Quarz?
« Antwort #4 am: 16 Jan 19, 18:50 »
Hallo Thomas,

danke für die Hilfe.
Gibt es noch etwas das man zur sicheren Bestätigung ausprobieren könnte?
Er kommt leider erst Mitte Februar wieder, sonst hätte ich euch noch genauere Infos geben können.

Liebe Grüße :)

Offline harzgeist

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Re: Quarz?
« Antwort #5 am: 16 Jan 19, 19:04 »
Bei Calcit sollten sich die charakteristischen Spaltwinkel (der Brösel) erkennen lassen. Vielleicht nicht so deutlich wie im angehängten Foto. Gips spaltet eher plattig (wie in deinem letzten Foto).
Auch ist Fingernagel nicht gleich Fingernagel.
Calcit schäumt mit Salzsäure, aber die wird dein Vater dort nicht zur Verfügung haben. Essigessenz gibt kein eindeutiges Ergebnis.

Thomas

Offline Silke93

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Re: Quarz?
« Antwort #6 am: 16 Jan 19, 19:17 »
Okay, alles klar. Vielen Dank Thomas.
Da hast du recht, er meinte sein Fingernagel ist bei dem Test kaputt gegangen ;D
Die hat er wirklich nicht mit dabei, aber wenn er wieder zurück ist werde ich mal schauen, dass wir das ausprobieren können.

Einen schönen Abend wünsche ich euch und vielen Dank für die tolle Hilfe! :)

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Quarz?
« Antwort #7 am: 16 Jan 19, 19:19 »
Für mich auch Gips.

Offline Steinjäger

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Re: Quarz?
« Antwort #8 am: 16 Jan 19, 19:37 »
Hallo,

als Test mit "haushaltsüblichen" Mitteln fällt mir folgendes ein: Eine Probe des Minerals pulverisieren (mit einem Hammer o.ä. auf einem harten Untergrund, z. B. einem anderen Stein) und das Pulver mit etwas Wasser zu einem Brei vermischen. Nach dem Trocknen sollte dann ein weißer, kompakter Feststoff zurückbleiben (man denke an den Gips im technischen Bereich wie auf dem Bau oder den Gipsverband in der Medizin).
Aufgrund des letzten Fotos bin ich mir aber schon jetzt fast sicher daß es sich um Gips handelt.
Gruß und Glück auf!

Uwe 

Offline harzgeist

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Re: Quarz?
« Antwort #9 am: 16 Jan 19, 19:57 »
Zitat
Eine Probe des Minerals pulverisieren (mit einem Hammer o.ä. auf einem harten Untergrund, z. B. einem anderen Stein) und das Pulver mit etwas Wasser zu einem Brei vermischen. Nach dem Trocknen sollte dann ein weißer, kompakter Feststoff zurückbleiben (man denke an den Gips im technischen Bereich wie auf dem Bau oder den Gipsverband in der Medizin)

Das funktioniert nicht  >:(

Der "Gips" vom Baumarkt ist teilweise entwässerter Gips (gebrannter Gips). Beim Abbindevorgang nimmt er wieder Wasser auf und wird dadurch fest.
Für das 'Brennen' des Gipses ist keine hohe Temperatur erforderlich und kann notfalls im heimischen Backofen erfolgen.
https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gips&ved=2ahUKEwiKjeHi_PLfAhWJCuwKHUtEAkoQFjADegQIBhAB&usg=AOvVaw36XvMP_oScQ2p5-OqPJP8t

Oder einfach nach "Gips brennen" googeln

Thomas

Online stoanklopfer

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Re: Quarz?
« Antwort #10 am: 17 Jan 19, 06:02 »
Sieht aus wie Gips und lässt sich nicht mit dem Fingernagel ritzen: vielleicht Anhydrit?

Offline Silke93

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Re: Quarz?
« Antwort #11 am: 17 Jan 19, 06:21 »
Zunächst einmal Danke für eure tolle Hilfe.

Ich werde mich da mal dran versuchen sobald mein Vater zurück ist  ;D

Stoanklopfer: Mein Vater sagte er hat die Stufe in dem grauen Strom gefunden, er meinte das Gestein sah aus wie ein Lavastrom. Kann man da noch was genauer differenzieren zwischen Gips und Anhydrit?

Liebe Grüße

Offline harzgeist

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Re: Quarz?
« Antwort #12 am: 17 Jan 19, 13:47 »
Ich bleibe bei Gips.
Anhydrit würde ich so oberflächennah nicht erwarten, auch nicht im trockenen Spanien.
Anhydrit reagiert mit Wasser sehr schnell zu Gips. Wie schnell das geht, sieht man in Staufen  ("Anhydrit Staufen" googlen).
Ich kenne auch keinen Anhydrit der dem gezeigten Stück, bzw Gips im Allgemeinen, ähnlich ist.

Offline Pit

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Re: Quarz?
« Antwort #13 am: 17 Jan 19, 15:31 »
Ich habe Gips in einer solchen Ausbildung (dicht ineinander verwachsene Gipskristallite) in Spanien öfters gefunden, z.B. in (bzw. nah an) den Keuperschichten ist oft massig Gips in dieser Art vorhanden. Ich vermute, dass die Ritzprobe mit dem Fingernagel an der äußeren verwitterten Oberfläche nicht gelungen ist, weil der Strich nicht deutlich sichtbar ist, da blättert das Material eher ab. Oder außen hat sich Staub abgesetzt, welcher die Ritzprobe erschwert. Auf dem Bild sind aber auch glatte Oberflächen zu sehen, die den typischen seidigen Glanz von Bruchstellen in Gips haben.  Wenn man auf einer solchen glatten Fläche mit dem Fingernagel zu ritzen versucht, sollte man erfolgreich sein.

Offline Brodi69

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Re: Quarz?
« Antwort #14 am: 17 Jan 19, 16:41 »

Das Gebiet von Sorbas ist bekannt für Gipsgesteine in allen Variationen. Berühmt sich auch die Höhlen in diesem Gebiet im Gips-Gestein. Die Ablagerung erfolgte wie in Sedimente üblich schichtweise und wurde alsdann auch teilweise Tektonisch umgeformt (da gibt es keine Lavaströme, vulkanisch wird es erst weiter südlich.) Aussehen, Splitterung und oberflächliche Rauheit des Stücks sind typisch für angewitterten kristallinen Gips in dieser Gegend. In einem Steinbruch in der nähe von Sorbas sind mehrere Meter grosse kristalline Gipsfelsen bekannt. Für mich besteht kein Zweifel, dass es sich um Gips handelt, auch wenn eine Bestimmung aufgrund von Fotos nicht wirklich abschliessend möglich sein wird.

Grüessli
Christian

 

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