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Autor Thema: Brekzie  (Gelesen 2522 mal)

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Offline Lia

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Brekzie
« am: 20 Jan 21, 22:05 »
Hallo Zusammen,

habe zu Weihnachten eine interessante Brekzie mit ?Rosette geschenkt bekommen und noch nichts dergleiches gesehen.
Kennt sich jemand damit aus?

Offline Lia

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Re: Brekzie
« Antwort #1 am: 20 Jan 21, 22:09 »
....ach ja, sie misst ~ 11,0 x 4,0 x 6,0cm

Offline felsenmammut

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Re: Brekzie
« Antwort #2 am: 20 Jan 21, 22:28 »
Glück Auf! Lia,

was genau ist Deine Absicht mit dem Beitrag? Deine Frage, ob sich jemand damit auskennt, ist sehr allgemein und führt bei vielen Lesern eher zu mehr Fragen als dass sie Dir antworten können. Ich selber weiß nur ein bisschen was über Brekzien. Wenn Dein eigentliches Interesse in meinen Kenntinsbereich fällt, würde ich Deine Frage mit Ja beantworten. Wenn Dein Interesse aber einen Bereich des weitläufigen Brekzienthemas betrifft, von dem ich auch keine Ahnung habe, dann werde ich die Frage mit Nein beantworten müssen. Vielleicht interessiert es mich dann aber auch und ich kann von einem anderen Beitrag selber etwas lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Lia

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Re: Brekzie
« Antwort #3 am: 20 Jan 21, 23:29 »
Hallo Felsenmammut,

stimmt, die Frage war ziemlich allgemein gestellt.
Worauf ich hinaus wollte, war, ob der Fundort nächträglich zu bestimmen ist und worum es sich bei den einzelnen Komponenten - speziell der Rosette (Hämatit?) handelt. Ich dachte, ich mache es kurz und bündig, da ich es unter dem Thread "Fundortbesimmung" gepostet habe.

Ich bin auch noch ein bißchen aufgeregt, da ich heute das erste Mal einige Mineralien und Fossilien ins Lexikon gestellt habe  :)

Offline felsenmammut

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Re: Brekzie
« Antwort #4 am: 21 Jan 21, 00:48 »
Glück Auf!

Lia, damit sieht die Fragestellung in der Tat konkreter aus.

Zur Mineralbestimmung:
Die Rosette ist vermutlich ein Glimmer. Das lässt sich leicht überprüfen. Die Mohshärte ist mit 2 bis 3 niedrig und mit den Fingernagel nachprüfbar. Zudem lassen sich sehr dünne Schuppen ablösen und die dünnen Schuppen sind elastisch, lassen sich also sichtbar biegen. Hämatit ist deutlich härter, spröde und somit nicht derart biegsam wie Glimmer und zeigt eine dunkelkirschrote Strichfarbe.
Das gelblich weiße Material ist ein Feldspat. Feldspat weist eine Mohshärte von 6 auf und ist mit einem spitzen harten (Eisen)Stahl noch ritzbar.
Das violette Material wäre nach meiner Einschätzung Fluorit oder Amethyst. Das lässt sich entweder an der Kristallform und Spaltbarkeit erkennen, wofür die Bildauflösung aber nicht ausreicht oder anhand des Härteunterschiedes überprüfen. Quarz ritzt Glas und selbst ein hartes (Eisen)Stahlwerkzeug hinterlässt am Quarz einen metallischen Abrieb. Fluorit ritzt kein Glas und wird schon von einfachen Eisenwerkzeugen geritzt.

Nachträgliche Fundortbestimmungen sind immer wie Kartenlesen - beeindruckend, wenn man eine klare Antwort bekommt und daran glaubt; sinnlos, wenn man sich der vielen alternativen Möglichkeiten bewusst ist.  Spontan würde mir zu dem Stück Babora-Stollen bei Krupka einfallen. Aber. Der grobe Feldspat und Glimmer lassen unter Berücksichtigung der Häufigkeit solcher Bildungen vermuten (aber Alternativen nicht ausschließen), dass es sich um eine pegmatische bis metasomatische Bildung in oder mit Beteiligung eines sauren (viel Silizium enthaltenden) Gesteins handelt, am ehesten Granit. Diese grobkristalline Bildung wurde brekziiert, was auf eine spätere tektonische Aktivität mit vermutlich einhergehender Gangbildung schließen lässt. Damit einher ging wohl auch die Bildung des violetten Bestandteils. Fluorit und Amethyst kommen beide in Begleitung von Graniten und verwandten Gesteinen vor. Alleine in Sachsen und Tschechien gibt es zahlreiche Vorkommen, die diese Rahmenbedingungen erfüllen. Pegmatite und Stockscheiderbildungen sind in etlichen Zinn/Wolfram/Molybdänlagerstätten mit Tektonik, Brekziierung und Fluorit assoziiert und durch den Bergbau aufgeschlossen (worden). Die in der Regel mit den Zinnlagerstätten einhergehende Vergreisung zersetzt aber den Feldspat, so dass hier zumindest eine räumliche Trennung der Feldspatbrekzie und Vergreisung erforderlich wäre während der Bildungsphase.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Lia

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Re: Brekzie
« Antwort #5 am: 21 Jan 21, 19:02 »
 :) danke,

die Rosette ist ziemlich hart und lässt sich nicht mit dem Fingernagel ritzen. Mit dem Profimesser von Zwilling funktionierte es dann.
Die Schuppen sind auch so dick, dass sie sich nicht biegen lassen sondern brechen würden. Hab die Belastungsprobe auf einer kleinen Rosette auf der Rückseite gemacht. Möglicherweise war ich aber auch zu zaghaft. Glas wird von keiner der Komponenten geritzt - mit dem Messer alle.

Ja, dass mit der nachträglichen Fundortbestimmung ist ein schwieriges Unterfangen. Einige meiner Stücke sind so charakteristisch und treten nur an einer einzigen Fundstelle / Gegend auf (Pyritsonne)  Ich hatte gehofft, dass die Brekzie dazu gehört. Die meisten meiner Aufzeichnungen konnte ich retten. Einige sind bedauerlicherweise dem Rohrbruch zum Opfer gefallen - deshalb die Nachfragen (bin noch Anfänger+)

Ob es sich um Fluorit oder Amethyst handelt, würde mich brennend interessieren. Ich werde demnächst mal eine Nahaufnahme hochladen  ;D

LG Lia

Offline guefz

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Re: Brekzie
« Antwort #6 am: 21 Jan 21, 19:06 »
Wenn sich das violette Material auch problemlos mit dem Messer ritzen lässt, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit Fluorit. Amethyst könnte man nicht mit dem Messer ritzen.

Offline Lia

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Re: Brekzie
« Antwort #7 am: 22 Jan 21, 17:58 »
Hallo guefz,

problemlos lässt es sich nicht ritzen - ein bißchen Kraftanstrengung ist schon erforderlich  :)
Es wäre auch kein reines Fluorit, eher ein Konglomerat (kann ich diesen Begriff auch auf die Geologie übertragen?) mit Quarz. Deshalb auch das attraktive Glitzern. Kommt vielleicht auf den Fotos nicht so gut rüber.
Ach ja, morgen werde ich mal den Makrozoom verwenden. Dann gibts detailierte Fotos.

LG Liane

Offline oliverOliver

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Re: Brekzie
« Antwort #8 am: 22 Jan 21, 18:25 »
Zitat
ein bißchen Kraftanstrengung ist schon erforderlich

spricht trotzdem für Fluorit - wie übrigens auch die Bilder (war zumindest mein erster Eindruck ohne mir groß darüber gedanken zu machen - kann natürlich auch daneben liegen ...)

p.s.:
Konglomerat IST ein Begriff aus der Geologie -  ;)
bezeichnet aber ein klastisches Sediment mit abgerundeten Komponenten ...
schau einfach mal im Lexikon unter "Konglomerat" nach!

Offline guefz

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Re: Brekzie
« Antwort #9 am: 22 Jan 21, 21:11 »
Wenn es sich mit einem Messer ritzen lässt, scheidet Amethyst jedenfalls aus.

Offline Lia

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Re: Brekzie
« Antwort #10 am: 24 Jan 21, 01:52 »
Ja, dann ist es bestimmt Fluorit  :)

Ein Konglomerat habe ich dann auch - danke für die Beschreibung. Bin mir allerdings sehr unsicher, ob es sich dabei evtl. um Pechblende handelt. Von allzu schwarzen Steinen lasse ich normalerweisse meine Finger, aber hier denke ich, handelt es sich eher um Lava.




Offline felsenmammut

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Re: Brekzie
« Antwort #11 am: 24 Jan 21, 03:29 »
Glück Auf!

Fundort? Fundumstände? Größe? Härteangaben? Strichfarbe? Ggf. weitere Auffälligkeiten, Magnetismus, Fluoreszenz, chemisches Verhalten?

Bilder können leicht täuschen, aber für mich sieht es nach einem Stück Schwarzdecke aus.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Chrisch

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Re: Brekzie
« Antwort #12 am: 24 Jan 21, 21:02 »
Ja, eindeutig "Straßit" (anthropogene matrixgestützte Brekzie)! Bei Zweifeln einfach mal ein Feuerzeug dranhalten...
Gruß Chrisch

Offline oliverOliver

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Re: Brekzie
« Antwort #13 am: 24 Jan 21, 21:15 »
Da muss ich meinen Vorrednern leider Recht geben - sieht sehr verdächtig aus!
Riech einfach mal dran! (und falls das nicht eindeutig sein sollte, heiz es ein wenig an und riech dann dran)

Offline Lia

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Re: Brekzie
« Antwort #14 am: 26 Jan 21, 00:17 »
danke  ;D

Nach umfangreichen Untersuchungen und abschließender Schnüffelprobe handelt es sich ganz eindeutig um Straßit.

Es scheint sich hierbei um ein äußerst begehrtes Sammlerobjekt zu handeln.

Der exzessive und illegale Abbau von Straßit hat allerorts schon riesige Löcher hinterlassen.

LG Lia

 

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