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Autor Thema: Hydrosodalith  (Gelesen 760 mal)

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Offline Erika

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Hydrosodalith
« am: 18 Jul 22, 14:05 »
Hallo zusammen,
bei der Überarbeitung der Lapis-Systematik bin ich auf ein Mineral gestoßen, dass außer Lapis und die "Strunz Mineralogical Tables" (2001, S. 699) keine aktuelle Quelle zu kennen scheint (IMA-Liste, Mineralienatlas, Mindat).

Hydrosodalith wurde laut "Strunz Mineralogical Tables" von Wyart u. Michel-Lévy 1949 erstbeschrieben.
Chem. Formel: Na8[(OH)2|(H2O)2|(AlSiO4)6] ; kubisch P-43n (218), a=8,89, Z=1
Lapis-Mineralienverzeichnis: Na8[(OH,Cl)2|Al6Si6O24]*0-2H2O ; kubisch, hell- bis dunkelgrau (Strich weiß), H 5-6 ; Klassifikation VIII/J.11-015

Im Buch "Neue Mineralien und neue Mineralnamen (mit Nachträgen, Richtigstellungen und Ergänzungen)" von Carl Hintze (1968) https://books.google.de/books?id=eIYozxEpwdMC findet sich Hydrosodalith ab S. 151, aber sonst gibt es kaum Treffer für diesen Mineralnamen.

Mit etwas Mühe fand ich dann doch heraus, dass das Mineral 1962 diskreditiert wurde: http://cnmnc.main.jp/IMA2009-01%20UPDATE%20160309.pdf und https://rruff.info/doclib/MinMag/Volume_33/33-258-260.pdf

Stellt sich jetzt nur die Frage: Sollte das ehemalige Mineral nicht trotzdem hier erwähnt werden, damit man ein paar Daten dazu findet?
Viele Grüße, Erika

Offline alfredo

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Re: Hydrosodalith
« Antwort #1 am: 18 Jul 22, 16:50 »
Das erinnert mich an ein Gespräch mit dem deutschen Erzchemiker Dr. Fritz Berndt (nach dem Berndtit genannt ist) vor vielen Jahren in Bolivien. Er erwähnte für bolivianisches Sodalith ungewöhnlich hohe Wassergehalte durch die alte „Verbrennungsverlust“ Methode. Bis sie herausfanden, dass die NaCl-Verdunstung zu dem Gewichtsverlust führte, nicht Wasserverlust. Anscheinend kann Cl bei einer niedrigeren Temperatur als erwartet verloren gehen.

Offline felsenmammut

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Re: Hydrosodalith
« Antwort #2 am: 18 Jul 22, 17:43 »
Glück Auf!

Ja, diskreditierte Mineralnamen sollten im Mineralienatlas-Fossilienatlas aufgenommen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Günter Blaß

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Re: Hydrosodalith
« Antwort #3 am: 18 Jul 22, 18:35 »
Hallo Max,
ja können sie, aber bitte mit genauester Beschreibung.
Hier in der Eifel, gibt's eine Vielzahl weißer, ehemaliger Sodalith xx, welche früher auch mal als Hydrosodalith bei Sammlern kursierten. Letztendlich hat sich aber heraus gestellt, dass diese xx meist amorph sind, eine chemisch vollständig andere Zusammensetzung aufweisen oder dass es Pseudomorphosen oder Teilpseudomorphosen von Nephelin nach Sodalith sind (kristallin, nicht amorph).

Grüße und GA
Günter Blaß

Offline Lynx

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Re: Hydrosodalith
« Antwort #4 am: 18 Jul 22, 18:53 »

Hier in der Eifel, gibt's eine Vielzahl weißer, ehemaliger Sodalith xx, welche früher auch mal als Hydrosodalith bei Sammlern kursierten. Letztendlich hat sich aber heraus gestellt, dass diese xx meist amorph sind, eine chemisch vollständig andere Zusammensetzung aufweisen oder dass es Pseudomorphosen oder Teilpseudomorphosen von Nephelin nach Sodalith sind (kristallin, nicht amorph).

Hallo zusammen

Andersherum: Auf derartige Fehlbestimmungen (!) kann auch auf den entsprechenden Fundortseiten hingewiesen werden. Dass Hydrosodalith diskreditiert wurde, trifft ja nicht nur die Eifel.

Gruß, Martin

 

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