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Autor Thema: pyritisierte Fossilien Hessen, Devon - Bestimmung, Fundort? UPDATE 01.11.  (Gelesen 4050 mal)

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Offline Junibolte

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Hallo, Zusammen,

in einer alten Sammlung waren außer Mineralien noch jede Menge pyritisierte Fossilien vorhanden.
Als Mineraliensammler kann ich diese nicht einordnen und auch nicht richtig was mit anfangen.
Ein Schildchen mir der Aufschrift "Devon" lag im Regal. Die betagte Tochter erzählte mir, ihr Vater wäre Bergmann gewesen und viel in diversen Gewerken unterwegs gewesen. Die Stück sollen aus dem mittleren Hessen stamme und lagen über 50 Jahre in der Vitrine
Als Laie kann ich einen oder mehrere Trilobiten erkennen, große und kleine evtl. Orthoceren/Belemniten?, und Ammoniten?. Es sind noch mehr als in der Kiste fotografiert und wie es aussieht, unpräpariert.
Sorry, seht mir das nach, wenn ich danebenliege. Bin Fossilientechnisch absoluter Laie, erkenne aber dennoch, das die Stücke Besonderheiten sind. Habe sowas auf Messen und im Museum noch nicht gesehen.

Wer von euch Fachleuten könnte das einordnen?

Ich danke schon mal im voraus für eure Hilfe.

schöne Grüße aus Solingen, Peter
« Letzte Änderung: 01 Nov 24, 11:41 von Junibolte »

Offline Junibolte

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noch ein Foto

Offline oliverOliver

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hallo
ich kenn mich zwar mit Devon nicht aus, und auch nicht mit entsprechenden Fundorten in Deutschland - sieht aber definitiv interessant aus.
Da dürften einige wirklich gute Stücke dabei sein ..... jedenfalls nicht alltäglich!
ga
oli

p.s.:
der Schiefer und die Pyriterhaltung der Fossilien erinnert mich jedenfalls an Bundenbach - bzw. "Dachschiefergruben" mit vergleichbarer Fossilführung ....

Offline Junibolte

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Hallo, Oliver, daran dachte ich auch. In den Museen in Idar-Oberstein sind ja reichlich Fossilien aus dem Devon im Hunsrück ausgestellt.
Bundenbach und Konsorten liegen aber in Rheinland-Pfalz. Die Dame wußte mit Bestimmtheit, das die Stücke aus Hessen sind.

Gruß, Peter

Offline jlies

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Wow .. inhaltlich kann ich leider nichts dazu sagen, aber das sind ganz sicher wunderbare Stücke!

Offline oliverOliver

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Die Dame wußte mit Bestimmtheit, das die Stücke aus Hessen sind.

hm, hessische Fundstellen dieser Zeitstellung und mit derartigen Fossilien in derartiger Matrix kenne ich nicht - was aber nichts heißen muss.
Versuch mal anhand der geologischen Karte zu klären, ob entsprechende Formationen überhaupt in Hessen vertreten sind - falls nicht, muss sich die Dame wohl geirrt haben.
ga
oli

Offline Anrheiner

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Der Hunsrückschiefer zieht sich rechtsrheinisch weiter und umfasst u.a. auch das Wispertal.
Aus den Gruben im Sauertal (heute Rheinland-Pfalz, bis 1948 Hessen-Darmstadt) sind Funde von Trilobiten, Brachiopoden und Cephalopoden bekannt, ebenso aus den Gruben von Kaub (Holzapfel, 1893; Sandberger 1850 - 1856).
Auch an der Lahn gab es etliche Schiefergruben, in denen entsprechende Funde gemacht wurden.
Vielleicht muß man bei dem Fundort Hessen die Zugehörigkeiten vor 1948 mit in die Betrachtung einbeziehen.

VG Klaus

Offline oliverOliver

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Zitat
ebenso aus den Gruben von Kaub

Danach ist ja die gesamte Kaub-Fm benannt.
Dass es da zwischen RLP und Hessen Grenzverschiebungen gab, war mir nicht bekannt - danke für die Info!

Offline Anrheiner

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Hallo Oliver

Eine kleine Korrektur:
Es war Hessen-Nassau, eine preussische Provinz. Dazu gehörte auch die Gegend um Marburg, in der auch bis in die 1920er Jahre Schieferbergbau betrieben wurde. Von dort wurden ebenfall Fossilienfunge wie Trilobiten berichtet. Ob es in diesen Gegenden und an der Lahn auch pyrisierte Funde gab, ist mir nicht bekannt.
Hessen-Kassel, später Kurfürstentum Hessen, war von den Preussen anektiert worden, als sich
das Kurfürstentum Hessen 1862 auf die Seite Österreichs gestellt hatte. Hessen Darmstadt war linksrheinig bis Bingen im heutigen Rheinhessen, rechtsrheinig bis zum Main. Ab Bingen bis Koblenz war linksrheinig die preussische Rheinprovinz.

VG Klaus

Offline Anrheiner

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Bei den Steinkernen hat man mir bestätigt, daß in den Wissenbacher Schiefern, welche u.a. an verschiedenen Stellen der Lahn- und der Dill-Mulde im hessichen zu Tage treten (z.B. Oberscheld bei Dillenburg), entsprechende Funde gemacht wurden.
Auch "Hunsrück-Schiefer" wurden Fossilien in mehr oder weniger typischer Erhaltung im heute noch hessichen Gebiet (westl. Taunus) gefunden.

VG Klaus

Offline Anrheiner

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Als Laie kann ich einen oder mehrere Trilobiten erkennen, große und kleine evtl. Orthoceren/Belemniten?, und Ammoniten?. Es sind noch mehr als in der Kiste fotografiert und wie es aussieht, unpräpariert.

Bei den Ammoniten handelt es sich um Goniatiten.
Mehr lässt sich da nicht präparieren, Schiefer macht da nicht mit, ohne zu zerbröseln.
Um den Fundort näher zu bestimmen, müsste man herausfinden, um welche Art Schiefer es sich handelt, z.B. Kauber oder Wissenbacher Schiefer.
Eine Suche bei Sandberger & Sandberger könnte dazu Hinweise auf die Fundorte im Hessischen geben.

VG Klaus

Offline Junibolte

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Hallo,

danke an alle, die sich hier eingebracht haben.

Habe heut noch einen kleine Umschlag mit Fundstellenzetteln zu den Fossilien bekommen. Das sind allerdings alle Zettel, so das bei dem ein oder anderen Exemplat noch Bestimmungsbedarf bestehen sollte.

Fundort war wohl die Schiefergrube Batzbach, Wissenbach, Eschenburg, Lahn-Dill, Gießen, Hessen.

 Diese ist im MA auch hinterleht, allerdings ohne Fossilienfotos. Anscheinend war die Grube bekannt für Fossilienfunde, heutzutage allerdings nicht mehr auf dem Schirm der Fossilienfreunde mangels Fundmöglichkeiten

Das passt auch zu den Aussagen der Tochter, das der ehem. Bergmann in verschiedenen Gruben seiner Heimat gearbeitet hat.

Habe hier: https://mintreasure.com/minerals/836244/orthoceras   ein paar alte Angebote gefunden. Aktuell finde ich im Netz nichts entsprechendes.

Werde jetzt mal einige der großen Fossilienhändler anschreiben, um zu einer vernünftigen Preisfindung zu kommen, da momentan keine Vergleichsmöglichkeiten zu finden sind.

schöne Grüße aus Solingen, Peter

Offline Anrheiner

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Wissenbach ist bekannt für Fossilienfunde.
Vgl. Sandberger & Sandberger "Die Versteinerungen des rheinischen Schichtensystems in Nassau", 1850 - 1856.
Das Buch gibt es bei

https://www.biodiversitylibrary.org/

zum kostenlosen PDF-Download.
Dort sind auch die in Wissenbach vorkommenden Arten beschrieben, allerdings noch unter ihren alten Artnamen.
Die heute gültigen Namen zu finden ist dann aber keine große Sache mehr.

VG Klaus

Offline Junibolte

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Klaus, danke,

habe auch einiges an alter Literatur gefunden. Die Bestimmung ist trotzalledem für mich als Fossi-Laien schon recht kompliziert.

Das Thema kann hiermit geschlossen werden. Vielen Dank für die guten Tips.

Glückauf, Peter

Offline Junibolte

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Wer es kann, darf die 2 Einzelstücke Orthoceras und Trilobit mit Fundstelle und Name gerne ins Fundstellenverzeichnis einpflegen, um die Fundstelle zu ergänzen.
Möglicherweise geht das ja mit meinen eingestellten Fotos. Ansonsten schicke ich auch gerne die Originalfotos zu.

Orthoceras ca. 16 cm

Trilobit ca. 6 cm

 

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