Verwitterung zu Kaolin:
Kaolin ist ein hydroxylhaltiges Aluminiumsilicat. Daher können nur solche Minerale zu Kaolin verwittern, die Aluminium enthalten. Ein gutes Beispiel sind die Feldspäte, die z.B. in verwitterndem Granit bröselig werden, weil entlang Mikrorissen Kaolin oder andere Tonminerale, z.B. Illit, sich bilden. Eine Kaolinisierung von Achaten wäre nur möglich, wenn sie bereits aluminiumhaltige Silicate enthielten, und das tun sie ganz überwiegend nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, daß der zitierte Autor eine Art Kreidung gemeint hat, bei der die Oberflächenschichten des dichten Chalcedons durch Auslaugung porös und damit weißlich und weich geworden sind.
Die erwähnte Umwandlung von Basalt in Tonminerale ist chemisch hingegen kein Problem.
Serpentin ist mit Kaolin verwandt, enthält aber üblicherweise höchstens Spuren von Aluminium. Die Verwitterung von Serpentin führt daher, wie McSchuerf schreibt, zu Magnesit, Chalcedon und Opal.
Serpentin ist temperaturbeständig, besonders Chrysotilasbest ist dafür bekannt. Bei den im Zementofen herrschenden Temperaturen von um die 1500°C zerfällt er trotzdem zu Forsterit und Enstatit. Es gibt darüber Patente. Auch Speckstein wandelt sich beim Glühen in Forsterit und Enstatit um. Das wußten schon steinzeitliche Handwerker: erst den weichen Stein schnitzen, dann im Feuer härten.
Zur Kaolinisierung in der Sammlung: Kaolinbildung aus z.B. Feldspäten benötigt Feuchtigkeit, die Abtragsraten in unserem mitteleuropäischen Klima liegen bei einigen hundertstel Millimetern pro Jahr. Und wenn man die Proben in der Sammlung nicht dauernd begießt, halten sie noch länger ...
Gruß
Grauwacke