Hallo,
In dieser Paragenese wäre Zink auch überhaupt nicht zu erwarten.
Man kann sich die sekundären Bildungen in einem Bergwerk anhand eines Redoxgleichgewichtes (elektrochem. Spannungsreihe) erklären. Es gibt dann edle Metalle (Cu,Ag,Au,Pt,Hg), welche die Tendenz haben, in gediegener Form oder in reichen Erzen aufzutreten, da ihre Ionen durch unedlere Metalle reduziert werden. Die unedleren Metalle (z.B. Pb,Zn,Fe) hingegen werden von edleren Metallen oxidiert.
Eine typische Reaktion, wie sie in Erzbergwerken auftritt (Zementkupfer auf Eisenschienen):
Fe(Metall) + Cu2+ = Cu(Metall) + Fe2+.
Nehmen wir jetzt ein Erz aus Galenit,Sphalerit und Chalkopyrit, so wird daraus eine Lösung von SO42--, Cu2+-, Fe2+- Fe3+-, Pb2+-, und Zn2+- Ionen entstehen. Während Fe, Pb und Zn in der Regel aus den Lösungen in der Oxidationszone sofort in Form der üblichen Sekundärminerale ausfallen, bleiben edle Metalle eher in der Lösung.
In der Nähe des Grundwasserspiegels (sog. Zementationszone) reichern sich Ag,Cu,Au an und fallen aus. Es entstehen bei Cu Cuprit, Kupfer und Chalkosin. Das ist genau die Paragenese des vorliegenden Stückes.
Zink wird also in anderen Stockwerken angereichert als Kupfer.
Habe einige Stücke von der Grube Clara, wo das Kupfer auch leicht gelblich angelaufen ist. Ist nicht so selten.
Au wäre möglich, glaube ich aber hier eher nicht.
Glück Auf!
Smoeller