Hallo,
Der geschilderte Sachverhalt bei Gold ist mir auch neu. Was ich aus dem Artikel entnehmen kann, ist eine Reduktion gelösten Goldes (als Kation) durch bakterielle Enzyme.
Das ist z.B. folgendermaßen:
Au3+ + 3 Elektronen = Au (Metall).
Normalerweise laufen derartige chem. Prozesse auch ohne Mithilfe von Mikroben ab. Man müsste nur einen Kupferstab in die Lösung halten. Gold würde abgeschieden, Kupfer gelöst.
Das gänzlich neue ist hier, dass es möglich ist, diesen Prozess auch mittels von Bakterien-Enzymen ablaufen zu lassen.
Diese Gruppe von Lebewesen steht übrigens den Bakterien nahe, gehört aber zu einer ursprünglicheren Gruppe von Einzellern, den Archaea. Diese stellen wohl die ältesten auf der Erde nachweisbaren Lebensformen dar und sind wohl schon kurz nach der Ursuppe vor ca. 3 Mrd. Jahren da gewesen.
Es gab übrigens im Winter einen interessanten Vortrag bei uns an der Uni Kiel über die Ätzung von Pyrit durch solche Archaea. Dieser Vorgang, der umgekehrt zu obigem Gold-Modell Pyrit zu Schwefelsäure + Eisenoxid oxidiert, dürfte trotz der Größe der Archaea Haldenbrände, Hangrutschungen in Braunkohlentagebaue und saure Grubenwässer zur Folge haben.
Schwefelbakterien stellen den Nährstoffproduzenten der Tiefsee dr. Sie nutzen den Schwefelwasserstoff der "Black smoker" zur Energieerzeugung. Von ihnen leben Röhrenwürmer und dann sogar Krebse und Fische.
Vor einigen Jahren diskutierte man die Bindung von Uran über solche Archaea aus Abraumhalden.
Glück Auf!
Smoeller