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Autor Thema: Kritik zu einer Mineralienbörse  (Gelesen 10633 mal)

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Offline grauerstar

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Kritik zu einer Mineralienbörse
« am: 07 Apr 08, 08:31 »
Hallo!

Ich möchte hier mal eine kurze Kritik zu einer Mineralienbörse schreiben, die ich am Sonntag besucht habe. Es sind die "Int. Schmuck- und Mineralientage" in Linz/Ö. Ich war vor zwei Jahren bereits dort und fand das Angebot damals in Ordnung. Gestern hingegen war ich sehr enttäuscht. Das Wort "Mineralien" sollte m.M.n. aus dem Namen gestrichen werden. Mehr als 90% des Angebots waren Schmuck- und Esoterikartikel. Wenn Stufen vorhanden waren, so sind dies meist Allerweltsminerale gewesen, und diese nicht mal in einer guten Ausbildeung (indische Zeolite, Ametyste aus Südamerika usw.). Nur drei Händler (Sammler) konnte ich ausmachen, die wirklich ein Mineralienangebot hatten. Leider waren diese unzufrieden, einer will im nächsten Jahr nicht mehr antreten.

plus: - kein Eintritt
          - internationale Aussteller (wie im Namen angekündigt)
          - große Auswahl an Schmuck (wie im Namen angekündigt)

minus: - kein wirkliches Angebot an Mineralien
              - viel Ramsch, der nix mit Mineralien/ Schmuck zu tun hatte (Seidentücher, Kinderbücher etc.)
             - einige behandelte Mineralien, die natürlich nicht als solche deklariert wurden (gebrannter Citrin, bestrahlter RQ)

Fazit: wer nicht erwartet Stufen für die Sammlung zu finden, der wird nicht enttäuscht sein. Sonst, naja, hat es wenigstens nix gekostet :)

Kater

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #1 am: 07 Apr 08, 10:18 »
Hallo grauerstar,

so ähnlich ist es auch in Berlin bei der Börse unterm Funkturm. Auch nur sehr wenig Händler die auch gutes Sammlermaterial haben zu vernünftigen Preisen. Ansonsten viel Schmuckkram und Sachen die eigentlich niemand braucht. Einige sind dann noch aus frenen Landen mit den "Topstufen" zu "Toppreisen".

Gruß

Kater

Haldenschreck

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #2 am: 07 Apr 08, 11:42 »
hallo,

eine schlimme entwicklung, die sich auf allen (!) börsen immer mehr abzeichnet.

haldenschreck

Kater

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #3 am: 07 Apr 08, 13:03 »
Hallo,

die Frage ist doch, wo soll die ganze Sache hinführen? Zum einen kann man natürlich sagen, selbst sameln. Nur ist dies für den ein oder anderen aus den verschiedensten Gründen nicht imer möglich.  Oder man hat eben das "Glück" zwei, drei Händler zu kennen die noch zu halbwegs vernünftigen Preisen Mineralien anbieten.


Gruß

Kater

Offline michaelh

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #4 am: 07 Apr 08, 13:17 »
Hallo Grauerstar,
ich besuche in Österreich nur mehr folgende Ausstellungen:
Wiener Stadthalle 2x/Jahr
Intermineralia Baden 2x/Jahr
Besonders kann ich dir die Ausstellung in Korneuburg empfehlen. Klein aber Fein!!! Aussteller sind meist österr. Sammler, die auch bereit sind über aktuelle Fundorte zu sprechen. Das Fachsimpeln macht dort wirklich Spaß.

Die von dir angeführte int. Schmuck und Mineralienmesse besuche ich schon seit ca. 2 Jahren nicht mehr. Die Ausstellung findet alle 1-2 Wochen an einem andern Ort in Österreich statt.  Dort wird nur mehr Ramsch angeboten >:( :'(

Andere Ausstellungen wie z.B.: Bramberg kenne ich leider noch nicht

Gruß

Michael

Offline geomueller

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #5 am: 07 Apr 08, 14:18 »
Hallo,

die Bramberger Börse kann ich nur empfehlen, ich war mal während meines Urlaubs dort. Eine reine Sammlerbörse und ausschließlich Material alpiner Fundpunkte. Nach der Börse lohnt sich dann noch ein Besuch im Museum Bramberg, top!!

Ich besuche nur noch reine Sammlerbörsen, die meist von Vereinen organisiert werden, die achten immer darauf das ein gesundes Verhältnis von Sammlern und Händlern gewahrt wird und vor allem kein Müll und Kram angeboten wird, alles andere ist rein kommerzorientiert und sammlerfeindlich! Nur um mir tolle Mineralien anzusehen die ich mir ohnehin nicht leisten kann brauche ich nicht nach München oder sonst wohin zu fahren, da kann ich auch in eines der diversen und sehr guten Mineralogischen Museen gehen!

Gruß Jürgen


Offline TKMineral

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #6 am: 07 Apr 08, 15:35 »
Hallo!

Zitat
eine schlimme entwicklung, die sich auf allen (!) börsen immer mehr abzeichnet.
das stimmt nicht ganz , es gibt noch einige wenige Sammlerbörsen wie die in Bonn-Dottendorf oder in Oberursel , zu letzterer sind als Austeller nur Sammler zugelassen und es gibt keinen Ramsch , Esoterik oder sonst so´n Kram, nur Mineralien & Fossilien von Sammler für Sammler.

Gruß

TK

Haldenschreck

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #7 am: 07 Apr 08, 16:00 »
Oder man hat eben das "Glück" zwei, drei Händler zu kennen die noch zu halbwegs vernünftigen Preisen Mineralien anbieten.

hallo,
meine erfahrung: wenn man schon nicht selbst sammeln kann, dann nicht beim händler kaufen, sondern bei einem sammler und/oder strahler (strahler sind für mich keine händler!) dort ist das preis-leistungsverhältnis ordentlich. auf den meisten börsen findet man kaum sammler.

haldenschreck

Offline Rock

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #8 am: 07 Apr 08, 16:30 »
hallo,

ich kenne die börsen bei Euch leider nicht.  von der namensgebung her sollte einem aber einleuchten, das man mit einem grossen schmucksortiment bei einer Int. Schmuck - und Mineralienbörse zu rechnen hat, zumal das wort schmuck vor mineralien (namensbezeichnend) steht.

die allgemeine problematik mit dem vielen schmuck auf den mineralienbörsen ist ja allen bekannt und oft diskutiert. den veranstaltern scheint das egal zu sein, hauptsache die kriegen ihre hallen vermietet.


grüsse

Offline loismin

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #9 am: 07 Apr 08, 16:40 »
Hallo

Zu diesem Thema hab ich schon mit vielen Vereinsvorsitzenden geredet und fast immer zur Antwort bekommen,
eine Börse muß für den Verein möglichst viel Geld bringen.
also möglichst groß und viele Aussteller.
Wenn sich die Vereine mal auf ihre Aufgaben besinnen würden könnten auch wieder mehrere Vereinsbörsen
stattfinden, wie in Traunstein wo nur Sammler aus dem Verein ausstellen und für 20 Euro den
Meter einen Stand bekommen.

Damit sind  für Sammler die Unkosten nicht so groß und man kann auch billiger verkaufen.
Allerdings gibts halt dann für die Frauen auch nicht so viel zu schauen, da der Schmuck komplett fehlt.
Dafür wird halt aber dann für die Kinder auch mal wieder eine Kleinigkeit gekauft und das ist halt dann eben
ein Mineral und nicht irgend ein Plastiktier oder Kaugummis oder so was.

Allerdings springt halt für den Verein dabei nicht so viel raus, grad halt daß die Unkosten gedeckt sind.
Aber muß ein Verein den immer großen Gewinn machen???
Für was denn  ??

Alles eine Nummer kleiner und ein bißchen zu den Anfängen zurückbesinnen wäre da manchmal schon gut !

Glaub ich wenigstens !


Loismin

Offline heli

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #10 am: 07 Apr 08, 17:19 »
Wenn ich mich nicht verzählt habe, war das in Linz eine der 36 (in Worten: sechsunddreißig) zweitägigen Veranstaltungen, die Hr. Zanaschka dieses Jahr veranstaltet.

Wenn wundert da noch das Angebot, wenn bekannt ist, dass durchwegs die gleichen Aussteller mit dabei sind. 

Offline michaelh

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #11 am: 08 Apr 08, 09:48 »
Wenn ich mich nicht verzählt habe, war das in Linz eine der 36 (in Worten: sechsunddreißig) zweitägigen Veranstaltungen, die Hr. Zanaschka dieses Jahr veranstaltet.

Genau diesen Veranstalter habe ich in meinem Beitrag gemeint. Habe mir nur erspart den Namen zu nennen.

Gruß

Michael

Offline Tobi

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #12 am: 08 Apr 08, 14:02 »
Ach ja, dieses Thema spricht mir aus dem Herzen. Ich war am Sonntag auf der - sonst immer von mir gelobten - Börse in Lollar und war entsetzt, wie schlecht das Angebot dort war! Das war das erste, wirklich das allererste Mal in meinem Leben, dass ich von einer Mineralienbörse nach Hause gekommen bin, ohne auch nur ein einziges Stück gekauft zu haben!

Problem 1: Das selbe Lied wie immer, es gibt immer mehr Esoterik- und Schmuckartikel, aber immer weniger Mineralien.

Problem 2: Für den "normalen" Sammler wie mich, der zwar einen gewissen Anspruch hat, aber das Geld nicht zum Fressen hat, gab es so gut wie nichts! Entweder gab es 08/15-Sachen für Kinder oder Anfänger, sprich Amethystdrusen und Bergkristalle aus Brasilien für 5 Euro, oder dann gleich Superstufen von über 300 Euro oder so, dazwischen nichts! Die letzten Jahre gab es immer ein Angebot aus tollen Calciten und Fluoriten aus dem In- und Ausland, das hatte sich jetzt komplett erledigt. Entweder Schrott oder Museumsstufen, aber nichts für das durchschnittliche Budget. Einfach nur armselig, wie mies selbst die eigentlich guten Börsen mittlerweile geworden sind.

Gruß

Haldenschreck

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #13 am: 08 Apr 08, 14:15 »
hallo,

denken wir diese problematik einmal brutal (und überzogen) weiter: sammelverbote in steinbrüchen, bergwerkshalden unter naturschutz, auf börsen nichts gescheites mehr, bei ebay o.ä. ist auch nicht das prickelnde, fernreisen teuer, geerbte sammlungen ohne fundortzettel ....

woher also die objekte der begierde zukünftig hernehmen? ob ich mit diesem hobby noch in die rentenzeit komme? momentan stapeln sich in meiner garage material aus fast 10 jahren sammlertätigkeit ... entweder ich strecke das material oder ich suche mir ein anderes hobby...  ::) :D

haldenschreck

Offline Tobi

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #14 am: 09 Apr 08, 09:03 »
hallo, denken wir diese problematik einmal brutal (und überzogen) weiter: sammelverbote in steinbrüchen, bergwerkshalden unter naturschutz, auf börsen nichts gescheites mehr, bei ebay o.ä. ist auch nicht das prickelnde, fernreisen teuer, geerbte sammlungen ohne fundortzettel ....

Das erklärt aber nicht, warum es - selbst auf einer kleinen Börse wie in Lollar - Superstufen gibt. Dort hatten diverse Händler Sachen, um die sich manches Museum reißen würde, z.B. Top-Calcite aus der Elmwood Mine, eine 30 cm große Stufe Fluorit aus der Rogerley Mine, Fluorite mit 12 cm Kantenlänge aus der Grube Clara, eine fußballgroße Stufe perfekter Aquamarine aus Pakistan usw. - doch auf diesen Sachen werden die meisten sitzen geblieben sein, denn der durchschnittliche Börsenbesucher zieht nicht einfach mal so 850 Euro aus der Tasche, um sich ein solches Museumsstück zu krallen. Tja, als Sammler internationaler Mineralien von Qualität kann man entweder im Lotto gewinnen oder es vergessen, das Angebot wird immer mieser. Komisch, früher ging das, ich hab mir selbst bei meinem relativ geringen Budget als Schüler, Zivi oder eben jetzt als Student immer ein paar nette Stufen auf Börsen holen können, die bezahlbar und dennoch was für's Auge waren. Jetzt bleibt nur noch die Wahl zwischen Anfänger- und Museumsstücken ...

Gruß