Hallo,
habe einige Stücke mit dem Bino angeschaut und jeweils Härte, Strichfarbe, Körnung, Magnetismus, Einbindung der Eisenoxide, Konkretionen und Farbzonierung der Stücke beurteilt.
Die Bildungen sind allesamt nicht anthropogen bzw. eben natürlich. Es liegen kein metallisches Eisen oder andere Verhüttungsrückstände vor, zumindest was die Sandsteinstücke anbelangt. Lediglich ein Stück ist Quarzit mit Kalk überzogen und mit Bitumenresten belegt, ein anderes ist Schlacke. Diese sind aber nicht dem Sandstein zuzuordnen.
Die Sandsteinstücke unterscheiden sich hinsichtlich Beimengung der Eisenoxide. Alle braunen Farben zeigen Limonit, der teilweise oberflächlich schwarz ist, wohl herausgewittertes Manganoxid (Braunit?), das vermutlich in geringen Mengen enthalten ist. Unter der Oberfläche aber immer braun. Diese Stücke sind nicht magnetisch, d. h. werden vom Dauermagnet nicht angezogen. Alle roten Stücke enthalten Hämatit, welcher die Quarzkörner umschließt, in Anreicherungen oberflächlich ebenfalls z. T. schwarz oder grau- metallisch ist. So ein Stück zeigt
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78526;image .
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78648;image zeigt eine Farbzonierung am Stück. Sowohl die Körner innen als auch Partikel der Randzone werden vom Magnet angezogen. Die Quarzkörner innen sind von rotem Mineral umhüllt und auch der Rand hat einen roten Strich. Der Rand hat sich lediglich unter Unwelteinflüssen verfärbt. Die Körner besitzen eine magnetische Anisotropie (in unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich stark magnetisch), nicht aber die Sandsteinstücke selbst. Daraus schließe ich, dass die Körner bzw. das sie umgebende Mineral schon vor der Sedimentation magnetisiert wurden, andernfalls würden die Magnetwirkungen der Körner zueinander parallel liegen.
Die Frage, woher nun der Magnetismus kommt (gemeint ist hier nur die Eigenschaft, vom gewöhnlichen Dauermagnet angezogen zu werden), würde ich so erklären: Hämatit ist grundsätzlich so schwach magnetisch, dass er vom Dauermagnet nicht angezogen wird. Es kann aber im Liefergebiet Magnetit zu Maghemit oxidiert worden sein und dieser ist magnetisch und liegt im Sediment, ggf. im Gemisch mit anderen Oxiden vor.
Auch ein gewisser Magnetitgehalt in Hämatit kann das Material magnetisch sein lassen. Weiter können Minerale wie Ilmenit, Ulvöspinell, Titanomagnetit oder Titanomaghemit im Sedimentgemisch vorliegen, die es magnetisch sein lassen können.
Große Körner ab 0,01 mm von diesen Mineralen liegen nicht vor, lediglich in einem Stück sind Ilmenit- ähnliche Kristalle zu erkennen.
Um die genaue Mineralzusammensetzung herauszufinden, wären Analysen erforderlich, z. B. gesteinsmagnetische Untersuchungen (mittels thermischer Entmagnetisierung) u.a.
Somit sind auch einige Hinweise zu
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15814.45.html gegeben:
Gruß
Uwe