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Autor Thema: magnetische Steinchen  (Gelesen 16120 mal)

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Offline minuwe

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #15 am: 04 Jan 09, 14:17 »
Was die Fundumstände betrifft muss man sagen, nur wenn das Material im natürlich gewachsenen Horizonten wie Gesteinsschichten auftritt ist es sicher natürlich, liegt es im Boden verstreut, kann es künstlich wie natürlich sein. Selbst im Abfall einer Gießerei kann natürliches Rohmaterial wie Magnetitsandstein neben Hämatit liegen und gemeinsam mit Schlacke und anderem in der Gegend z. Bsp. zum Auffüllen verwendet worden sein. Würde mal die Versuche machen. Wenn es Eisen ist, ist es mit Sicherheit ein Abfall der Produktion wie der angedeutete Gießereiabfall. In Form von Gußeisen (hoher C- Gehalt) allerdings auch zerbrechlich. Geht mal ein scharfes Bild einer frischen Bruchfläche?

Offline Uwe Kolitsch

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #16 am: 04 Jan 09, 16:14 »
Ich halte das zwar auch für anthropogen, aber will darauf hinweisen, dass Maghemit (magnetisches Fe2O3) in ähnlicher (Bohnerz-artiger) Ausbildung vorkommt, z.B. in NSW/Australien. Es sind allerdings immer nur mehr oder minder dünne, (violett-)schwarze Krusten, die einen nicht-Maghemit-Kern umhüllen.

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #17 am: 04 Jan 09, 18:23 »
Hallo,
bessere Bilder habe ich leider nicht.

Gruß Marie

Offline uwe

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #18 am: 04 Jan 09, 18:26 »
Derartige Eisenbildungen kommen auch als Adern im Sandstein der sächsichen Schweiz vor. Da die Stücke im Sandstein gefunden wurden, kann man schon von einer natürlichen Bildung ausgehen. Möglicherweise wurden hier eisenhaltige Sickerwässer in einem bestimmten Horizont des Sedimentes zu Eisen reduziert.

Uwe

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #19 am: 04 Jan 09, 18:34 »
hie habe ich noch ein paar Bilder von dem Lehm aus dem diese Steine sind
Gruß Marie

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #20 am: 14 Jan 09, 21:13 »
Hallo,

noch ein paar Bilder um das
menschlich oder natürlich ein zu grenzen.

Das eine Bild ist ein Lehmbatzen von dem Aushub
An den  Berg Aushub kann man eine Handvoll Magneten dran werfen, die bleiben hängen. Egal wo

Geht so was auch  wenns anthropogen ist?
Danke für mögliche Antworten
Marie

Offline minuwe

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #21 am: 15 Jan 09, 00:17 »
Schon von der sehr weiten und scheinbar wahllosen Verteilung über das Gebiet her scheint mir das Material natürlich zu sein. Kann mir nicht vorstellen, dass Verhüttungsrückstände überall in der Landschaft verteilt wurden, ausgenommen für Wegebau oder einzelne Baustellen. Werde mir die Proben genau anschauen und notfalls wird ein Profi herangezogen  ;)  interessant allemal.

Gruß
Uwe

Offline minuwe

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Re: magnetische Steinchen
« Antwort #22 am: 18 Jan 09, 18:40 »
Hallo,

habe einige Stücke mit dem Bino angeschaut und jeweils Härte, Strichfarbe, Körnung, Magnetismus, Einbindung der Eisenoxide, Konkretionen und Farbzonierung der Stücke beurteilt.
Die Bildungen sind allesamt nicht anthropogen bzw. eben natürlich. Es liegen kein metallisches Eisen oder andere Verhüttungsrückstände vor, zumindest was die Sandsteinstücke anbelangt. Lediglich ein Stück ist Quarzit mit Kalk überzogen und mit Bitumenresten belegt, ein anderes ist Schlacke. Diese sind aber nicht dem Sandstein zuzuordnen.
Die Sandsteinstücke unterscheiden sich hinsichtlich Beimengung der Eisenoxide. Alle braunen Farben zeigen Limonit, der teilweise oberflächlich schwarz ist, wohl herausgewittertes Manganoxid (Braunit?), das vermutlich in geringen Mengen enthalten ist. Unter der Oberfläche aber immer braun. Diese Stücke sind nicht magnetisch, d. h. werden vom Dauermagnet nicht angezogen. Alle roten Stücke enthalten Hämatit, welcher die Quarzkörner umschließt, in Anreicherungen oberflächlich ebenfalls z. T. schwarz oder grau- metallisch ist. So ein Stück zeigt http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78526;image . http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=19809.0;attach=78648;image zeigt eine Farbzonierung am Stück. Sowohl die Körner innen als auch Partikel der Randzone werden vom Magnet angezogen. Die Quarzkörner innen sind von rotem Mineral umhüllt und auch der Rand hat einen roten Strich. Der Rand hat sich lediglich unter Unwelteinflüssen verfärbt. Die Körner besitzen eine magnetische Anisotropie (in unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich stark magnetisch), nicht aber die Sandsteinstücke selbst. Daraus schließe ich, dass die Körner bzw. das sie umgebende Mineral schon vor der Sedimentation magnetisiert wurden, andernfalls würden die Magnetwirkungen der Körner zueinander parallel liegen.

Die Frage, woher nun der Magnetismus kommt (gemeint ist hier nur die Eigenschaft, vom gewöhnlichen Dauermagnet angezogen zu werden), würde ich so erklären: Hämatit ist grundsätzlich so schwach magnetisch, dass er vom Dauermagnet nicht angezogen wird. Es kann aber im Liefergebiet Magnetit zu Maghemit oxidiert worden sein und dieser ist magnetisch und liegt im Sediment, ggf. im Gemisch mit anderen Oxiden vor.
Auch ein gewisser Magnetitgehalt in Hämatit kann das Material magnetisch sein lassen. Weiter können Minerale wie Ilmenit, Ulvöspinell, Titanomagnetit oder Titanomaghemit im Sedimentgemisch vorliegen, die es magnetisch sein lassen können.

Große Körner ab 0,01 mm von diesen Mineralen liegen nicht vor, lediglich in einem Stück sind Ilmenit- ähnliche Kristalle zu erkennen.

Um die genaue Mineralzusammensetzung herauszufinden, wären Analysen erforderlich, z. B. gesteinsmagnetische Untersuchungen (mittels thermischer Entmagnetisierung) u.a.

Somit sind auch einige Hinweise zu http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15814.45.html gegeben:

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 18 Jan 09, 18:46 von minuwe »

 

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