Hallo,
danke für den Link - eine interessante Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch wenn schon zu Beginn des 1. Teils klar wird, dass der Autor mit dem Artikel vor allem sein eigenes Wunschdenken befriedigen will und deswegen Hinz und Kunz als Argument heranzieht und es am Ende gar kein anderes Ergebnis als das dargestellte geben kann...
Für Leser ohne tiefgründigen geologischen und planetologischen background ist die Argumentation schlüssig, logisch und bestechend. Sie zu widerlegen, würde eine seitenweise Exegese des Textes und eine Vorlesung in allgemeiner und Erdölgeologie sowie eine Einführung in das Sonnensystem erfordern.
Untersuchungen zur biogenen oder abiogenen Herkunft verschiedener Erdölvorkommen wurden bereits in den 1980-er Jahren von Shell und anderen Unternehmen durchgeführt, ganz besonders unter dem Eindruck der zunehmenden Sorge um die Verknappung der verfügbaren Reserven. Auch wurde gezielt nach abiogenen Lagerstätten (u. a. im Kristallin des skandinavischen Grundgebirges!) gesucht, ohne dass man fündig geworden wäre oder auch nur Indizien für die Möglichkeit der Existenz solcher Lagerstättentypen gefunden hätte. Teilweise standen hier enorme Investitionen einem stets negativen Resultat gegenüber.
Ähnlich wie die regelmäßig wiederkehrende Geschichte vom Auto, das mit Leitungswasser im Tank fährt, bedienen die "Erdöl-Kreationisten" (ich nenne sie mal so, weil sie ihre "Forschungen" so gestalten, dass das Ergebnis bei beliebiger Fakten-Ausgangslage jeweils immer in ihrem Sinne ausfällt) den von uns allen gehegten Wunsch, dass es mit dem erreichten Lebensstandard nie zu Ende gehen möge, und man möchte ihrer - zumal vordergründig wissenschaftlichen! - Argumentation nur zu gerne folgen. Allein, mir fehlt der Glaube!
Gruß,
Rainer