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Autor Thema: Radioaktive Mineralien  (Gelesen 48724 mal)

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Offline smoeller

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #15 am: 09 Sep 06, 23:04 »
Hallo,


Da kam nichts aus dem Osten, das meiste kam auf Frankreich.
Westdeutschland hätte seinen Bedarf durchaus selbst aus eigener Quelle decken können.

Allein die Lagerstätte Menzenschwand im Südschwarzwald umfasst gesicherte Vorräte von 300.000 t Uran (soviel wie die WISMUT in 50 Jahren in Sachsen förderte), allerdings galten im Westen Umweltschutz und Marktwirtschaft. Erz aus Frankreich war halt billiger, da wurde hier halt nicht abgebaut, aber es gab in den 50er-80er Jahren eine ebenso akribische Suche im Schwarzwald naqch Uranlagerstätten wie in der ehem. DDR. Man braucht sich nur die Berichte von WALENTA, WIMMENAUER, SCHÄDEL und KLUTH (um nur einige zu nennen), u.a. im AUFSCHLUSS anzuschauen.

In Wittichen wurden übrigens schon über 1 kg schwere Pechblenden auf der Halde gefunden.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Schluchti

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #16 am: 10 Sep 06, 11:05 »
Nein, da kam zu damaligen Zeiten garantiert nichts gezielt aus den sächsischen und thüringischen Lagerstätten durch den eisernen Vorhang. Und billiger als zu Weltmarktpreis hätte da mit Sicherheit auch keiner liefern können, selbst wenn man gewollt hätte.   

@smoeller:

300.000t sichere Vorräte Uran in Menzschenschwand? Da halte ich für extrem unwahrscheinlich. Nach meinen Informationen betrugen dort die gesicherten und prognostizierten Vorräte zusammen 6500t Uran. 300.000t sind möglicherweise die Vorräte an Uranerz. Insgesamt wurden dort in der gesamten Abbauzeit aus 100.000t Erz 720t Uran gewonnen.

http://www.frsw.de/geologie.htm#Uranabbau%20in%20Menzenschwand%20-%20Dokumentation
http://www.wise-uranium.org/umwd.html

Die Fördermengen der Wismut (es waren aber wohl nach meienr Erinnerung nicht so ganz 300.000t) sind dagegen reines Uranmetall, nicht nur Erz. Die größte Uranerzganglagerstätte in Europa war Niederschlema-Alberoda, wo allein rund 73.000 t Uranmetall gefördert wurden.  
 
« Letzte Änderung: 10 Sep 06, 11:15 von Schluchti »

Offline uwe

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #17 am: 10 Sep 06, 19:59 »
Narürlich hat der "Bergmeister" recht. Wir sollten aber unsere Freunde aus den alten Bundesländern etwas aufklären: SDAG ist die Abkürzung von "Sowjetisch Deutsche Aktiengesellschaft", wobei mir nie klar geworden ist, wieso Aktiengesellschaft.  "Kuxengesellschaft"  wäre wohl korekter. Da die Kux der Vorläufer der Aktie war - mit dem gleichen Spekulationspotential - so ist wohl eine Aktiengesellschaft das gleiche. Das Erz gehörte jedenfalls de facto der Sowjetunion und ist als strategischer Rohstoff in keinem Fall an die politischen Gegner geliefert worden. Außerdem benötigte die Sowjetische Rüstungsindustrie jedes Gramm selbst.

Glück Auf
Uwe

Offline Impaktus

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #18 am: 11 Sep 06, 01:17 »
Dank für die Info über die Vorräte!
Is ja interresant....
Ich dachte im Granit /Gneis wären es nur wenige ppm und Uran mehr in Ganggesteinen zu finden.
..und die dann nach Erosion im Burgsandstein an manchen Stellen konzentriert..
..habe aber zu diesem Thema nicht die Quellen,die Ihr habt...
..das war zugegebenrmaßen die einzige (wissenschaftliche) Arbeit bisher, wo ich über U was gelesen hab, da is man wahrlich noch kein experte.

@berthold:
ich würde mir Deinen Beitrag gerne durchlesen.
(falls Du ihn für das Forum geschrieben hast)

Das mit dem angeblichen billiger liefern stand natürlich nicht in dem Heft,
sondern ist eine Info, die ich hatte und die durchaus ein Gerücht sein kann
- da wird so manches gemunkelt über die Devisenbeschaffung der DDR.
Ich hab es aber reingeschrieben, weil ich Eure Reaktion sehen wollte.
...und die kam prompt....

daß Wismut Aue ein Fußballverein der DDR war, weiß ich auch,
ich habe die als Wessi aber immer für einen Betriebssportverein einer Berggesellschaft namens Wismut gehalten.
und drum Wismut Aue geschrieben.
Wußte nicht, daß die SDAG Wismut hieß.

Was mich vor ein paar Tagen erstaunte, war die Nachricht in den Medien, daß Vladimir Putin einen Uranliefervertrag mit Südafrika abschloß.
Ich dachte immer im Ural und andernorts müßten die das doch massenweise selber haben...

Gruß
Impaktus

Offline Jim

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #19 am: 12 Sep 06, 22:03 »
Ich danke euch schonmal für das rege Interesse, ich habe es nun endlich geschafft ein paar Fotos zu machen. Die ersten beiden sind von dem besagten Stück.

Und da ich noch viele weitere Stücke gefunden habe denen ich eine gewisse radioaktivität zutrauen würde wollte ich euch auch von denen  Bilder geben. Ich hoffe Ihr könnt sie zuordnen. Die Bilder sind nicht besonders gut geworden.

Stück 1. recht fest und hart.




Und hier weitere Stücke:

2.


3.

4.


5.

6.

7.

8.


9. sehr bröselig



Ich habe mal eine Karte daneben gelegt, um sich besser eine Vorstellung von der Größe zu machen zu können. (Hatte gerade nichts anderes in der Hand)

Sind Stücke davon als gefährlich einzustufen?

Offline Erik

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #20 am: 12 Sep 06, 22:20 »
Stück 1 ist schwer zu erkennen - irgendein Erz..Galenit/Sphalerit evtl
2 ist sicher Galenit
3 ist Pyrit
4 ist Olivin
5 denke das ist Pyrit mit Hämatit (?) (Elba?)
6 Biotit? Läßt sich nicht gut erkennen..
7 Muscovit
8 Goethit
9 keine Ahnung, irgendein Erz, sieht aber harmlos aus..

M.E. ist da nichts dabei worüber Du Dir Gedanken machen müsstest ;)

Gruß, Erik

Offline Waidler

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #21 am: 13 Sep 06, 09:08 »
Seh ich auch so ... würde aber die Funde eher nach Nordbayern schieben, das Material paßt nicht so recht in den Bayerwald ... aber  ???.

Zur Radioaktivität allgemein:

Ich erschrecke mich immer wieder welche Strahlenbelastung so mancher Sammler Zeit seines Lebens gehortet hat! Einmal mußte gar behördlich durchgegriffen werden, aber dies ist immer der Ausnahmefall. Sammlelleidenschaft kann schon mal übertrieben werden, ja, man glaubt es kaum. Aber für was sitzt man auf "blasiger" Pechblende? Warum? Testzwecke für den Fall, daß die Heizung ausfällt? Schon klar ... .
Ich für meinen Teil sammle Uran/Uranglimmer gar nicht - sieht zwar gut aus und gefällt mir - nur nicht bei mir im Haus! Ich habe einen einfachen Detektor immer im Rucksack dabei und wenns ich mal dahin fahre, wos so was gibt, hab ich eine gute Sonde mit einem verlängertem "Arm" parat. Sicher ist Sicher ... ich kann mich noch an den Tag erinnern, wo Kinder mit Pechblende von der Halde (Marienschacht/Wölsendorf) dahergekommen sind! SO WAS IST NICHT MEHR LUSTIG!

Ich habe mein Haus mittels einer passiver Diffusionskammer nachmessen lassen und einen Wert von 64 Bq/m3 erhalten. Da dies deutlich unterhalb der 100 Bq/m3-Schwelle der WHO liegt, sehe ich mich hierbei in meiner Verhaltensweise bestätigt!

Weitere Info zur Messung: www.altrac.de


Waidler

Offline Krizu

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #22 am: 13 Sep 06, 09:18 »
Hallo,

Zitat
Daß es heute noch Uran im Bayerwald gibt ist wohl wirklich eher unwahrscheinlich, es entstammt Gestein, das dort heute längst wegerodiert ist und die dort anstehenden Granite und Gneise sind sicher keine Quelle.


Übrigens sind ausgerechnet die Granite häufig Träger von Uranmineralien.


Hallo,

kann ich voll und ganz bestätigen. Auf imho 200mm2 meines Treppengranits fand ich 46 thoriumhaltige Kristalle. Uran war zwar nicht vertreten, aber Th ist auch nicht schlecht.

MfG

Frank

Offline Bergmeister

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #23 am: 13 Sep 06, 10:56 »
Es ist absolut die richtige Entscheidung keine Uranmineralien zu sammeln wenn man nicht bereit ist sich dem eventuellen Risiko einer erhöhten Strahlenbelastung auszusetzen. Soweit gehe ich als Sammler dieser Mineralien ja noch mit. Eine "Ächtung"oder "Verteufelung", meist aus Unwissenheit heraus oder durch die Energiepolitik der Regierung (und deren Vorgängern!) manipuliert, ist jedoch völlig übertrieben. Unter dem Bett wird das Blasenerz wohl in den wenigsten Fällen aufbewahrt. ??? Ein sensibler Umgang ist hier natürlich schon das oberste Gebot. Besonders lachhaft ist es ja auf Börsen, wenn Leute voller Schreck gleich einen Meter zurückspringen wenn sie auf dem Tisch eines Ausstellers ein aktives Stückchen sehen. Man sollte sich statt dessen lieber mal über die Belastung, infolge der erhöhten kosmischen Strahlung, bei einem ganz normalen Linienflug Gedanken machen die in 10.000 Metern Höhe das 20-fache und mehr als auf der Erdoberfläche beträgt. Übrigens, Radioaktivität - natürlich nur in minimalen Radon-Dosen - ist neuerdings auch wieder als Heilmittel anerkannt und entsprechende Kuren werden zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrosen, Hautkrankheiten, Allergien, neurologischen Erkrankungen u.a. verordnet. Radon wird eine regulierende und stimulierende Wirkung auf den Stoffwechsel, das Immunsystem und innersekretorische Prozesse zugeschrieben.

Glück Auf!

Offline McSchuerf

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #24 am: 13 Sep 06, 11:53 »
Dem zuletzt Geschriebenen kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Gruß Peter

Offline Krizu

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #25 am: 13 Sep 06, 12:07 »
Hallo,

meines Wissens gibt es zur Zeit keinen wissenschaftlichen Nachweis zum Verlauf sogenannter stochastischer Schäden im niedrigen Dosisbereich.

zu gut detusch:
Kein Mensch weiss, ob niedriege Strahlenmengen ganz geringe Schäden verursachen, die die Selbstheilung fördern.
Oder die Krebsrate linear von hohen Dosen auf Null runter geht...
Oder die Krebsrate von null erstmal nach oben schnellt, um dann linear weiter zu steigen...


Ja, ich habe ein kleines Stück Pechblende in eienr verklebten Dose im Schrank.
Ja, ich habe thoriumhaltigen Granit als Treppe bewusst gekauft und auf die Zinnstein:Blei Variante verzichtet.
Ja, ich habe einen Betonkeller
Nein, ich esse keine Paranüsse
Nein, ich würde die radonhaltiges Wasser trinken
Nein, ich würde nicht mit der Flex Schalenblende polieren

MfG

Frank





Offline Jim

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #26 am: 13 Sep 06, 16:09 »
Seh ich auch so ... würde aber die Funde eher nach Nordbayern schieben, das Material paßt nicht so recht in den Bayerwald ... aber  ???.

Das bezog sich nur auf das erste Stück, also ich bin auch der Ansicht das ich mich so wenig wie möglich Radioaktiver Strahlung aussetzen möchte. Wenn ich numal in 10.000 Metern Höhe fliege dann tue ich das bewusst, und auch nicht jeden Tag, genauso wenn ich mal eine Zigarette rauche, oder mit meinem Handy an meinem Kopf telefoniere.

Das alles tue ich aber bewußt und in Maßen. Das ist etwas anderes als wenn ich nicht weiß ob mir etwas evtl. Schaden zufügt geschweige denn das ich weiß wieviel Schaden.

Aus diesem Grund halte ich es einfach für unötig solche Mineralien zu sammeln, sicher sind sie faszinierend. Und wenn einige davon gesammelt werden um sie anderen zu zeigen, wenn sie sicher aufbewahrt werden um sie zu fotografieren... aber das ist etwas anderes als sich im Keller einen Bleivertäfelten Strahlenschutzraum einzurichten  ;)

Aber ich möchte keine Diskussion darüber beginnen, mich Interessiert hauptsächlich die Sammlung auf dem Dachboden.

Offline Robin

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #27 am: 13 Sep 06, 16:56 »
Das alles tue ich aber bewußt und in Maßen. Das ist etwas anderes als wenn ich nicht weiß ob mir etwas evtl. Schaden zufügt geschweige denn das ich weiß wieviel Schaden.

Radioaktive Mineralien kann man auch bewußt und in Maßen sammeln ;)
Es gibt im Internet, Bücher, Magazines usw. genugend Infos um zu lernen wie man "safe" solche Sachen sammeln kann.
Wegen Unwissen es grundsätzlich nicht machen find ich ein bißchen zu einfach ;D
Aber gut, soll jeder so machen wie er will, hauptsache man fühlt sich dabei wohl und es macht Spaß!

Gruß Robin
« Letzte Änderung: 13 Sep 06, 19:26 von Robin »

Offline uwe

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #28 am: 13 Sep 06, 19:52 »
Robin hat es auf den Punkt gebracht.

Allerdings sind mir Leute, die so viel Edelmut wie Jim für sich in Anspruch nehmen irgendwie unheimlich. Tja Jim, wwas glaubst Du denn wieviel Schanden Du anderen zufügst ohne es zu wissen, auch wenn Du keine radioaktiven Minerale sammelst ?

Im übrigen ist die ganze Mineraliensammelei unnötig. Wir machens aber doch zu unserer Freude.

Außerdem sind viele Mineralien radioaktiv, auch wenn kein U in der Formel zu finden ist.

Also Leute, bevor eine kritische Menge die zu einer Kettenreaktion führt im Keller ist, könnt Ihr  noch viel sammeln  ;).

Glück Auf
Uwe

Offline Jim

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #29 am: 13 Sep 06, 20:13 »
Allerdings sind mir Leute, die so viel Edelmut wie Jim für sich in Anspruch nehmen irgendwie unheimlich. Tja Jim, wwas glaubst Du denn wieviel Schanden Du anderen zufügst ohne es zu wissen, auch wenn Du keine radioaktiven Minerale sammelst ?

Ich hoffe so wenig wie möglich, aber wie kommst Du darauf? Nein, ich bin ein Mensch der jede Gefahr meidet "solange er sie nicht einschätzen kann." Das heißt nicht das ich Radioaktivität im allgemeinen verteufele. Im Gegenteil, ich bin z.B für den Betrieb von AKW`s in Deutschland.
Und wenn ich mich in ein Auto setze weiß ich das ich bei einem Unfall hops gehen kann... Aber ich kann es einschätzen denke ich. Bei Urangestein kann ich das (aus Unwissenheit) nicht. Deshalb ist es mir unheimlich. Ich wollte hier keinem Sammler der so etwas mit Leidenschaft sammelt auf die Füße treten.
Wenn man für sich beschließt das man damit sorgfältig umgeht ist es ja ok. Nur habe ich einfach schiss davor.. das gebe ich ja zu  ;)

In Ordnung, also die von mir fotografierten Stücke sind definitiv "nicht radioaktiv"? Das Problem liegt wohl eher darin das ich jetzt keine Ruhe finden werde bis ich abolut sicher bin.