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Autor Thema: seltsame Verwitterungs-Strukturen  (Gelesen 5677 mal)

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Offline berthold

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seltsame Verwitterungs-Strukturen
« am: 08 Sep 06, 14:45 »
Hallo,

in einigen Gebieten bei uns hier in der Oberpfalz (z.B. Raum Püchersreuth) gibt es seltsame Verwitterungsformen. Da entstehen aus Redwitziten und (feinkörnigen) Graniten rundliche "Wollsäcke". Das kennt man ja. Nur hier von eigenartigen, unregelmäßigen Leisten / Stegen überzogen. Das würde ich ja vestehen, wenn da z.B. Quarzgänchen wären, aber hier kann ich nichts finden, der komplette Block scheint innerlich homogen.

Ich suche nun nach Erklärungen (Literatur ?) über diese auffällige Erscheinung.

Gruß

Berthold

Offline berthold

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #1 am: 08 Sep 06, 14:46 »
noch ein Bild:

Offline berthold

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #2 am: 08 Sep 06, 14:47 »
...und noch eine Bild.

Offline spotts

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #3 am: 11 Sep 06, 08:57 »
Hallo berthold,
beim ersten und dritten Bild würde ich doch auf Quarz, ggf. Calcit tippen.
Gruss
Spotts  8)

Offline berthold

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #4 am: 11 Sep 06, 09:17 »
Hallo Spotts,

zumindest makroskopisch ist nichts festzustellen. Ich habe mal so einen Brocken (natürlich keinen so schönen) zerlegt und mit der Lupe angesehen: Nichts. Nicht mal ein Unterschied in Form, Größe, Farbe oder Ausrichtrung der Kristallite.

Gruß

Berthold

Offline grauwacke

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #5 am: 11 Sep 06, 10:19 »
Hallo Berthold,
das sieht doch sehr nach kleinen Gängen aus, die weniger stark verwittern als die Umgebung. Wenn die Gänge schon nicht überwiegend aus einem härteren Mineral (Quarz) bestehen, dann kann es an der Korngröße (Aplitgänge) oder vielleicht an winzigen Körnern zementierender Mineralen liegen.  Ich denke da an Greisengänge mit Anreicherungen von Quarz und Topas (ggf. mit Zinnwaldit und Cassiterit). Gibt es bei Euch Zinnstein?

Gruß

Grauwacke

Offline berthold

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #6 am: 11 Sep 06, 10:48 »
Hallo Grauwacke,

Aplit- oder Quarzgänge sind es definitiv nicht. Der Redwitzit (Strukturen auch im Granit !) ist ausgesprochen homogen und mineralarm. Keine Klüfte, keine Einschlüsse, keine Drusen. So ein "Wulst" ist 2-5 cm breit und nach meinen Überlegungen müsste ein Aplit- oder Quarzband -wenn es denn Ursache wäre - ja auch so einen ähnliche Breite haben. Aber wie gesagt: Nichts.

Zinnstein gibt es in diesem Gebiet nicht.

Gruß

Berthold

Offline geomueller

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #7 am: 11 Sep 06, 19:50 »
Hallo Berthold,

irgendeinen Unterschied zwischen den Wülsten und dem sie umgebenden Gestein muß es aber geben, wenn so nichts zu erkennen ist würde ich es mal mit einem Anschliff versuchen oder vielleicht sogar einen Dünnschliff, da ist oft viel mehr zu erkennen.

So wie es aussieht handelt es für mich doch um Klüfte oder Haarrisse die ev. mit einer Kieselsäurehaltigen Lösung durchströmt wurden und dadurch einen geringfügigen Härteunterschied bewirkt haben. Durch die Kieselsäure können die "ehemaligen" Klüfte durchaus wieder verheilt sein.

Auf jeden Fall eine interessante Sache über die es sich lohnt mal näher nachzudenken.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 11 Sep 06, 19:52 von geomueller »

Offline geomueller

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #8 am: 11 Sep 06, 19:58 »
Noch mal ich,

habe mir die Bilder noch einmal genau angesehen und bin nun überzeugt das es sich doch um Klüfte oder "ehemalige" Klüfte handelt. Man erkennt Parallelstrukturen bzw, das für Granite typische K- bzw. L-Kluftsystem, was das vorher geschriebene erhärtet.

Gruß Jürgen

Offline Krizu

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #9 am: 12 Sep 06, 08:26 »
Hallo,

ist zwar vielleicht auch Ahnungslosigkeit eine dumme Antwort:
Ich hatte mal einen Sandstein für Aquarien, einen sogenannten Pagodenstein, zur Analyse. In dem Becken starb ein Fisch nach dem Anderen.

Mikroskopisch (REM/EDX) war nicths zu erkennen, ausser AlPo4-Verbindugen . Aber die XRD ergab Baryt in grossen Mengen.

Vielleicht so etwas?

MfG

Frank

Offline uwe

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #10 am: 12 Sep 06, 08:53 »
Es könnte ja sein, daß die Brocken im Laufe der Zeit verschieden weit aus der Erde geschaut haben - eventuell wurden sie auch durch äußere Einflüsse gedreht. Möglicherweise waren dann an der Erdoberfläche bestimmte Bedingungen, die die Verwitterung dort gebremst haben. Anders kann ich mir vor allem die gekreuzten Linen des ersten Bildes nicht erklären.

Glück Auf
Uwe

Offline berthold

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #11 am: 12 Sep 06, 09:06 »
Hallo,

vielen Dank für Euere Antworten.

hmm, Mikrorisse verheilt durch Quarz oder ein anderes Mineral - das wäre ein guter Ansatz. Und ja, die Idee mit Dünnschliffen hatte ich auch schon. Ich wollte nur das Rad nicht nochmal erfinden - ich könnte mir gut vorstellen dass sowas schon mal untersucht worden ist (hier oder anderswo).

@Frank: Die Fische durch Baryt gestorben  :o Mir ist bekannt, dass man Grubenwasser aus einer Grube im Flußspat-Baryt (Reichhart-Schacht) in großem Umfang für Fischzucht/Hälterung (Speisefische der TEVO) hergenommen hat. Probleme sind mir da nicht bekannt geworden.

@Uwe: Ich kann mir irgendwie keinen Mechanismus für Verwitterung vorstellen, der zu solchen Wülsten führt. Ich vermnute also eher "innere" Ursachen.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #12 am: 12 Sep 06, 09:22 »
Hallo,

es war nicht das Baryt. Ich hatte eher die Phosphat-Verbindugnen als wasserlösliche Komponenten in Verdacht. Zumindest war das der Hinweis, der zum Entfernen des Steins geführt hat.


MfG

Frank

Offline giantcrystal

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #13 am: 12 Sep 06, 11:35 »
Ich schliesse mich Geomuellers Betrachtungen an.

Vermutlich reicht bereits eine minimale Verkieselung (oder eine ähnliche Mineralisation mit einem härteren Mineral - wie wäre es mit einer minimalen Topas - isierung ?) entlang der Kluftbahnen, damit diese bei der Verwitterung etwas mehr Resistenz zeigen. Möglicherweise noch nicht enmal im Dünnschliff zu erkennen, aber vermutlich mit Mikrosonde

Glück Auf

Thomas

Offline uwe

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Re: seltsame Verwitterungs-Strukturen
« Antwort #14 am: 12 Sep 06, 15:12 »
Die Verwitterung wird möglicherweise nicht die Wülste erzeugt haben.  Jedoch - die Steine scheinen eine hellere Verwitterungskruste zu haben. Ist diese Kruste an den Wülsten stärker als an den konkaven Stellen ?

An verheilte Mikrorisse glaube ich nicht, den die Wülste erscheinen mir wie die Ränder einer durchgehenden Scheibe oder Schicht.

Treten diese Erscheinungen nur an einzelnen Felsbrocken auf oder auch schon am kompakten Fels ?

Glück Auf
Uwe

 

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