https://fossilsworldwide.de/https://www.mineral-bosse.dehttps://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/

Autor Thema: Unbekannt aus Jakutien  (Gelesen 6663 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Unbekannt aus Jakutien
« am: 11 Sep 06, 12:34 »
Hi! :)

In der Matrix einer Stufe mit Perlialith vom Murun-Massiv, Chara-Fluß, Davan, Torgo-Becken, Aldan Schild, Jakutien, Ostsibirien

habe ich unter LW-UV leuchtend oranges, derbes Material gefunden, das unter Tageslicht absolut unscheinbar grau ist und unter KW-UV keinerlei Fluoreszenz zeigt.

Weiß jemand, was das ist?

Viele Grüße

Torben

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #1 am: 11 Sep 06, 19:42 »
Hallo Torben,

das unter LW-UV leuchtend orangene Mineral..sah das ungefähr vom Farbton her so aus?  ;)

http://www.mindat.org/photos/0324422001145043775.jpg

Bild zeigt Grumantit von Lovozero unter LW-UV .. aus Mindat.org...

...hier mein Grumantit bei Tageslicht (nicht besonders auffällig - so wie von Dir geschildert.. :D

http://www.mindat.org/photos/0133901001144346467.jpg

In Mindat.org wird zwar kein Grumantit von Murun erwähnt aber Perlialith gibt es ja auch von der Halbinsel Kola und weshalb dann nicht auch Grumantite von Murun (?). Ich forsche mal weiter und untersuche meinen Perlialith und Grumantit von Kola nochmal genauer...

..die Frage ist natürlich, ob eine Paragenese von Perlialith mit Grumantit überhaupt möglich wäre..

Ich würde Dein Stück aber auf jeden Fall mal für die Röntgenanalyse bereit halten (XRD und ggf EDX/EDS).

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 13 Sep 06, 17:55 von slugslayer »

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #2 am: 11 Sep 06, 21:24 »
Hallo Peter!

Der Farbton trifft es ziemlich genau, ja  :D Ich würde es beschreiben mit dem Neonorange, daß man mit Textmarkern normalerweise erzielt. Leider kann meine Kamera keine Farben unter UV aufnehmen, weiß der Geier warum. Selbst bei extremer Belichtung und 1 cm von der (sonst abgedunkelten) UV-Röhre nichts. Auch mit schwacher Hintergrundbeleuchtung kein Ergebnis, obwohl es fürs Auge ganz hell und sichtbar ist  ???

Ich habe den fraglichen Bereich mal aufgenommen. Rechts im Bild scheint noch etwas Perlialith dabei zu sein und dort fluoreszeiert nichts. Die linke Hälfte leuchtet deutlich.

Würde eine Analyse denn lohnen, wenn es Grumantit ist? Ich habe leider keine Ahnung, welche Kosten auf einen zukommen, wenn man sie in Auftrag gibt, aber damals in der Firma kam kaum eine Auftragsanalyse unter 100 € durch.
Bei uns in der Uni stellen die sich leider für private Röntgenbestimmungen kathegorisch quer...

Gruß

Torben

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #3 am: 11 Sep 06, 22:34 »
Hallo,

Denke, dass es sich bei den seltenen Mineralien lohnen dürfte. Allerdings könnte man mit einer reinen Röntgen-Pulverdiffraktometrie (XRD) schnell an die Bestimmungsgrenze geraten. Man wird sehr viele Minerale bekommen, die ähnliche Diffraktogramme haben. Besser ist sicher, XRD und EDX zu kombinieren. EDX ist allerdings das wirklich teurere.

Es gib bestimmt Fachleute hier im Forum, die solche Analysen machen können. XRD könnte ich auch bei uns an der Uni Kiel durchführen, muss aber noch genauer nachfragen. Im Moment geht das nicht so gut, weil die Professorenstelle im Moment noch unbesetzt ist. Zudem habe ich genug eigene und von Bekannten zugesandte Proben, die erst dran müssen.

Würde auch mal an Sodalith-Minerale denken. Die fluoreszieren auch orangerot.

Glück Auf!
Smoeller

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #4 am: 12 Sep 06, 12:31 »
Hallo Torben,

also der Günter Blaß aus Eschweiler (Mitglied in diesem Forum) verlangt pro Probe für EDX+XRD zusammen nur 25 €. Daher lasse ich meine Analysen schon seit Jahren nur von ihm durchführen.

Ein Gerüstsilikat wie der Sodalith, da stimme ich smoeller durchaus zu, kann auch ursächlich für die rotorangene Fluoreszenz sein.

Gruß Peter


Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #5 am: 12 Sep 06, 21:00 »
Hallo Peter!

Na, das klingt ja auf jeden Fall noch bezahlbar für den Privatmenschen  ;)
Ärgerlich wirds dann ja nur, wenn man etwas recht häufiges nachgewiesen bekommt (Quarz, Calcit oder so).
Solche Analysen werden aber generell nur im fraglichen Bereich gemacht, oder?
Wäre natürlich prima, wenn der Perlialith in einem Schwung auch noch einmal bestätigt wird  ;D
Also die Frage ist: Wird nach Stufe oder nach Fragestellung abgerechnet?

Mein Sodalith aus Litchfield, Maine, USA leuchtet unter LW-UV nur ganz schwach grünlich-weiß. Und zwar an den Stellen, die nur schwach blau gefärbt sind. ???

Gruß

Torben

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #6 am: 13 Sep 06, 11:38 »
Zitat
Solche Analysen werden aber generell nur im fraglichen Bereich gemacht, oder?

Hallo Torben,

also was analysiert werden soll, bestimmt ja immer der Sammler selbst (und sicher ist dann auch immer die jeweilige Identität des betreffenden Minerals fraglich).. :)

Am besten mit einem Pfeil die genaue Stelle kennzeichnen (es sei denn es handelt sich um einen Splitter oder bereits einen Krümel); Vermutungen abgeben um dem Analysten zu helfen bzw. 'das Problem' weiter einzukreisen.

Eine Mikrosonde (WDX/WDS) gibt es noch; die dürfte aber sehr viel kostspieliger sein (habe darum auch noch nie gebeten); die Mikrosonde baut dann auf der Analyse der Wellenlängen auf.
 XRD+EDX ist aber am besten für uns Sammler und unseren Geldbeutel geeignet. :)

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 13 Sep 06, 11:43 von McSchuerf »

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #7 am: 13 Sep 06, 11:42 »
..übrigens steht in der Lapisausgabe 12/96 ein interessanter Artikel von Thomas Raber zur Mineralbestimmung per REM und EDX-Analyse drin (Seiten 21-25)...sollte man sich nicht entgehen lassen..sehr aufschlussreich dargestellter Artikel!

Gruß Peter

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #8 am: 13 Sep 06, 17:26 »
Ok, dann werde ich mir die Stufe mal in die Gedanken meiner "zu analysieren" Liste setzen  :)
Im Moment muß ich leider jeden Pfennig zweimal umdrehen, aber wenn ich besser dastehe, werde ich das mal in Angriff nehmen!
Ich habe ja auch noch meine Reihe von Agarditen von verschiedensten Fundstellen, bei denen das dominierende SEE rausfinden muß. Gibt es eine Methode, bei denen das ohne viel Aufwand geklärt werden kann? Also quasi nur die Kationen bestimmen?
Zur Lapis habe ich ohne weiteres leider gar keinen Zugang  :-\

Gruß

Torben

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #9 am: 14 Sep 06, 12:35 »
Hallo Torben,

zu den SEE ....ohne viel Aufwand sicher nicht aber befrage mal am besten die Analysten hier im Forum selbst (z.B. Uwe Kolitsch, etc.)

Gruß Peter  :)

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #10 am: 14 Sep 06, 12:55 »
Ok, danke  :)

Torben

Offline stollentroll

  • ***
  • Beiträge: 344
    • Die Homepage vom Stollentroll - Mineralogie, Bergbau, Prähistorie
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #11 am: 14 Sep 06, 13:31 »
Nur die SEE analysieren hat keinen Sinn, denn da würde man z.B. das Ca nicht mit messen. Viele vermeintliche "Agardite" haben aber Ca > SEE und sind in Wirklichkeit Zalesiit .....

Glück Auf
der Stollentroll

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #12 am: 14 Sep 06, 18:05 »
Naja, dann korrigiere ich mich:
Kationen bestimmen ;) Das wäre bei dem einen oder anderen meiner Zeolithe auch sehr von Interesse. Zumal mein vermeintlicher Zalesiit höchstwahrscheinlich auch keiner ist...

Torben

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #13 am: 24 Sep 06, 15:38 »
Hallo,

Nach der geltenden Nomenklatur gilt in der Mixitgruppe, zu der der Mixit im eigentlichen Sinne mit Bi,Cu als Kationen, der Zalesiit (Ca,Cu) und die Agardite mit REE+Cu zählen, folgendes: Die Benennung erfolgt nach dem Kation (Bi,Ca oder REE), dessen Gehalt die Summe der übrigen Kationen in Mischkristallen überwiegt.

So würde man ein Mineral mit 52 % Y, 20 % Ce, 20 % Ca und 8 % Bi als Agardit-(Y) bezeichnen.

Dafür braucht man dann schon eine quantitative Analyse, das könnte dann gut eine WDX mit der Mikrosonde sein. Das ist dann wirklich teuer.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Torben

  • ***
  • Beiträge: 332
Re: Unbekannt aus Jakutien
« Antwort #14 am: 25 Sep 06, 15:11 »
Du willst also sagen, ich sollte zusehen, daß ich jemanden finde, der das freundschaftlich gegen einen kleinen Obulus macht  ;D, oder mich in gutem Glauben an die Fundorte halten, bei denen man bei der Zuordnung recht sicher sein kann!?

Andererseits ist eine genaue Angabe möglicherweise ohnehin nicht so eminent wichtig, wenn man sich an Rudy Tschernichs Kommentar über die Unterscheidung von Heulandit und Klinoptilolith hält...

Apropos: Wieder zurück aus dem Schwarzwald?  :) Wie wars?

Torben

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge