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Autor Thema: Mineralienreinigung mit Aceton  (Gelesen 3981 mal)

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Offline franksch

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Mineralienreinigung mit Aceton
« am: 27 Sep 06, 12:24 »
Hallo,
ich habe ein paar ältere Clara-Stufen bekommen. Alles schön eingedost, wie üblich. Jedoch hat im Laufe der Jahre der Kitt, der wohl recht fetthaltig ist, die gesamte Stufe mit Fett durchtränkt, sodaß der Lavendulan und seine Matrix einen hässlichen Fettglanz hat. Ich habe vor, meine fettigen Stufen mit Aceton zu reinigen (ca. 2 Tage darin einlegen, damit das Fett auf im Inneren der Stufe gelöst wird). Hat jemand Erfahrung mit dieser Art der Reinigung? Gibt es irgendwelche Mineralien, die derartige Behandlung nicht oder weniger gut vertragen? Oder gibt es erfolgreiche Reinigungen auf andere Art? Danke für Euer feedback!

Mit schönen Grüßen aus Berlin
Frank Sch.

Offline Krizu

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Re: Mineralienreinigung mit Aceton
« Antwort #1 am: 27 Sep 06, 12:28 »
Hallo,

das Problem dürften die Verdunstungsreste auf der Stufe sein. Dein Aceton wird wohl kaum Suprapur sein  ;)

Ich schlage folgende Behandlung vor:
- lagern in Aceton
-  kurzes Waschen in neuem Aceton
- jetzt nicht das Aceton trockenen lassen! An keiner Stelle!
- sofort in Isopropanol. Das Aceton wird durch das saubere Isopropanaol ersetzt
- jetzt der Transport - wieder ohne Trocknung - in destilliertes Wasser

Jetzt kannst du die Stufe rausnehmen und hast keine Schleier auf dem Kristall.

MfG

Frank

Offline franksch

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Re: Mineralienreinigung mit Aceton
« Antwort #2 am: 28 Sep 06, 06:54 »
Hallo Frank,
vielen Dank für Deine detaillierte Antwort. Ein zweites Säubern in einem noch sauberen Aceton-Bad hab ich mit schon fast gedacht. Dann werde ich mir noch Isopropanol besorgen. Wie lange soll denn die Stufe im Isopropanol liegen? Oder reicht ein Abspülen/Ausspülen in der Lösung? Ich werde von den Ergebnissen berichten.

Schöne Grüße aus Berlin
Frank Sch.

Offline Krizu

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Re: Mineralienreinigung mit Aceton
« Antwort #3 am: 28 Sep 06, 09:02 »
Hallo,

du musst im Prinzip das Aceton - auch aus den Ritzen - durch Isopropanol ersetzten. Also lege es lieber etwas ein.

Das Problem mit dem Aceton ist, dass es meistens einen Schleier hinterläßt. Das siehst du schon beim Tropfen auf dem Glas beim eintrocknen.

Wenn Du dreckiges Aceton mit Wasser verdünnst, fallen oftmals unlösliche/schlecht lösliche Verbindugnen aus. Das vermeidest du durc hden Ersatz mit Isopropanol.

BTW:
mit der Vorschrift werden Wafer gereinigt  ;) Für die Elektronenmikroskope ist das Verfahren auch nicht schlecht  ;D Aehm die Proben für die EMs

MfG

Frank


Offline Kilo

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Re: Mineralienreinigung mit Aceton
« Antwort #4 am: 29 Sep 06, 12:20 »
Oje Frank, da ist Dir wohl das gleiche passiert, womit ich 2004 hier meinen einstand gegeben habe. Ich hab die Reinigung mit Benzin hingekriegt. Aber Vorsicht: Cuprit-XX haben sich in was grünes umgewandelt. Zum Glück kein Spitzenstück! Das benzin hab ich mit einer Injektionsnadel auf die befallenen Stellen aufgetragen und das Fett damit sozusagen "abgespült". Das hat auch (bis auf den Cuprit) soweit funktioniert. Danach hab ich die MMs mit Heißkleber wieder eingedost.

Hier steht was zu dem Problem Ölpest:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,1698.msg41631.html#msg41631

Viel Erfolg!
Gruß Kilo

Offline franksch

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Re: Mineralienreinigung mit Aceton
« Antwort #5 am: 02 Oct 06, 06:57 »
Hallo an alle Interessierten dieser Probleme;
die von Krizu vorgeschlagene Behandlung

- lagern in Aceton
-  kurzes Waschen in neuem Aceton
- jetzt nicht das Aceton trockenen lassen! An keiner Stelle!
- sofort in Isopropanol. Das Aceton wird durch das saubere Isopropanol ersetzt
- jetzt der Transport - wieder ohne Trocknung - in destilliertes Wasser

kann als erfolgreich getestet weiterempfohlen werden. Die "Teststufen" Langit und Lavendulan sind von dem fettigen Schleier gereinigt. Hierzu nochmals ein Danke an Frank.
An Kilo: Ich habe eine Reinigung mit Aceton der von Benzin vorgezogen, da Aceton aggressiver fettlösend ist. Desweiteren hab ich die Stufen komplett eingelegt und nicht punktuell behandelt. Ich befürchtete, da die Stufen ja voll fettdurchzogen waren, das der Fettglanz in kurzer Zeit wieder durchkommt.  Ich werde die "Teststufen" von Zeit zu Zeit mal wieder daraufhin daraufhin anschauen.
Viele Gruße aus Berlin
franksch

 

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