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Elementanteile anhand der Formel bestimmen ?

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Stefan:
Eine Auswertung kann max. nach der Gewichtung der Elemente zueinander erfolgen.

Ich dachte daran eine Festlegung treffen zu können, welches Mineral zu welchem Prozentsatz ein Element enthält um danach eine Gewichtung der Anzeige zu bekommen.

Ein Anwender Sucht nach "Calcium Kohlestoff Sauerstoff" dann soll aus den möglichen Mineralien das mit dem höchsten Calciumanteil ganz oben stehen. Wahrscheinlich ist dies eh überflüssig und bringt nur sehr selten etwas.

Falls sich jemand in der Lage sieht eine Prozedur zur Auswertung einer Formel zu liefern und mir mitteilt, welche Werte noch bei den Elementen mit anggeben werden müssen um die Berechnung durchzuführen, dann gut. Wenn nicht, dann lassen wir das, da die Priorität eher niedrig angesiedelt ist. Für "Nice to have" werde ich nicht zuviel Zeit investieren.

Gruß Stefan

smoeller:
Hallo,

Würde sagen, dass es bei den zahlreichen Möglichkeiten der Mischkristallbildung in der Natur besser ist, dieses Programm zu lassen. So etwas wäre eine Mammutaufgabe, an der selbst studierte Mineralienkenner scheitern dürften. Zudem herrscht selbst in der Literatur meist ziemliches Chaos. Jeder hat andere Daten.
Allein die IMA-Amphibol-Nomenklatur in ein Programm zu überführen, mit dem man aus einer EDX einen Mineralnamen innerhalb der Gruppe bestimmen kann, sehe ich als ziemlich aussichtslos an. Man müsste so viele Parameter und Verhältnisse von Ionen/Baugruppen zueinander haben, dass es einfach nur unmöglich ist, das zu programmieren.

Mir fällt im Moment keine Möglichkeit ein, das ganze in ein Programm zu überführen, das im Routinebetrieb des Mineralienatlas ausführbar wäre.

Für Calcit (Stefans Beispiel) oder Quarz wäre das sicher mit Excel möglich, ebenso wohl noch mit einfachen Sulfiden, Oxiden, Carbonaten. Sobald man es aber mit komplexeren Phosphaten und Silikaten zu tun bekommt, ist das zu wenig.

@berthold: Das mit den Granaten (A3B2(SiO4)3ist wirklich ein Problem. Alle Granate in denen der Almandin-Anteil größer als 50 % ist (xFe auf A > 0,5 und xAl auf B > 0,5) sind Almandin. In der Natur tritt hier eine solche Varianz auf, dass durchaus 20-30 % Mg (Pyrop) drin sein können. Das kann man nicht so einfach in die Berechnung übernehmen, es kann sich immer auch um Ca-Mg-Silikate wie Pyroxene handeln. Wenn, dann müsste man auf charakteristische Verhältnisse wie das Verhältnis A:B:SiO4 zurückgreifen. Allein diese sind charakteristisch für die Zuordnung zur Granatgruppe. Die weitere Zuordnung ergäbe sich aus der Besetzuung der Plätze A und B mit zwei- und dreiwertigen Kationen.

Von meinem Standpunkt aus würde ich es lassen. Zu komplex und so nicht durchführbar.

Glück Auf!
Smoeller   

stollentroll:
Hallo Smoeller,
es ist nicht aussichtslos bei den Amphibolen, aber tatsächlich sehr kompliziert. Ich habe für die Amphibole selber mal so ein Programm gebastelt, das aus Mikrosondenanalysen die Formel ausrechnet und den Mineralnamen bestimmt, nach der IMA-Amphibol-Nomenklatur. Es berücksichtigt sogar das Fe2+/Fe3+-Problem, man kann z.B. angeben, dass alles Fe als Fe2+ oder als Fe3+ oder dass beide zu je 50% vorhanden sind und danach die Formel ausrechnen lassen und den Namen bestimmen lassen. Es macht auch darauf aufmerksam, wenn die Kationenverteilung auf die einzelnen Positionen problematisch ist, z.B. weil die Analyse schlecht ist, das Amphibol zersetzt ist oder es sich garnicht um ein Amphibol handelt.
Das Programm funktioniert, allerdings würde ich kein zweites Mal soetwas basteln wollen.

Wie schon gesagt, das große Problem bei einem Programm für alle Minerale dürften Mischkristallbildungen sein. Hier dürfte es in der Tat kaum möglich sein, alles zu berücksichtigen und die Folge dürften öfter mal Fehlidentifizierungen sein.
Bei dem genannten Beispiel Granat ist das Feld für Almandin (oder ein anderes Mineral) noch weiter. Die 50 % gelten bei nur zwei beteiligten Komponenten. Wenn man einen Mischkristall mit drei Komponenten hat, z.B. mit 34 % Almandin-, 33% Pyrop- und 33% Spessartin-Anteil, handelt es sich um einen Almandin. Wenn man in einem Programm nur die ideale Zusammensetzung berücksichtigt, würde man soetwas niemals als Almandin identifizieren.

Hier kann ich Smoeller nur zustimmen, es ist eine uferlose Geschichte.

Sinnvoller ist dan vielleicht ein Programm, das aus Analysen eine Formel berechnet und hier flexible Möglichkeiten bietet, um z.B. auf bestimmte Anionen oder Kationenzahlen berechnen kann, so dass man etwas rumprobieren und verschiedene Varianten für sinnvolle Formeln testen kann.

Glück Auf
der Stollentroll

Stefan:
Die Suche nach Elementen ist nun implementiert. Man muss derzeit noch die Elementnamen nach denen man sucht in das Suchfeld eintragen.

Vielleicht kommt mal ein PSE zum auswählen, aber das fällt wieder unter die Kategorie nice to have.

Den Rest mit gewichtung etc. lasse ich außen vor.

Gruß Stefan

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