Lieber rejmar,
meiner Meinung nach handelt es sich bei Deinem Badenium-Fund weder um einen Gastropoden noch um einen Cephalopoden, sondern möglicherweise um einen "Kalkröhrenwurm" (Serpulidae). Da würde die Größe passen, die zeitliche Eingruppierung und auch die Gestalt, da es unter den Serpulidae eine Unterfamilie Spirorbinae gibt, die mehrere Gattungen schneckenförmig aufgerollter Vertreter haben. Zur ersten groben Orientierung für alle Wirbellosen (jedenfalls, sofern man nicht die komplette "Treatise"-Reihe im Schrank stehen hat)

finde ich das "Lehrbuch der Paläozoologie" von Arno Hermann Müller noch sehr gut, in diesem Fall Band II Teil 1 (Protozoa - Mollusca 1). Ich habe davon die 3. Auflage (Gustav Fischer Verlag Jena, 1980), es soll aber auch eine 4. Auflage gegeben haben, die etwa um 1993 erschienen ist. In der 3. Auflage finden sich die Serpulidae auf den Seiten 430 bis 445. Von den Spirorbinae sind dort 3 Gattungen angegeben (Spirorbis, Neomicrorbis und Rotularia, wobei Rotularia wohl entfällt, weil die Gattung im Eozän ausgestorben sein soll). Spirorbis hat noch rezente Vertreter, so den "Posthörnchenwurm" (Spirorbis spirorbis). Die Abbildungen zeigen leider nur kreidezeitliche Vertreter, vor allem aus der Schreibkreide von Rügen. War zu DDR-Zeiten wohl besser zu erreichen als das Tertiär Österreichs.

In dem Kapitel über die Serpuliden gibt es übrigens auch eine Tabelle, die "Unterschiede in der Struktur der verschiedenen Schalenschichten bei den Serpulidae und Gastropoda" erläutert - auch Fachleuten ist also die Ähnlichkeit einiger Vertreter beider Tiergruppen aufgefallen.
Über die tertiären Serpuliden Österreichs könnte ein von Müller erwähntes Werk weiterhelfen, das im Literaturverzeichnis zu den Würmern (Stamm Vermes) folgendermaßen zitiert ist:
"Schmidt, W. J.: Die tertiären Würmer Österreichs. - Denkschr. Österr. Akad. wiss., math.-nat. Kl.
109, 7. Abh., 121 S., 8 Taf., Wien 1955. - Darin umfassende Bibliographie.
Das kriegt man vielleicht über Fernleihe.
Alles Gute
von Bryozoenfreund