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Lapis kontra Internet

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aca:
Hallo,


--- Zitat von: raritätenjäger am 03 Feb 07, 12:32 ---So ein ganz, ganz klitzekleines Bisschen kann ich die Leutchen schon verstehen.

--- Ende Zitat ---

Ich nicht!
(geht natürlich nicht gegen Dich, Andreas  ;)  )

Ich verstehe nicht, wie die Leute auf diesen "Konkurrenztrip" kommen.

Man beklagt sich ja oft über schwindende Zahlen in den Vereinen und mangelnden Nachwuchs.
Meines Erachtens hat die Attraktivität eines Hobbies auch viel damit zu tun, ob Informationen leicht zugänglich sind.
Man kann zu seinen Fossilien, Mineralien, Schmetterlingen oder was immer  nun mal nur eine Beziehung aufbauen,
wenn man was darüber weiß.

Und da ziehen dann alle an einem Seil.
Es ist ja nicht so, dass der Weise Verlag Brötchen verkauft. 
 Bei den richtigen Sammlern (und wer sonst kauft Lapis?) ist das doch so:
Wenn ich z.B. eine "Mineralienwelt" mit einem Artikel über die Mineralien im Steinbruch xy besitze und es
erscheint ein Artikel mit gleicher Thematik in der Lapis, hole ich mir die Lapis dann auch.
Die Vielfalt im Angebot führt nicht zu einem Völlegefühl, ich wenigstens kann tatsächlich gar nicht genug kriegen.

Zu dem Angriff auf Internet-Foren:
Ein solches Forum erfüllt einen ganz eigenen Zweck.
Will man bei Lapis etwa eine kostenlose Hotline für eilige Fragen einrichten?
Dass dann in den Foren auch irgendwelche "Poser" auftauchen, lässt sich in einem offenen Gemeinwesen leider nicht mit vertretbaren Aufwand verhindern.

Niemand wird leugnen, dass die Erstellung eines Artikels mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, das wissen auch Leute, die sich ernsthaft um die Bereitstellung von Information im Internet bemühen, seien es Experten oder Laien wie ich.
Ich sitze durchaus manchmal 2-3 Monate an einer einzelnen (!) Seite, im Schnitt 3-4 Stunden täglich, und versuche das Thema auch selbst umfánglich zu erfassen, und d.h. auch dazu gehört auch, dass man seine eigenen Standpunkte hinterfragt und recherchiert. Dass man mir dabei z.B. "bei der Arbeit zusehen" kann, weil das ganze online ist, betrachte ich aus Sicht des Surfers nicht unbedingt als schlecht, solange man auf die Unvollständigkeit hinweist.
Aber ich lasse mir nicht pauschal unterstellen, dass ich schlecht recherchiere oder verantwortungslos irgendwas auf die Seite setze, oder keine Quellen angebe. Da gab es in Lapis schon ganz andere Artikel, wo mir tatsächlich der Hut hochgegangen ist, weil diese einfachsten wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügen (ich bin zwar kein Mineraloge, aber Dr.rer.nat. - da hat man schon gewisse Ansprüche an die Konsistenz der gebotenen Argumente). Was hat da das hochkarätige Beraterteam genutzt?

Der Mineralien/Fossilienatlas ist eine echte Bereicherung und hat bestimmt nicht zum Schwund in den Vereinen oder zu eventuell rückläufigen Verkaufszahlen beigetragen. Man erkennt deutlich, dass man einen hohen Anspruch verfolgt. Es stört überhaupt nicht, dass es "work in progress" ist.

Säuerlich
Amir



smoeller:
Hallo,

Das haut nun wirklich dem Fass den Boden raus.

Meiner Meinung nach sollen diese Sammlerzeitschriften weiter für viel Geld Hochglanzbilder drucken und einem mit Artikeln zu irgendwelchen erloschenen oder schwer zugänglichen Gruben oder Fundorten im afrikanischen Regenwald, wo eh kaum jemand mit normalen Mitteln je hinkommt, den Mund wässrig machen.

Es ist sicher ganz interessant, wenn man mal etwas zu einer Fundstelle lesen möchte, aber ich für meinen Teil kann diese Hochglanzbilder bald nicht mehr sehen.

Und die Zeitschrift Lapis ist in meinen Augen nicht besser als eine Bildzeitung. In der Mineralien-Welt, die ich seit 1994 lese, werden wenigstens alle Mineralarten einer Fundstelle beschrieben. In der Lapis pickt man sich hingegen das spektakulärste raus und erwähnt den Rest, der einen selbst auf der Halde sammelnden Sammler interessiert, einfach unter den Tisch fallen. Artikellänge? Da sollte man mal weniger in Lobgesang auf historische Stufen verfallen (früher war ja eh alles besser) und darauf achten, auch dem Normalsammler was interessantes anzubieten.

Das Lapis-Sonderheft zur Grube Clara war ein solcher Bilderbogen. Da wird man mit Stufen geködert (perfekte Silberstufe auf dem Titelbild, riesige Baryte u.a.), die ein normaler Sammler niemals erwerben kann. Dann überall nur Beschreibungen, was für schöne und große Stufen wer wann gefunden hat. Was interessiert dies aber den normalen Sammler, der nicht 1000 EUR auf der hohen Kante hat und nur Hilfe bei der Bestimmung einiger mehr oder minder schöner Eigenfunde erhofft. Hatte mir als Clara-Sammler seinerzeit das Heft selbstverständlich geholt und war total enttäuscht. Später dann kam das Aufschluss-Sonderheft. Das war wesentlich besser und beschreibt wenigstens mal alle Minerale. Aber das Heft ist halt auch in der Auswahl und Anzahl der Fotos und der Länge der Beschreibungen beschränkt. Zudem ist es nicht mehr aktuell, was die neuesten Funde anbelangt.

Hier kommt nun das Internet ins Spiel. Selbst wenn ein Artikel möglicherweise nicht immer fehlerfrei und vollständig ist, so ergeben sich hier neue Möglichkeiten. Wenn etwas fehlerhaft ist, kann ein Experte dies später korrigieren. Ebenso lassen sich neue Funde oder neue Entwicklungen (Sammelerlaubnis, Verbotsschilder, Grubenschließung) im Artikel verändern. Es entsteht ein "living file", ein sich stets weiterentwickelndes Dokument, an dem jeder mitarbeiten kann und soll. Vielleicht entsprechen nicht alle Fotos den Standards der großen Zeitschriften, aber auch davon leben diese Internetseiten. Nur, wenn man seine Fotos öffentlich zur Diskussion stellt, erhält man auch Anregungen, wie man sie besser macht.

Im Forum ist es ja gerade die Mischung aus Laien und Experten (verschiedener Fachrichtungen), von der das Forum lebt. Beide Seiten befruchten sich gegenseitig. Auch als Student der Mineralogie bin ich ja nicht auf allen Gebieten bewandert. Mich interessieren auch neue Ansätze, Denkanstöße und Fundstellenbeschreibungen, auch wenn es nicht gerade mein Fachgebiet ist, über das geredet wird.

Man ist in einer Gemeinschaft. Das ist es, was diese Redakteurew offenbar nicht verstehen können oder wollen. Jeder setzt seine Fähigkeiten ein, um der Gemeinschaft zu helfen. Wenn jemand halt ein Mineral nicht bestimmen kann oder der andere Probleme beim Schleifen eines Achates hat, so gibt es sicher andere, die ihm jetzt helfen, wenn er die Hilfe sucht und nicht, wenn der Leserservice es für passend hält. Auch kann man hier mal Stücke aus aktuellen Neufunden vorstellen, ohne dass diese bunt, groß und sensationell sind. In den Augen eines Lokalsammler kann ein bräunlicher Klecks auf grauem Quarz halt wichtiger sein als ein 50 cm langer Bergkristall aus Namibia.

Solange die Sammlerzeitschriften es halt nicht raffen, dass die meisten Sammler schlicht und einfach Infos zu Fundstellen in ihren Interessengebieten und Abbildungen, anhand derer sie ihre Funde bestimmen können, suchen, werden sie wohl auch weiter Leser verlieren. Trage mich auch schon seit 3 Jahren mit dem Gedanken, die Mineralien-Welt abzubestellen.

Hier bekomme ich mehr Infos zu viel weniger Kosten und kann zudem an der Gestaltung der Seite mitwirken, ohne ein Jahr auf die Veröffentlichung zu warten. 

Sammler suchen zudem Kontakt. Sei es für Informationsaustausch, Kauf/Verkauf/Tausch von Stufen, Exkursionen. Auch das ist übers Internet wesentlich schneller und einfacher.

Mein Fazit: Das Internet siegt auf vollster Linie. Dagegen kann man das gedruckte Heft vergessen.

Ich erwehre mich hier auch noch einmal gegen den Vorwurf, hier würden Halbinformationen ohne Literaturangaben irgendwo abgeschrieben (bewusst überspitzt). Wenn diese Redakteure wüssten, wie lange die Internet-Autoren bei der Recherche zubringen. Wenn ich in der Regel nur 2-3 Tage pro Seite brauche, liegt das eher daran, dass ich die grundlegenden Informationen bereits im Kopf habe und nur die Fakten darüber hinaus noch weiter recherchiere. Auch sind die von mir beschriebenen Fundstellen solche, die ich bereits von eigenen Besuchen her kenne. Zu jeder Seite sind dann die Quellen angegeben.

Wenn die Redakteure die Quellen nicht finden können, mag das daran liegen, dass ihre Bibliothek nicht über die entsprechenden Bände verfügt.

Werde jedenfalls für jetzt und für alle Zeiten die Zeitschrift Lapis (bis auf jenes Clara-Heft, dass sowieso ganz unten liegt, und Kopien aus älteren Heften) aus meinem Bücherregal verbannen. Hoffe, dass folgendes einer von der Lapis-Redaktion mitliest: Der Silberbrünnle-Artikel in ihrer ach so gelobten Zeitschrift ist in meinen Augen der sinnloseste Artikel, den ich je in einer Zeitschrift gelesen habe.Warum sind da mal keine reißereischen Bilder von seltenen Mineralien drin?? Da schreibe ich lieber weiterhin für den Mineralienatlas, da brauche ich mich wenigstens nicht zu schämen.

Warum füllen wir das Forum mit sinnlosem Zeug? Weil wir ständig mit sinnlosem Zeug bombardiert werden. Foren wie dieses wären nicht nötig, wenn die Zeitschriften sich um ihre Zielgruppe kümmern würden. Wir leisten hier kostenlos und ehrenamtlich in unserer Freizeit mehr Dienst am Sammler als bezahlte Redakteure.

Glück Auf!
Smoeller
 

Glück Auf!
Smoeller
 

uwe:
Wie Smoeller bereits erwähnt hat, entfernte sich "Lapis" immer mehr von den wirklichen Interessengebieten der Sammler - gemeint sind die Feldsammler, die ihre Sammlungen zu einem beträchtlichen Teil selbst an den Fundorten zusammentragen. Auch die "Brieftaschensammler" sind natürlich Sammler. Wer genug in der Brieftasche hat, um die vorgestellten Stücke aus aller Welt zu kaufen, ist mit Lapis bestens bedient.

Lapis sollte sich aber zurückhalten die Sammler zu diffamieren, welche durch die eigene Redaktion vergrault wurden. Das irgend jemand in einem Forum die Interessen von Lapis verletzt hat konnte ich beim besten Willen nicht feststellen. Wenn über einen Fundort schlecht berichtet wurde, dann ist ein aktuellerer Bericht in einem Forum keine Urheberrechtsverletzung.

Gruß

Uwe

Harjo:
Na na na, meine Freunde :-\
Wozu diese diskussion?
Wenn einer ein magazine nicht gefallt kauft ers hallt nicht, wenn einer ein Forum nicht gefallt besucht er's nicht, klare sache fur mich, da gibt's doch gar nix zum ausdiskutieren, oder?
Ich liebe unser eingenes Strahlen.org und das Mineralienatles Forum sehr, das moge bekannt sein, aber Ich liebe es auch schone Bilder an zu schauen in Lapis, MineralienWelt, le regne mineral, the mineralogical record etc.
Lapis hat ofters artikel publizierd mit sehr gute Fundstellen information durch welche Ich gute Funde gemacht habe!
Es ist nicht nur Weitwegistan oder erschopfte Fundstellen, es gibt auch genugend aktuelle info.
Und es kan sein das es euch nicht gefallt was da im vorwort geschrieben worden ist, aber.....macht Ihr hier jetzt nicht genau dasselbe (generalisieren!)?

Gruss

Harjo (der weiterhin fur Lapis schreiben wird uber aktuelle Fundstellen!)

berthold:
Hallo,

wenn das falsch rübergekommen sein sollte: Ich kritisiere nicht Lapis, ich wende mich gegen dieses Vorwort mit diffamierenden Aussagen. Und Harjo (Gratualtion zu dem gelungenen Artikel über Calcit und Fluorit  aus Belgien!) hat natürlich Recht, wir sollten nicht generalisieren. Aber wehren sollten wir uns gegen solche unsachlinche Angriffe. Ich würde nur zu gerne wissen, welcher Teufel die Lapis-Leute da geritten hat, solch ein Statement in die Wet zu setzen. Ich habe da zwar eine Vermutung ...

Gruß
Berthold

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