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Autor Thema: Vulkanausbruch in der Eifel  (Gelesen 7068 mal)

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Offline TKMineral

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Vulkanausbruch in der Eifel
« am: 13 Feb 07, 21:48 »
Hallo!

Grade beim Start der Internetsitzung entdeckt:

http://onnachrichten.t-online.de/c/10/35/95/76/10359576.html

Interessantes Thema...auf der Startseite von T-Online wird aber schon etwas Panikmache gemacht: "Ausbruch binnen innerhalb weniger Monate möglich..."

Gruß

TK
« Letzte Änderung: 12 Mar 13, 23:28 von oliverOliver »

Offline schleifer

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #1 am: 13 Feb 07, 22:11 »
Hallo
also ich habe Verwandtschaft in der Eifel, aber denen ist nichts bekannt davon, weder per Lautsprecherwagen noch sonst irgend wie. Man kennt doch solche Szenarien, die irgendwelche Forscher, die entweder Geld brauchen oder mal in die Presse möchten zu genüge.
Die Eifel ist noch lange nicht der Yosemite National Park.
Robert

Offline giantcrystal

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #2 am: 13 Feb 07, 23:22 »
Katastrophen sind ja soooo modern... :P :P

Glück Auf

Thomas

Offline smoeller

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #3 am: 13 Feb 07, 23:43 »
Hallo,

Was der Autor  am Anfang in dem Artikel schreibt, entbehrt jeder wissenschaftlichen Betrachtungsweise. Auch was in den Zitaten des Geologen steht, ist bestenfalls aus dem Zusammenhang gerissen. Die Beschreibungen des Ausbruches des Laacher See-Vulkans vor 12900 Jahren indes scheinen mir richtig zu sein.

Aber: Niemand kann den Zeitpunkt von Vulkanausbrüchen festlegen. Es gibt Anzeichen wie Landhebung, Mikrobeben, Erdbebenmuster, Zunahme von Gasausstoß  und Veränderung von Gaszusammensetzungen. Das alles sind aber lediglich Warnzeichen, allenfalls Indikatoren für den Aufstieg von Magma, bedeuten aber noch keinesfalls die Notwendigkeit des Ausbruchs.

Und: Selbst, wenn Magma rasch aufsteigt, so ist damit noch lange nicht gesagt, dass es die Erdoberfläche erreicht oder dass es zu der zerstörerischen Vermischung mit Grundwasser kommt.

Es gibt indessen Warnzeichen in Deutschland: Veränderung der Gaszusammensetzung im Egergraben und im Vogtland (deutet auf hohen Anteil an Gasen aus dem Mantel hin, besonders über 3He-Messungen), Aufstieg von Magma in der Eifel geophysikalisch (seismische Tomographie am Üdersdorf-Plume) nachgewiesen. Aber keines der Zeichen weist auf einen unmittelbaren Ausbruch hin.

Glück Auf!
Smoeller
« Letzte Änderung: 14 Feb 07, 00:06 von smoeller »

Offline berthold

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #4 am: 14 Feb 07, 09:46 »
Hallo,

Zitat
Ein gewaltiger Knall lässt von Frankfurt am Main bis nach Köln Scheiben und Türen erzittern. In Bonn und Koblenz erblicken die Bewohner die Ursache des Lärms: Am Horizont steigt eine tiefrote Wolke auf, die Hügel der Eifel scheinen zu glühen. Dann prasseln Asche und Steine vom Himmel.

Unabhängig von aktuell beobachteten (oder eben nicht beobachteten) geologischen Gegebenheiten: Der (schlimmste) geschätzte Risikofaktor sagt ein Ausbruch in ca. 10.000-20.000 Jahren.  Kleine statistische Rechnung: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für 1 Jahr ? Richtig: 1:10000 bis 1:20000

Ohne handfeste aktuelle Messungen/Beobachtungen zu haben ist so eine Aussage wie "wenige Monate" reine Panikmache.

Gruß
Berthold

Offline Loddah

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #5 am: 14 Feb 07, 10:22 »
Hallo zusammen!

Als reine Panikmache würde ich das nicht abtun! In der Eifel gibt es tatsächlich Zyklen, in denen die Vulkane aktiv sind (wie lange diese Zyklen der Ruhephasen sind, habe ich aber im moment nicht parat). Ich weiß nur, dass wir kurz vor dem Eintritt in den nächsten Zyklus stehen. Wir haben das bei einer Exkursion in die Eifel erfahren...

Das Problem in der Geologie ist halt die Zeit. Wenn Geologen sagen: "Es ist morgen" dann kann das 1000 Jahre zurückliegen, tatsächlich morgen sein oder aber erst in 1000 Jahren statfinden. Ebenfalls eine Tatsache ist, dass es überall in der Eifel CO2-Quellen gibt, die nichts anderes als Magmaentgasungen darstellen.

Die Gefahr einer solchen Katastrophe ist auf jeden Fall da!

Natürlich ist der Artikel auf t-online etwas zu reißerisch beschrieben, aber welcher Journalist übertreibt nicht gerne?

Denkt mal drüber nach, ob ihr Eifeler nicht vielleicht doch umziehen wollt...

 ;D

Grüße,
Lothar

Offline berthold

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #6 am: 14 Feb 07, 10:37 »
Hallo,

Zitat
Denkt mal drüber nach, ob ihr Eifeler nicht vielleicht doch umziehen wollt...

..dann aber nicht nach NO-Bayern. Da haben wir ja ähnliches in der Zeitung gelesen. Die höchten 3H-Werte in Europa, der Vulkanausbruch steht unmittelbar bevor.   ;)

Aber im Ernst, die Risikoforscher z.B. bei den großen Rückversicheren rechnen da kein so hohes aktuelles Risiko wie hier in dem Artikel suggeriert wird. Ich bleibe dabei "Panikmache". Ist eben modern, siehe Meteoriten-Einschlags-Szenarien...

Gruß
Berthold

Offline joachimotto

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #7 am: 14 Feb 07, 18:57 »
Oder an den Rhein ziehen! So Basel, Lörrach oder so, das ist da nähmlich ziemlich Erdbebegefährdet. Nee, ich denke das man nirgendswo wirklich sicher ist. Das die Eifelvulkane irgendwann wieder ausbrechen können ist aber nichts neues. Und das es auch anderswo möglich ist ist auch nicht neu. Hier in der nähe bei Bad Urach könnte es auch einen Vulkanausbruch geben. Und halt Erdbeben, vor allem in der  Zollernalb.
Naja, man muss halt damit leben. Bisher haben wir mit solchen Katastrophen ja viel Glück gehabt, aber möglich ist viel. Aber wenn die Vulkanausbrüche wirklich so kurz bevorstehen, dann würde man das wohl merken. Es gibt viele Warnzeichen. Die Magma ist auch nicht urplötzlich da. Man wird nur da überrascht wo man nicht darauf achtet.

Offline geomueller

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #8 am: 14 Feb 07, 21:03 »
Denkt mal drüber nach, ob ihr Eifeler nicht vielleicht doch umziehen wollt...

In Sachsen gibt es jede Menge freien Wohnraum (Bevölkerungsschwund) und gute Mineralfundstellen ;), also umsiedeln nach Sachsen ;D ;D

Hier gibt es nur paar Schwarmbeben, und die sind ungefährlich 8) ;)

Gru? Geomueller

Offline Luminiszenz

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #9 am: 15 Feb 07, 18:45 »


Panikmache???  Hat denn schonmal jemand den Vulkanpark in der Eifel besucht? Da kann man sich umfangreich informieren, das die Presse dieses Thema aufgegriffen hat wurde nur durch den Roman zu dieser Katastrophe verursacht.

Erdgeschichtlich gesehen war der letzte Ausbruch heute vormittag, und morgen kann es weitergehen...
Die Vulkanischen aktivitäten sind in der Gegend überall präsent, es gibt Geysire  (keine Ahnung wie man das schreibt) der Laacher See blubbert mit CO2 Bläschen am Südostufer, sehr lohnenedes Wanderziel! Und einige Seen frieren plötzlich im Winter nicht mehr zu, da hat das Wasser von heut auf morgen 15Grad im Winter!  Die Wissenschaftlichen Berichte die man im Netz findet haben da Hand und Fuß, mann darf nicht die Blödzeitung lesen...
Ansonsten schließ ich mich Schmöller an  - es tut sich was!

- vielleicht ja auch erst in 1000 Jahren.

P.S.  sitzte hier in Osnabrück auch aufn Vulkan    :o

Offline giantcrystal

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #10 am: 15 Feb 07, 18:52 »
Von heute auf morgen 15 Grad im Winter...wäre ja recht spektakulär - wo steht denn das geschrieben ?

Glück Auf

Thomas

Offline Krizu

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #11 am: 15 Feb 07, 19:09 »
P.S.  sitzte hier in Osnabrück auch aufn Vulkan    :o

Naja, bis Bramsche ist es noch ein Stück.

Aber der Quarz auf Calcit, die Ibbenbürener Fossillien in blau-gelb und das Anthrazit, die Belmer Schwarzkreide und noch so ein paar Nettigkeiten hast Du der Magmakammer zu verdanken.

aber war ncith auch eine Erdbebenhäufung in den 90zigern zwischen Os und Ms?

MfG

Frank

Offline berthold

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #12 am: 15 Feb 07, 19:54 »
Hallo,

Zitat
Erdgeschichtlich gesehen war der letzte Ausbruch heute vormittag, und morgen kann es weitergehen...

...schon, aber keine Panik, nicht weit von mir, genauer bei Neualbenreuth/Oberpfalz, dicht an der tschechisch-deutschen Grenze auf tschechischem Gebiet befindet sich der jüngste "Vulkan" Mitteleuropas, der Eisenbühl, ca. 6000 Jahre alt, der soll in historischer Zeit sogar noch "geraucht" haben. Dagegen ist der Eifel-Vulkanismus schon ein alter Hut  ;)

Ich habe noch von keinem Wissenschaftler die Aussage "wenige Monate" gehört, das ist -ich sag's nochmal- Panikmache.

Zu den "15° von heute auf morgen" hätte ich gerne Genaueres gewusst. Dass bestimmte Teiche (Seen ?) in diesem Winter nicht (oder nicht ganz) zugefroren sind kann ich schon bestätigen, allerdings liegt die Ursache m.M.n. nicht an vulkanischen Vorgängen (sondern am milden Winter).

Gruß
Berthold

Offline Luminiszenz

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #13 am: 16 Feb 07, 20:42 »


Naja, bis Bramsche ist es noch ein Stück.

Aber der Quarz auf Calcit, die Ibbenbürener Fossillien in blau-gelb und das Anthrazit, die Belmer Schwarzkreide und noch so ein paar Nettigkeiten hast Du der Magmakammer zu verdanken.

Jup, das stimmt, der Magmapfropfen steckt in 5km tiefe, Nettigkeiten gibts hier wirklich viele  ;D

aber war ncith auch eine Erdbebenhäufung in den 90zigern zwischen Os und Ms?

Jup, man hatte das versucht auf Berschäden zurückzuführen, die DSK hat aber das Gegenteil bewiesen, demnach drückt der Pfropfen wohl gelegentlich und das ganze drückt gegen die Osningüberschiebung etwas südlicher, habe 2001 selbst ein kleines Beben der Stärke 4 erlebt, das war garnicht mal so lustig   :-\

Der Warme See war ein Dorfteich irgendwo in einem kleinen Ort Nordwestlich Neuwied hatte einen Freund besucht der in Komblenz studierte und er berichtete von dem Pfänomen - das war allerdings ein kalter Winter, ob das nun wirklich 15 grad waren weiß ich nicht genau...

Offline montanpark

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Re: Vulkanausbruch in der Eifel
« Antwort #14 am: 17 Feb 07, 15:17 »
Was der Autor  am Anfang in dem Artikel schreibt, entbehrt jeder wissenschaftlichen Betrachtungsweise. Auch was in den Zitaten des Geologen steht, ist bestenfalls aus dem Zusammenhang gerissen. Die Beschreibungen des Ausbruches des Laacher See-Vulkans vor 12900 Jahren indes scheinen mir richtig zu sein.

.. das stimmt nicht so ganz .. die Recherchen zum Roman "Die Flucht der Ameisen" sind von zahlreichen Vulkanologen als sehr exakt akzeptiert. Und die Statements von Schmincke und Hinzen sind ja ebenfalls eher gleichlautend.
Fakt ist .. in der Eifel kann es jederzeit rumsen, das ist auch uns beim Geologischen Dienst RLP ziemlich klar. Und eigentlich ist der nächste Ausbruch längst überfällig  8) .. er hätte schon gewesen sein müssen. Deshalb ist eine Aussage wie etwa "binnen Monaten bis 10000 Jahren"  schlichtweg geologische Realität .. als Panikmache kann man das nicht bezeichnen - es ist einfach so. Es KANN .. es muss nicht passieren.

Der Kollege Schreiber hat übrigens eine interessante Theorie bezüglich Neotektonik und Ameisen ... wurde anfangs etwas belächelt (ich erinnere mich auf eine Jahrestagung der Oberrheinischen Geologischen Vereinigung vor wenigen Jahren), mittlerweile hat man wohl erkannt, dass das wohl doch fundiert ist.

Grüßle
Roger

 

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