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Autor Thema: Säubern von Fluorit  (Gelesen 30151 mal)

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Offline jkstar

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Re: Fluoritstufe reinigen WIE?
« Antwort #30 am: 16 Nov 10, 21:59 »
Es ist von einem Privatverkäufer der sonst nichts mit Mineralien zu tun hat, ich habe ihm aber eben ne Mail geschrieben, ich denke es ist ok...danke für den Tip

Offline uwe

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Re: Fluoritstufe reinigen WIE?
« Antwort #31 am: 17 Nov 10, 08:37 »
Als erste Maßnahme solltest Du die Stufe mal eine Zeit in mit Spülmittel versetztes Wasser legen. Danach kannst Du mit einer alten Zahnbürste ran gehen und versuchen, die braunen Beläge zu entfernen. Wenn es keinen Erfolg bringt ist der Belag limonitisch. Kannst es ja in diesem Fall mal mit Dithionit vrsuchen, wobei ich hier bis zum nächsten Frühjahr warten würde, denn diese Behandlung sollte wegen der Geruchsbelästigung im Freien und bei mindestens 20°C durchgeführt werden. Wenn die Kristalle allerdings von Hause aus bereits eine matte Oberfläche haben (was ich annehme) ist ein Glanz nicht zu erreichen, da die Oberflächen vermutlich bereits am Ort der Kristallisation angegriffen wurden.

Mit Säuren sollte man sehr zurückhaltend sein, denn hier reißt man oft mehr ein als gewünscht. Wenn überhaupt, dann die gewässerte Stufe in Salzsäure legen.

Uwe

Offline jkstar

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Re: Fluoritstufe reinigen WIE?
« Antwort #32 am: 17 Nov 10, 14:50 »
Danke für die hilfreiche Antwort !!!

Viele Grüße
Julian

Offline Adrian96

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Mineralienreinigung
« Antwort #33 am: 15 Aug 12, 13:20 »
Hallo !

Ich hab letztens wieder neue Fluoritoktaeder in Schönbrunn gefunden und wollte diese reinigen.
Der grobe Dreck ging gut runter mit einer Bürste, aber auf den Oktaedern befindet sich eine orange braune Schicht. die man nicht runter bekommt.
Gibt es da evtl. eine Säure oder ein Hausmittelchen das mir da weiterhilft ?
Oder bekommt man diese Schicht nicht runter ?

Wenn gewünscht, kann ich auch ein Bild knipsen. ;)

Würde mich sehr über Antworten freuen !

" Die ersten beiden Bilder sind "stark betroffen " von dem Belag, das letzte ist so wie es sein sollte. ;) "

mfg Adrian
« Letzte Änderung: 15 Aug 12, 13:37 von Adrian96 »

Offline felsenmammut

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #34 am: 15 Aug 12, 14:46 »
Glück Auf!

1. Vorschlag: Essigessenz aus dem Lebensmittelmarkt um die Ecke. Das entsprechende Stück entweder in einen verschließbaren Behälter oder im Freien in einen Behälter mit der Essigessenz einlegen und lange warten (wenigstens 2 Wochen, länger warten schadet nicht). Da der Geruch sehr unangenehm ist, ist der verschließbare Behälter dem nichtverschließbaren vorzuziehen. Ein sonniges Plätzchen kann die Reaktion etwas beschleunigen. Vorteil der Variante ist, dass die Essigessenz leicht zu beschaffen und zu entsorgen ist. Nachteil ist, dass es halt lange dauert und unter Umständen auch gar nichts passiert, da die Essigsäure nur schwach reagiert. Ansonsten kann man damit fast nichts falsch machen. Am Ende noch ein paar Tage in frisches Wasser legen oder ein paar Tage im Spühlkasten der Toilette deponieren.
2. Vorschlag: Entroster aus dem Baumarkt. Entsprechend der Bedienungsanleitung anwenden. Bei geringster Verdünnung ist der beste Reinigungseffekt zu erwarten. Vorteilhaft ist, dass es wahrscheinlich schneller geht als mit Essigessenz. Als Nachteil wäre die Entosorgung zu nennen (siehe Informationen auf dem Etikett). Da die Entroster zum Teil Farbstoffe enthalte, kann es passieren, dass diese auf der Stufe zurückbleiben. Das ist mir bisher aber noch nicht passiert. Am Ende wieder einige Tage in frisches Wasser legen, ggf mit einer basischen Seife oder einem Spühlmittel.
3. Vorschlag: Beim Imker des Vertrauens oder Apotheke oder anderweitig Oxalsäure beschaffen. Die Stufen in eine 0,1molare Oxalsäurelösung einlegen und das ganze wieder lange stehen lassen. 2 Wochen könnten durchaus notwendig sein. Zwischendurch aber immer mal nachschauen. Wenn sich die Lösung zitronengelb färbt, muss sie ausgewechselt werden, da man sonst Gefahr läuft schwerlösliche Niederschläge auf der Stufe vorzufinden, die nur mit härteren Methoden zu entfernen sind. Am Ende sollten die Stufen ruhig wieder einige Tage im frischen Wasser liegen, ggf. mit Seife oder Spühlmittel.
4. Vorschlag: Salzsäue z.B. aus dem Baumark beschaffen, die Stufen erst einen Tag in normales Wasser dann in der Salzsäure einlegen und einige Tage liegen lassen. Außer reinen Magnetit und kompakten Hämatit brutzelt die Salzsäure alle  Eisenoxidverbindungen runter. Salzsäure ist aber in der Handhabung nicht ungefährlich, da stark stechende, giftige Gase entweichen und auch der Hautkontakt ungesund ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass es oft schwer ist die Stufen nach der Behandlung wieder zu neutralisieren. Häufig sieht man bei unzureichender Neutraliserung nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten unschöne Ausblühungen auf der Stufe und auch die Nase weist einen noch auf die Salzsäurebehandlung hin. Der einzige Vorteil besteht darin, dass es recht schnell geht.
5. Vorschlag: Natriumdithionit: dazu dürfte hier im Forum schon einiges stehen

Es empfiehlt sich grundsätzlich die Stufen vor der Behandlung einige Zeit in normales Wasser einzulegen, damit sich die Poren mit Wasser und nicht mit reaktiven Säuren vollsaugen, die man dann im Nachhinein nur schwer wieder herausbekommt.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 15 Aug 12, 16:44 von felsenmammut »

Offline Walpurgin

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #35 am: 15 Aug 12, 15:14 »
Natriumdithonit und danach ein schönes Bad im Ultraschall.

Offline Krizu

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #36 am: 15 Aug 12, 15:24 »
Hallo,

einige Anmerkungen zu der guten Übersicht des Felsenmammuts:
zu 1.) Es geht auch Zitronensäure. Das sollte fast besser gehen, da der Komplex mit Fe besser löslich ist. Eine Brise Zink hilft bei der Reduktion (Tipp vom Sauerländer)
zu 3.) Immer dest. Wasser nehmen und sicher sein, dass kein Kalk auf dem Stück ist. Ca-Oxalat gibt weisse Niederschläge
zu 4.) HCl-Dämpfe sind nicht giftig und treten bei deutlich über 20%iger HCl detulich auf. Die sind ätzend und stechend riechend. HCl unter 5% ist nicht einmal ein Gefahrstoff! Der Hautkontakt ist durch die Fettschicht der Haut eher unangenehm als gefährlich.

Das Wässern vorher und das Ausblühen gilt für alle Anwendungen.

Mfg

Frank

Offline Adrian96

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #37 am: 15 Aug 12, 17:24 »
Vielen Dank für die umfangreichen Antworten !

Ich denke, dass ich die Sache mit der Zitronen bzw. Essigsäure mal ausprobiere.
Ich hab mal geschaut, die Zitronensäure gibts pulverförmig in Päckchen,- das muss man dann einfach mit Wasser lösen oder ?

Und das unschöne " Ausblühen" kann auch mit der Zitronen/Essig Variante passieren ?

Vielen Dank nochmal !

mfg Adrian

Offline felsenmammut

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #38 am: 15 Aug 12, 18:47 »
Glück Auf!

Bei der Essigsäure hatte ich bisher beim Entfernen dünner Eisenoxidüberzüge keine Probleme mit Niederschlägen oder Ausblühungen. Bei der Zitronensäure gab es manchmal Probleme wenn zu viel Calcit weggelöst wurde und die Lösung nicht oft genug zwischendurch ausgewechselt wurde, bzw die Konzentration mal etwas höher war und sich mehr Calcit löste als sich lösen sollte. Da auf den Fluoritstüfchen aber keine nennenswerten Mengen an Calcit zu erwarten sind, sollte das Probelm nicht auftreten. Entscheidend ist halt, dass man die Stufen vorher und nachher ausgiebig wässert und zwischendurch nicht zu lange in den Reaktionsprodukten stehen lässt.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Hg

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #39 am: 15 Aug 12, 18:49 »
Hallo Adrian,

mit Essig würde ich da erst garnicht versuchen. Schaut für mich nach einer eher festeren Fe-haltigen Kruste aus. Mit Zitronensäure könnte etwas gehen. Auf jeden Fall dest. Wasser nehmen.
Zitat
Ich hab mal geschaut, die Zitronensäure gibts pulverförmig in Päckchen,- das muss man dann einfach mit Wasser lösen oder ?
Das Zeug wird als Entkalker für Wasserkocher und Kaffeemaschinen verkauft  ;)
Ich würde es mit Oxalsäure probieren, wenn Du das bekommen kannst.
Das Ausblühen passiert beim Lösen von Fe-haltigen Krusten immer (gelöstes reduziertes Fe(II) wird zu gelbem oxidiertem Fe(III) an der Luft).

Gruß,
Andreas

Offline Krizu

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #40 am: 15 Aug 12, 19:15 »
Hallo Chemiker,

setzen: 6 ;-)
Zitronensäure bildet in der Wärme unlösliche Ca-Komplexe. Daher ist die Entkalkung mit Zitronensäure das Ende der Kaffemaschine. Es sind Amidosulfonsäuren undf ähnliches ;-)

Frage:
http://www.chemie-entdecken-nrw.org/aufg211.pdf
Antwort
http://www.chemie-entdecken-nrw.org/loes211.pdf

hth

Frank - Physiker

Offline Hg

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #41 am: 15 Aug 12, 19:49 »
pöh....einen Teufel werd ich tun  >:D ;) :-*
Habe mal fix ne Packung Entkalker geholt. Inhaltsstoffe: Zitronensäure, Apfelsäure & Weinsäure.
Meinem Wasserkocher habe ich schon löffelweise Zitronensäure gefüttert....der lebt noch und war hinterher immer sauber.
Oxalsäure kann unschöne Komplexe mit Ca bilden aber Ca-Citrat ist doch gut löslich.


Offline Embarak

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #42 am: 15 Aug 12, 21:27 »
Hallo
Zitat
setzen: 6 ;-)

Als Mann der Praxis und Zitronensäure-Fan kommt mir das etwas voreilig vor.  ;)
Wasserkocher und Kaffemaschinen entkalken mit Citronensäure geht bestens ! Den Hinweis auf die Amidosulfonsäuren verstehe ich nicht.
Sie ist zum Teil Bestandteil einiger Entkalker !
http://www.entkalker-tipps.de/amidosulfonsaeure-als-entkalker/

Bei der Reaktion der beiden Säuren entstehen die Salze ihrer homologen Säuren,
also Calcium-Acetat bei der Essigsäure und Calcium-Citrat bei der Citronensäure ( und  CO2 ).
Calciumacetat hat eine Löslichkeit von 300g/l , wogegen das entstehende Calciumcitrat eine deutlich geringere Löslichkeit von
nur 9,6 g/l hat. Dem Ausfallen des Ca-Citrats würde ich durch häufigeres Wechseln der Zitronensäurelösung entgegenwirken.
( Lösen des preiswerten Pülverchens natürlich in demineralisiertem Wasser, um die Reaktion nicht durch den Kalk des Leitungswassers
zu bremsen.)
Die Oxalsäure gibt es ja auch günstig in der Bucht.
Zitat
...Entscheidend ist halt, dass man die Stufen vorher und nachher ausgiebig wässert und zwischendurch nicht zu lange in den Reaktionsprodukten stehen lässt.
Wässern am Besten auch in demineralisiertem Wasser.

Gruß
Norbert
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 14:56 von oliverOliver »

Online smoeller

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #43 am: 15 Aug 12, 21:57 »
Hallo,

Salzsäure ist recht harmlos, sollte nur nicht in Augen und Mund (oder offene Wunden) gelangen. Also die 24%-ige aus dem Sonderpostenmarkt hat mir schon gute Dienste geleistet. Unangenehm sind allenfals die möglichen Aerosole (Sprühnebel), wenn das Zeug heftig mit Calcit reagiert und dabei richtig zu schäumen und spritzen beginnt. Da sollte man dann gegebenenfalls eine Schutbrille tragen.

Wichtig ist es, die Stufen hinterher gut zu wässern. Sonst kann es zu wirklich unangenehmen und hartnäckigen Eisenoxidbelägen kommen. Da wird dann mal aus einem Bergkristall ein Citrin...zumindest oberflächlich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Re: Mineralienreinigung
« Antwort #44 am: 16 Aug 12, 08:07 »
Hi,

http://www.chemieunterricht.de/dc2/citrone/c_v34.htm
http://www.chemieunterricht.de/dc2/citrone/c_t6.htm

Der lösliche Calcium-Dicitrato-Komplex wird in der Wärme zum Calciumcitrat, selbst mit Sohn gekocht :-)
Also Kaffeemaschine nicht gut, Kollege hat es mit dem Automaten hier gemacht. Musste dann doch die HCl aus dem Schrank holen  :-X

MfG

Frank

 

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