Hallo,
ich bin vor einiger Zeit auch über einen Lapis-Artikel gestolpert, in dem über bestrahlte Stufen berichtet wurde, die nach einem nicht näher bezeichneten komplizierten Verfahren ziemlich eindeutig als künstlich bestrahlt identifiziert wurden.
Mir ist schleierhaft, nach welchen Kriterien sich das entscheiden liesse.
Ich kann z.B. zu Fluorit und Halit-Strahlungsverfärbungen nichts sagen, aber bei Quarz erfolgt die Rauchquarz-Verfärbung erst nach Abschluss des Wachstums bei niedrigen Temperaturen. Aus Bergkristallen werden bei Temperaturen unter 50 Grad ganz langsam Rauchquarze. Bis auf das Tempo also genauso wie bei den künstlich bestrahlten.
Das schliesst man übrigens aus Bestrahlungs-Versuchen bei unterschiedlichen Temperaturen (Kinetik der Farbzentren-Bildung bzw. Zerstörung).
Der einzige Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Bestrahlung, der mir einfällt, ist das Spektrum der Gamma-Strahlen. Die künstlichen Quellen verwenden ja anscheinend immer ein bestimmtes Isotop, die natürliche Strahlung setzt sich dagegegen aus Gamma-Strahlen unterschiedlicher Quellen zusammen (K, U, Th, etc.). Vielleicht nehmen die Kristalle nicht nur eine Farbe an, sondern zeigen noch andere Störungen in der Kristallstruktur (wie bei Zirkon), die sich je nach Energiegehalt der Strahlen unterscheiden. Oder es lassen sich oberflächliche Störungen durch alpha-Teilchen nachweisen.
Ist aber nur ins Blaue hinein gerätselt.
Weiss jemand mehr dazu?
Gruss
Amir