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Parasymplesit von Schacht 371 Hartenstein - oder doch was anderes?

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Moni:
Hallo Leute,

ich weis, es gehört nicht unbedingt zum Thema, aber:

wann kommt eigentlich die Vorsilbe Para in der Mineralienbezeichnung zum Einsatz. Chemisch sind das z.B. die Stellung mehrerer substutuierter Seitenketten untereinander. Aber hier  ??? ?

Gruß Moni   

smoeller:
Hallo,

@moni,

Ist halt eine Bezeichnung.
para bedeutet eigentlich wirklich nichts als "neben", hier ist wohl so gemeint: wenn neben einem Mineral (z.B. Symplesit) ein anderes vorkommt, das diesem sehr ähnlich sieht (der Parasymplesit). Die Bezeichnung stammt noch aus Zeiten, als man noch nicht auf Röntgenbeugung zur Gitterbestimmung zurückgreifen konnte und chem. Analysen nasschemisch geführt wurden. Heute weiss man, dass es sich um Polymorphe handelt. Auch später wurden für Polymorphe einer Verbindung manchmal solche Bezeichnungen verwendet (Para-, Ortho- und Klinochrysotil).

Ist sicher eingängiger, als zwei nahe verwandte Minerale mit zwei unterschiedlichen Namen zu versehen.

@Schluchti: Ist aber sicher ratsam, den Symplesit durch eine Analyse auszuschließen. Das nicht beschriebene Vorkommen ist kein Kriterium. Würde aber auch zu 80% von Parasymplesit ausgehen.

Glück Auf!
Smoeller

uwe:
Aus Erfahrung heraus möchte ich den von Smoeller genannten Prozentsatz auf 99% erhöhen, daß es sich um Parasymplesit handelt. Man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß es sich in so einen (oder ähnlichen Fall) immer um das häufigere oder bereits von der Fundstelle nachgewiesene Mineral handelt.. Neufunde waren vor -zig Jahren noch eher wahrscheinlicher als heute.

Ich würde mir das teure Röntgen sparen und Parasymplesit auf das Etikett schreiben. Es ist ja bei dieser Kristallausbildung auch so eine sehr sammelnswerte Stufe.

Glück Auf
Uwe

Moni:
Hallo Smoeller

danke für die Aufklärung. Die Defizite in der Nomenklatur der Mineralien kommen eben immer wieder zu tage ...

Gruß Moni

raritätenjäger:
Moin allerseits,

Ich pack nochmal 0,5 Prozent drauf... Aber ernsthaft, oft sind diese Kristalle auch Mischkristalle (mit überwiegendem Parasymplesitanteil). Dies ist meines Wissens bei den Stücken vom Saubachriss der Fall (nur hier eben umgekehrt) und auch aus Schneeberg sind beide Minerale beschrieben, so z.B. ist Parasymplesit recht häufig in der Grube Daniel aufgetreten (hier gabs wohl auch Stücke, bei denen Symplesit überwog). Summa summarum ist davon auszugehen, dass es sich hier um Parasymplesit mit sehr wahrscheinlichen Anteilen von Symplesit oder anderen Mineralen wie Erythrin handelt.

Glückauf
Andreas

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