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Ochsenauge ?
berthold:
Hallo Jürgen,
vielen Dank für die Gratulation.
Aus dem Wölsendorfer Revier ist diese Form bisher nicht bekannt (daher auch meine Frage).
Gruß
Berthold
Schluchti:
Ja, würde das auch als wunderschönes Ochsenauge bezeichnen. Glückwunsch zu diesem tollen Fund!
Da hänge ich mich gleich nochmal thematisch ran. Hier habe ich eine Stufe mit Fluorit-Hexaedern aus dem Steinbruch Bögl in Dörfel bei Annaberg. Dort sind zahlreiche gekrümmt erscheinende Oktaederflächen als Phantome in transparenten Hexaedern ausgebildet. In einem Kristall bilden diese ein nahezu ideal erscheinendes Ochsenauge. Aber nur als Phantom im Inneren des Hexaeders. Wie läßt sich diese Bildung erklären? Anbei mal ein Foto, des nur schwer zu fotografierenden Phantoms. Kantenlänge des Hexaeders ist 7mm.
berthold:
Hallo Schluchti,
also ich sehe da zwei sehr unterschiedliche Mechanismen. Einmal die zonare Färbung, die zu scheinbar schwebenden Oktaederflächen im Kristall fürht und für den Fall des Ochsenauges "fortgesetztes Wachsen von Oktaedern mit silikatischen Trennschichten".
Die Frage, warum im Phantom-Fall nicht die komplette Form gefärbt ist KÖNNTE man wie folgt beantworten: In einer früheren Wachstumsphase hatte der Kristall die Form einer Kombination von Oktaeder (dominant) und Rhombendodekaeder. In einer kurzen folgenden Wachstumsphase wechselte die Lösungszusammensetzung (z.B. so, dass sich mehr Farbzentren bilden konnen) und es wuchsen nur die Oktaederflächen weiter. Dann nochmaliger Wechsel der Lösung, mit klarem Fluorit wächst der Kristall zur vorliegenden Form heran. So etwas ähnliches habe ich übrigens auch aus dem Wölsendorfer Revier: http://www.berthold-weber.de/w_f_ph.htm
Ein sehr wesentlicher Unterschied: Ich habe noch nie -wie beim Ochsenauge- gekrümmte Flächen in einem Phantom gesehen.
Also, für mich sind das zwei Paar Stiefel.
Gruß
Berthold
Schluchti:
Ja, es sind eindeutig gekrümmte "Flächen", wie eben bei einem Ochsenauge. Dies sieht man aber praktisch nur bei dem normalen Betrachten mit dem Auge, weil man dort räumlich in den Kristall "hineinsehen" kann. Auf Fotos kommt dies nicht deutlich genug zur Geltung.
Meine laienhafte Deutung: Es wuchs dort zunächst ein Ochsenauge heran, welches später durch den transparenten Fluorit überwachsen/verdrängt wurde und nur das lila "Farbgitter" blieb stehen.
berthold:
Hallo,
--- Zitat ---Es wuchs dort zunächst ein Ochsenauge heran, welches später durch den transparenten Fluorit überwachsen/verdrängt wurde und nur das lila "Farbgitter" blieb stehen.
--- Ende Zitat ---
geht eigentlich nicht denn Ochsenaugen sind ja immer eingewachsen ???
Gruß
Berthold
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