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fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen
sabine:
guten abend. :)
nochmal eine frage: werden gegenstaende, die sich ganz in der naehe eines kistchens mit radioaktiven mineralien befinden (also z.b. die holzschachtel drumherum) oder auch andere mineralien in der naehe nicht mit der zeit radioaktiv kontaminiert?
danke!
smoeller:
Hallo,
Rein theoretisch ist dies tatsächlich denkbar. Aber bei den Mengen, die du wohl haben könntest und der Zerfallsrate des Urans ist es eher so gut wie ausgeschlossen, später radioaktiven Müll zu bekommen.
Das Hauptproblem ist folgendes: Radon zerfällt unter Bildung fester Tochterprodukte, insbesondere Polonium, die ebenso radioaktiv sind. Ausgasendes Radon bildet also metallische Zerfallsprodukte, die sich dann irgendwo niederschlagen, auch am Döschen.
Gefährlich wurde dies aber im Falle von Uranbergleuten, die ständig mit der schlechten Stollenluft größere Radonmengen einatmen. Das schwere Gas kommt zum Teil nicht wieder aus der Lunge heraus und zerfällt nach 2 Tagen zur Hälfte in andere Alphastrahler (Polonium), die als Metall in der Lunge bleiben und dort erhebliche Schäden verursachen. Man nennt dies Schneeberger Krankheit, eine Form von Lungenkrebs.
In gut durchlüfteten Räumen ist aber die Akkumulation von Radon äußerst gering.
Keine Sorge also, solltest du nicht gerade einen Bleisarg um ein 20 kg Stück Pechblende haben.
Glück Auf!
Smoeller
sabine:
hallo Smoeller,
naja, das ist ja nicht nur das radon... ausserhalb des kaestchens ist strahlung messbar, die betastrahler kommen wohl ja durch das bisschen plastik durch. gleich das zweite element der zerfallsreihe ist ja ein betastrahler... und das zerfaellt dann ausserhalb des behaeltnisses weiter.
ok, das z.b. radon in unserer luft zerfaellt ja auch so vor sich hin, insofern...
kann man da irgendwelche angaben machen, d.h. wieviel uSv oder wohl eher mSv - ausserhalb des kaestchens gemessen - ueber welchen zeitraum zu einer messbaren (groesseren) kontamination fuehren wuerden? oder sind 10 kilo pechblende auf jeden fall noch ok (scherz). ;D
ps: danke, mit "schneeberger krankheit" hab ich jetzt noch einen interessanten begriff zum googeln. ;)
smoeller:
Hallo,
Meines Erachtens ist es halt das Radon, was Probleme machen wird. Denn Radon zerfällt halt weiter.
Beta-Strahlung als solches besteht aus nahezu masselosen (10-32 g) Teilchen (Elektronen/Positronen), die nicht weiter zerfallen, aber von der Materie absorbiert werden. Das Mutterisotop (Uran-235 z.B.) bleibt hingegen an Ort und Stelle und sorgt nicht für Kontamination.
Das größte Problem indessen sind sicher die Uranblüten und- Glimmer, bei denen nach und nach durch abfallende Körnchen des Minerals der ganze Kasten kontaminiert wird.
Glück Auf!
Smoeller
sabine:
ach so... ich dachte, dass die betastrahler ebenfalls noch weiter zerfallen. hmm, da hatte ich wohl was falsch verstanden.
insofern muesste es bei einem wirklich versiegelten kasten ja zu keiner weiteren kontamination kommen, da das radon ja nicht entweichen und auch die betastrahlung zu keiner weiteren kontamination fuehren kann.
danke fuer die info!
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