Hallo,
o.k. wenn ich so die vergangenen Antworten "zusammenziehe", gibt es doch einen gemeinsamen Nenner,
der über das hinausgeht, was man "Allerweltsmineral" nennen würde, und der auch etwas enger gefasst ist, als was ich
mir bisher darunter vorgestellt habe.
Hier ginge es dann nach meinem Verständnis um ein Mass für die Stabilität des Minerals
unter sich wechselnden Bedingungen.
In diesem Sinne wäre Quarz ein Durchläufer in vielen geologischen Umgebungen bis ca. 500°C,
darüber gibt es z.B. Stabilitäts-Probleme in Marmor.
Pyrit oder Hämatit sind wahrscheinlich noch viel "durchlaufender".
Oder?
Dem möchte ich mal die Aussagen aus 2 Lehrbüchern gegenüberstellen:
H.J. Rößler
Lehrbuch der Mineralogie,
Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1979
ISBN 3-342-00288-3
Seite 223 (Hervorhebung wie im Text)
"Andere Minerale sind nicht an enge Entstehungsbereiche gebunden gebunden; so entsteht z.B. Quarz im magmatischen, metamorphen, hydrothermalen und sedimentären Bereich, er ist ein sog. Durchläufer. "
M. Okrusch, S. Matthes
Mineralogie - Eine Einführung ind die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde.
Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York Tokyo, 2005
ISBN 3-540-23812-3
Seite 267 (Hervorhebung wie im Text)
"Quarz ist ein Durchläufermineral und über weite Teile des magmatischen Geschehens hinweg beständig"
Man beachte, dass die eine Definition den Begriff an der Entstehung, die andere an der Stabilität festmacht.
Zwar bildet sich ein Mineral nur, wenn es unter den Bedingungen stabil ist, aber es gibt auch Minerale, die stabil oder metastabil
unter Bedingungen "durchhalten", in denen sie niemals entstehen würden (Diamant z.B.).
Es geht übrigens um die Übersetzung einer Informationsbroschüre über
Minerale für ein Naturkundemuseum in Deutschland. Da der Fragende (geowissenschaftlicher Laie) als Gast mitliest,
versuche ich, den Begriff hier so gut wie möglich festzumachen.
(weil "throughrunner" gildet ja nich)
Gruss
Amir