Glück Auf!
"klar" würde ich es nicht nennen, wenn man die weltweite Vielfalt berücksichtigt, was so unter "Thunderegg" läuft. Es gibt zahlreiche Hypothesen und Überlegungen und zu einzelnen Fundstellen auch Untersuchungen, die genauer hinschauen. So gibt es Überlegungen zum Beispiel zu rein mechanischen Bildungen nahe dem Endstadium der Gesteinserstarrung - eine in zäher Lava geknetete Blase mit randlichem Risswachstum; Überlegungen mit Xenolithen, die aber den Gesteinsbildungsprozess letztlich nicht überlebt haben; Modelle für das Fließverhalten von Laven mit Gaseinschlüssen - was vor allem auf die schneckenhausförmigen Bildungen in (ehemaligen) Pechsteinen abzielt. Es treten aber Widersprüche auf, wenn man die Erkenntnisse auf andere Fundstellen übertragen will. Vielleicht werden auch die falschen Fragen gestellt oder die Fragen falsch gestellt oder die Fragen falsch verstanden. So wäre es möglicherweise suggestiv nach dem ursprünglichen Hohlraum zu fragen, wo doch gar nicht klar ist, ob der Raum wirklich hohl war. Die mir gut bekannten Fundregionen von Lithophysenachaten lassen erkennen, dass die Lithophyse zuerst gebildet wurden und die Achatbildung später einsetzte. Tektonik drängt sich manchmal mit dazwischen. Interessant ist zum Beispiel auch die räumliche Verteilung von Lithophysen innerhalb der Gesteinskörper und darüber hinaus die Verteilung von für Mineraliensammler attraktiven Inhalten in den Lithophysen. So stellt man oft genug fest auf der Suche nach Lithophysenfundstellen, dass die Lithophysen leer oder mit Ton oder anderem weichen Mulm gefüllt sind.
Ich kann nur jede*n ermutigen, selber genau hinzuschauen, Beobachtungen und Indizien zu sammeln. Beim Schürfen nach attraktiven Mineralien bleiben häufig die wissenschaftlich wertvolleren Objekte liegen. Ob die abschließende Antwort auf die Frage zu der Sternform einfach oder komplex ist, wird man erst mit der Antwort bemessen können. Bis dahin wird man weiter Indizien und wissenschaftlich fundierte Puzzelstücke zusammentragen. Insofern kann man auch im Mineralienatlas gerne die Möglichkeiten nutzen, Beobachtungen mitzuteilen und zu diskutieren. Die Tiefe der Diskussion wird sich allerdings an der Belastbarkeit, Detailiertheit, Genauigkeit und Überprüfbarkeit nach wissenschaftlichen Maßstäben bemessen. Und der Mineralienatlas ist neben dem Lexikon als Wissensarchiv auch als Kommunikationsplattform zu verstehen, in dem auch Fundobjekt und Wissenschaftler zusammenfinden können oder zueinander vermittelt werden.
Hier mal ein paar Links zu anderen Diskussionen im Mineralienatlas, die zumindest etwas mit den Lithophysenachaten zu tun haben. (Gerne auch selber weiter im Forum stöbern) Darüberhinaus gibt es eine große Menge an lesenswerten und sehenswerten, digitalen und gedruckter Inhalten, dass ein Jahresurlaub nicht dafür ausreicht, sich da durchzuarbeiten.
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,52664.msg359102.html#msg359102https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,12366.45.htmlhttps://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,1042.msg175064.html#msg175064https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,53157.msg362730.html#msg362730https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,43478.0.htmlMit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut