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Serpentinfels in den Alpen

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Isarkiesel:
Hallo,

kürzlich habe ich einige sehr schöne Serpentinfels-Geschiebe in der Isar gefunden und würde nun gerne wissen, woher dieses Material ursprünglich stammt. Daher meine Frage: Kennt jemand Fundorte von Serpentinfels im nördlichen Alpenraum, insbesondere im Einzugsgebiet des ehemaligen Inngletschers (vom Engadiner Fenster bis zum westlichen Tauernfenster)?

Danke für eure Hilfe,
Holger

caliastos:
nördlicher alpenraum? sicher nicht in den nördlichen kalkalpen. in südtirol findet sich jedoch gerne serpentinit

trommeln:
Hallo Holger
Der Serpentinit ist den südlichen Alpen aufgelagert (Zwischenschicht, die aber meist recht obenauf liegt), kam ursprünglich aus Afrika... wir haben im Wallis einen Berggipfel gesehen, der aus Serpentinit bestand (Geisspfadsee in der Nähe), dann ein kleines Stück am Vorderrhein, Calmut am Oberalp, dann viel im Oberhalbstein... es ist ein Band, das dann sicher in der Richtung Oberengadin weitergeht, also en=Inn.
Wir haben jedoch in den Kiesgruben in der Nordschweiz grünen Stein gefunden , den wir neuerdings als Prasinit definieren können.
In Oesterreich, in Bernstein, ist Edelserpentin zu finden...

Eben ist Serpentinit in der Trommel.. er scheint zu weich zu sein, kommt nicht besonders gut...

Serpentin (Serpentinit)
Fundort:    Selva, Flüela, Alp Flix, Piz Lunghin
Region:    Landwassertal, Puschlav, Bergell,
Oberhalbstein - Graubünden - Schweiz;
Saasertal - Wallis - Schweiz
Farbe:    dunkelgrün
Ein Gestein, das als Hauptmineral Serpentin enthält heisst Serpentinit. Streng genommen ist Serpentin die Bezeichnung für das Mineral Serpentinit = Schichtsilikat. Nebenmineralien sind Pyroxen (Augit) und Olivin. Der Name stammt aus dem lateinischen Serpens = Schlange, wahrscheinlich wegen seiner Farbe.

Im Saasertal ist es wohl eher der Smaragdit-Gabbro, der mit dem grellgrünen Olivin

smoeller:
Hallo,

Serpentinit ist ein Überbleibsel der Subduktion des Piemont-Ozeans vor ca. 23 Mio. Jahren. Im Bereich der südlichen Schweiz/Norditalien lag damals zwischen dem bereits gefalteten Südrand der Eurasischen Platte (Nordalpen) und der Adria-Platte (Italien) ein Tiefseebereich, der an einer Subduktionszone geschlossen wurde. Bei der Kollision wurden Späne des oberen Mantels und der abtauchenden Platte in die Kruste gebohrt. Diese liegen jetzt als alpinotype Peridotite und Serpentinite vor. In Norditalien ist ein Segment der unteren Kruste dabei schräggestellt worden (Ivrea-Zone), dadurch kamen Unterkrustengesteine aus 40 km Tiefe an die Oberfläche. In der Zentralschweiz dürften sich Ausläufer des Üiemont-Ozeans finden lassen.

Das Saastal ist übrigens Teil des Piemont-Ozeans gewesen (Zermatt-Saas-Zone).

Glück Auf!
Smoeller

Isarkiesel:
Hallo an alle,

und Danke für eure Antworten.

Wenn meine Funde auf natürlichem Wege ihren Fundort erreicht haben (und davon gehe ich aus), muss der Ursprung wohl nördlich des Alpenhauptkammes liegen. Und damit verdichten sich die Hinweise auf die Schweizer Alpen - zumindest hat bisher niemand einen österreichischen Fundort genannt, der bei Eis- und Wassertransport in Frage käme. Ich werde mich heute abend mal in die Bibliothek setzen und euren Hinweisen nachgehen.

Gruß,
Holger

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