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Autor Thema: Oolith-Geschiebe von Bornholm  (Gelesen 29312 mal)

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Offline smoeller

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #15 am: 28 Sep 07, 20:03 »
Hallo,

Ja, kommen noch. Mache die Sachen in den nächsten Tagen fertig.

Glück Auf!
Smoeller

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #16 am: 15 Apr 08, 09:21 »
Falls es noch interessiert: Ja, es ist ein Silurischer Oolith/Onkoid. In der "geschiebekunde aktuell" sind dazu in letzter Zeit einige Artikel von Roger Schallreuter erschienen.....(Wen an deiner Uni hast du denn gefragt???)

Offline felsenmammut

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #17 am: 15 Apr 08, 11:35 »
Glück Auf!

Psaronius: Ich habe auch so ein Oolithen. Sieht zwar nicht identisch aus, hat aber eine ganze Menge Gemeinsamkeiten. Mein Stück ist aber keine organische Bildung oder Ablagerung, sondern das Ergebnis eines Vulakanausbruchs. Lange Zeit wusste ich mit meinem Stück auch nichts anzufangen, da mir keiner sagen konnte was es ist. Ein Geologe hat mich dann auf die richtige Spur gebracht. Bei meinem Stück handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um einen akkretionären Lapilli. Beim Vulkanausbruch hat sich in der Luft Asche um einen Kern herum angelagert. Diese schaligen Murmeln haben sich dann in großer Zahl in einer Ascheschicht wiedergefunden. Durch die Verdichtung dieser Gesteine sind sie dann relativ hart und widerstandsfähig geworden. Wenn es sich bei Ihrem Stück auch um einen solchen Lapilli handeln sollte, müsste er quasi karbonatfrei sein. Ein Salzsäuretest müsste also negativ ausfallen, auch wenn das Stück noch so sehr nach Karbonat aussieht. In meinem Stück sind auch massenweise Schalenbruchstücke enthalten und kein bisschen Karbonat. Mein Fund stammt aus der Kiesgrube Boxberg bei Weißwasser, Ostsachsen.

Mit freundlichen Grüßen

Felsenmammut

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #18 am: 15 Apr 08, 13:09 »
Hallo Mammut,

akkretionäre Lapilli kommen im Geschiebe ab und an vor (häufiger als man sich denkt, wenn man sich erstmal "eingeschaut" hat). Aber in diesem Fall dürfte Altpaläozoikum stimmen........

Glück auf!

Der Tapir
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 11:33 von oliverOliver »

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #19 am: 15 Apr 08, 17:16 »
Hallo Tapir,
kenne die Artikel in der "Geschiebekunde aktuell", - auch die Fotos. Bin aber nicht der Meinung, dass es sich um dasselbe Material handelt. Die wenigen Geschiebe- Oolithe oder -Onkolithe, die ich selber in Augenschein nehmen konnte, hatten irgendwie einen anderen Charakter...
Gruß Psaronius

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #20 am: 15 Apr 08, 17:21 »
hm...dann sieh dir Vergleichsmaterial an.........Die größte Sammlung ist das AfG in Greifswald, aber auch in Sternberg bei Güstrow ist eine netter kleine Geschiebesammlung......Wichtig wären vor allen entsprechende Fossilinhalte...aber die waren ja bei deinem Stück vorhanden, wenn ich das richtig gesehen habe...


beste Grüße

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #21 am: 15 Apr 08, 17:23 »
Hallo felsenmammut und tapir
( Übrigens eine interessantes Zusammentreffen zweier Faunenvertreter !), -
glaube nicht, dass es sich um Lapilli handelt. Außerdem reagiert das Stück auf Salzsäure.
Es muss also auch Karbonat im Spiel sein. - Allerdings kann die Reaktion auch schon durch die kalkigen Schalen innerhalb der Onkoide hervorgerufen worden sein.
Ich selbst könne mir auch nicht vorstellen, wie es bei der Lapilli zu den schalenförmigen Ablagerungen um diese organischen Kerne gekommen sein sollte.
Die klassische Genese, wie man sie bei den Onkolithen annimmt, wäre da logischer, oder ?
Kannst Du Deinen Fund mal fotografieren ?
Gruß
Psaronius

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #22 am: 15 Apr 08, 17:28 »
Zu den akkretionären Lapilli gabs auch in der ga vor 2 oder 3 Jahren mal einen Artikel glaube ich....

Wenn du es genau wissen willst kommst du am Wochenende zur GfG-Jahrestagung nach Flensburg........ ;)
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 11:33 von oliverOliver »

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #23 am: 15 Apr 08, 17:30 »
Hallo Tapir,
irgendwie kreuzen sich unsere Schreiben !
Kenne das Archiv für Geschiebekunde recht gut... Hatte kürzlich mit Prof. Herrig ein Gespräch über meinen Fund. Das Problem ist, dass zwar immer wieder mal Oolithe u.ä. als Geschiebe gefunden werden, sie aber trotzdem recht selten sind, - auch in Greifswald. Und oft ist die Herkunft nicht ganz klar.
Bleibe aber weiter an der Thematik dran.
Übrigens habe ich durch den Fund angeregt, mittlerweile schon eine kleine Kollektion diverser Oolithe-Onkolithe zusammengetragen, die vom Optischen ( und vielleicht auch von der Genese) recht unterschiedlich sind. Suche da immer noch Material von den verschiedensten Lokalitäten.
Achja Tapir, - bist Du auch aus dem Norden ?
Gruß
Psaronius

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #24 am: 15 Apr 08, 17:35 »
Hallo Tapir,
kannst Du mir zu der erwähnten Literatur ("akkretionäre Lapilli") mal genauere Infos schicken...
Flensburg wäre schon nicht schlecht, bin aber am Wochenende schon ausgebucht.
- Außerdem interessieren mich die Geschiebe trotz meines Wohnsitzes im Norden nicht so sehr.
Mein Spezialgebiet ist eigentlich die Paläobotanik und der Oolith war eigentlich nur ein "Beifund", als ich auf Bornholm Jurapflanzen sammeln wollte...
Gruß
Psaronius

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #25 am: 15 Apr 08, 17:37 »
Ich bin aus Greifswald/Rostock und momentan temporär Sternberg

Was die Oolite und Onkoide im Geschiebe angeht gibt es ein paar Leute die sich auf diesem Gebiet etwas mehr auskennen als Prof. Herrig. von der Alten Literatur mag dir da der Hucke&Voigt weiterhelfen, an neuerem Material gibt es wohl einige Veröffentlichungen aus Schweden und die besagten ga/AfG-Artikel.......

Das mit den Pflanzen klingt gut.....Aus dem Geschiebe gibt es da einige Sachen hier in Sternberg...Wahrscheinlich auch in Greifswald......(woher genau kommst Du denn?)

edit: wegen der Akkr. Lapilli gucke ich mal...allerdings muß ich das besagte Heft erstmal aufstöbern...kann also ne weile dauern........
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 11:34 von oliverOliver »

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #26 am: 20 Apr 08, 00:15 »
Hallo Tapir,
Du hast Recht, Prof. Herrig ist kein Oolith-Spezialist, - hat er übrigens auch selber gesagt, er hat mir aber etliche Literaturtipps gegeben. Die erwähnten Publikationen kenne ich übrigens. - Habe in der Richtung eine relativ umfangreiche Literaturrecherche betrieben...
Das mit den Pflanzen interessiert mich, zumal Pflanzenreste in Geschieben nicht gerade sehr häufig sind, und oft nur ein fast unbestimmbarer Pflanzenhäcksel (typisch für viele Rhät-Lias-Geschiebe) gefunden wird.
Achja, - zuhause bin ich im Uecker-Randow-Kreis...
"Man liest sich...!"-
freundlich
Psaronius

Offline felsenmammut

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #27 am: 22 Apr 08, 12:59 »
Glück Auf!

Hier nun das Bild von dem akkretionären Lapilli. Das Stück ist nicht hundertprozentig sicher bestimmt, aber sowohl das Aussehen, als auch die Eigenschaften stimmen für einen solchen Lapilli überein. Das Geschiebe ist vollkommen karbonatfrei und zeigt keinerlei eindeutige fossile Spuren.

Felsenmammut

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #28 am: 22 Apr 08, 13:05 »
Hallo,
Danke für das informative Foto. Stimmt schon, irgendwie ähnelt es meinem Fund. Was allerdings fehlt, sind die "Zwiebelschalen" um die Onkoide. Bei meinem Stück läßt das auf schichtenweise Ablagerungen schließen... Werde auch von meinem Fund noch einmal ein paar aussagefähige Fotos machen und sie hier reinstellen.
Kenne übrigens ähnliche Lapille-Exemplare, allerdings etwas anders in der Farbe, als Fendfunde aus der Umgebung von Altenburg...
Gruß
Psaronius 

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #29 am: 22 Apr 08, 17:02 »
Der Artikel ist:


Kottner J. (2005): Ein Tuff mit akkretionären Lapilli als Geschiebe. - Geschiebekunde aktuell 21(1), [Seitenangabe habe ich jetzt leider nicht....]

 

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