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Autor Thema: silbernes Stäbchen in Schalenblende  (Gelesen 5764 mal)

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Offline Philip Blümner

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silbernes Stäbchen in Schalenblende
« am: 28 Sep 07, 18:08 »
Hallo,

ich habe vor kurzem ein großes Lot von Rohknollen sowie polierter Schalenblende erwerben können. Die Stücke stammen teils aus La Calamine/Belgien und teils aus der Grube Breinigerberg im Stolberger Revier um Aachen. Es handelt sich ja mehr oder minder um die gleiche Pb-Zn-Lagerstätte.
Fundort ist somit nicht ganz genau, aber es scheint mehr Breinigerberg zu sein, da sich die Struktur der Schalenblende mit der eines etiketttierten Stücks ähnelt.

Nun habe ich gesehen, dass sich in einer Druse offener Schalenblende ein gitterartiges Gestäbe silberner Farbe befindet mit aufsitzenden Wurtzit xx (oder Sphalerit, aber X-Form spricht für Wurtzit). Ich halte das Stäbchen entweder für Pyrit (der Pyrit-Markasitanteil ist aber recht gering bei diesen Stücken, nirgends sind glitzernde Flächen zu erkennen z.B.) oder aber ein Galenit-Skelett. Das Stäbchen ist jedenfalls vierkantig.

Siehe Fotos. Größe ist etwas kleiner als 1 cm.
« Letzte Änderung: 28 Sep 07, 18:10 von slugslayer »

Offline Philip Blümner

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #1 am: 28 Sep 07, 18:08 »
...

Offline berthold

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #2 am: 28 Sep 07, 18:25 »
Hallo Philip,

für mich sieht das sehr nach Pyrit aus.

Gruß
Berthold

Offline Goldi85

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #3 am: 28 Sep 07, 18:40 »
Hallo,

würde auch sagen stengeliger Pyrit, hab so einen ähnlichen aus Wirtenbach.

Gruß  Daniel

Offline Günter Blaß

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #4 am: 28 Sep 07, 19:48 »
Hallo Slugslayer,

ich würde eher annehmen, dass es sich um Bleiglanz handelt (sogenannter Strickbleiglanz) wie er an diesen Fundstellen häufiger vorkommt. Dann aber meist in ZnS eingewachsen. Er zeigt dann im Schnitt wunderschöne, verästelte Strukturen.
Noch ein Hinweis La Calamine (Kelmis) und Breinigerberg liegen doch etwa 20 Km auseinander und sind zwei unterschiedliche Fundstellen. Auch die Ausbildung der Schalenblenden differieren etwas.

MfG und GA
Günter Blaß

Offline wolfilain

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #5 am: 28 Sep 07, 22:42 »
Hallo

 ;D Wirst glaube nich an einem Test vorbeikommen.
Würde auch auf Bleiglanz tippen.
Wobei  ::) elementares Zink auch solche Kristalle bildet.

grüße
volker

Offline Philip Blümner

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #6 am: 28 Sep 07, 23:30 »
Hallo Günter,

ja, ich weiß, dass La Calamine und Breinigerberg zwei unterschiedliche Fundstellen sind, aber sie gehören zur gleichen Pb-Zn-Vererzung, oder nicht? Die Schalenblenden schauen auch anders aus, da hast du recht. Ein Jammer, dass die meisten Stücke des Lotes nicht ausgezeichnet sind.

Offline Wegschmeißit

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #7 am: 29 Sep 07, 10:46 »
Ich tippe auch auf Bleiglanz, die Farbe der
Stengel passt nicht zum Pyrit.


Offline Andres

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #8 am: 30 Sep 07, 01:52 »
hallo leute,

Zitat
Zink kommt nicht gediegen, sondern nur gebunden in Erzen vor.

ich halte es auch für gestrickten bleiglanz.

mfg

Offline berthold

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #9 am: 01 Oct 07, 14:24 »
Hallo,

hmm, also ich möchte da einwerfen: Freigewachsen (und das sind diese Stäbchen wohl) zeigt Galenit nie Stäbchen sondern immer isometrische Formen. "Gestrickter Bleiglanz" ist immer (in Zinkblende) eingewachsen und nicht idiomorph. Von daher kommt Galenit für mich nicht in Betracht. Andererseits  würde ich auf die Farbe nicht so viel geben, Pyrit kann sehr unterschiedlich aussehen, letztendlich könnte auch ein dünner Überzug mit einem anderen Mineral oder eine Pseudomorphose vorliegen.

Ich bleibe weiter bei Nadel-Pyrit.

Gruß
Berthold

Offline Günter Blaß

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #10 am: 01 Oct 07, 14:53 »
Hallo Berthold,

obwohl ich mich bei der visuellen Bestimmung von Mineralen meist sehr zurückhalte (wahrscheinlich weil ich andere , sicvhere Bestimmungsmöglichkeiten nutzen kann und weil ich bei der visuellen Bestimmung oft total daneben gelegen habe) möchte ich doch zu Deinen Bemerkungen zwei Dinge loswerden.
a) Bleiglanz kann auch freigewachsen in nicht isometrischen Gebilden auftreten (sogar runde langgestreckte "Kristalle" sind möglich bzw. bekannt.
b. der Bleiglanz auf dem frglichen Stück muß nicht unbedingt frei gewachsen sein. Eher ist die Schalenblende (ZnS) verwittert und dadurch der Bleiglanz freigelegt.

Kann aber trotzdem auch Pyrit sein!

MfG und GA
Günter Blaß

Offline giantcrystal

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #11 am: 01 Oct 07, 17:13 »
Hallo aus Bad Windsheim


Wenn mehr von dem Material vorhanden ist,  zerdrücke doch einfach mal eine Nadel. Bleiglanz hat eine hervorragende Spaltbarkeit, Pyrit nicht !

Glück Auf

Thomas

Offline Philip Blümner

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #12 am: 01 Oct 07, 17:57 »
Hallo,

ist leider das einzige Aggregat und daher heilig. Daher auch keine Analysen möglich. Ich vermute selbst Pyrit, wünschenswert wäre Galenit. Es scheint ein
Überzug drauf zu sein, und darauf dann die Wurtzite.

Die nichts auszusagende Farbe ist die des Galenits  ;)

Offline berthold

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #13 am: 01 Oct 07, 19:28 »
Hallo Günter Blaß,

was die Zuverlässigkeit von visuellen Bestimmungen betrifft muss ich Dir vollkommen Recht geben, da geht es mir nicht viel anders.

Nun, es scheit bei mir eine Bildungslücke zu sein was +/- frei gewachsene nadelige Galenitkristalle betrifft. Ich habe sowas noch nicht gesehen und auch keinen Literaturhinweis in dieser Richtung gefunden. O.k. Skelettbildungen und Homoepitaxie sowie tafelige Galenit-Kristalle (sind ja auch nicht isometrisch) aber Nadeln? Für eine Quellenangabe wäre ich dankbar.

Gruß
Berthold

Offline Philip Blümner

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Re: silbernes Stäbchen in Schalenblende
« Antwort #14 am: 01 Oct 07, 19:32 »
Es sind ja keine Nadeln, sondern dünne Stifte, ähnlich Cuprit oder Arsenopyrit. Die Stifte enden flach.

 

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