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Autor Thema: "Verloren im Untergrund, Sachsens dunkles Geheimnis" TV Beitrag auf rbb  (Gelesen 4599 mal)

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Offline Schaufelartist

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Hallo!

Gestern kam dieser interessanter Beitrag auf rbb. Bin da ganz zufällig beim Zappen reingestolpert und habe daher leider die erste Hälfte verpasst.
Hat irgend jemand von Euch den Beitrag auch gesehen?

Hier mal der Pressetext zum Beitrag, zitiert aus rbb-online:

"Kaum einer hat sie je zu sehen bekommen. Die sie angelegt haben, sind seit Jahrhunderten tot. Sachsens Schatzkammern unter Tage: Bergbauanlagen, Förderanlagen, Maschinenhallen, Wasserkraftwerke.

Einst errichtet, um Silber, Kobalt und Eisenerz zu fördern - die Mineralien, die seit dem Mittelalter Sachsens sagenhaften Reichtum gesichert haben. Noch immer gibt es ein unterirdisches Gangsystem von mehr als 10.000 km Länge, in denen man fast das gesamt Gebirge unterwandern kann. Einzelne Stollen sind 120 km lang.
Mit den Konsequenzen haben die Menschen im Erzgebirge bis heute zu leben. Da werden unter der Erde Straßen abgestützt, damit der Verkehr oben nicht einbricht. Da werden natürliche Klimaanlagen eingerichtet, damit Städte nicht ersticken. Gleichzeitig riskieren Mineraliensammler ihr Leben, um dem Gebirge seine Schätze zu entreißen und zu Geld zu machen. Jeder Fehltritt kann das Ende bedeuten. Wer hier unten nicht aufpasst, ist für immer verloren.
Um die verloren geglaubten Schätze zu heben, um lange verborgene Geheimnisse ans Tageslicht zu bringen, war ein Film-Team einen Monat lang in dieser geheimnisvollen Welt unterwegs."

Ein bisschen dubios fand ich die Ausrüstung des Mineraliensammelnden Schwarzbefahrers den das Filmteam in den Untergrund begleitete: Taschenlampe, Kübel, und Baumarktfäustel... ;-))

Meinungen?

Glück Auf!

Peter

Haldenschreck

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Offline Schluchti

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Der Beitrag wurde schon ein paar mal gesendet und wird anscheinend regelmäßig auf verschiedenen Sendern wiederholt.

Ist auf jeden Fall sehr interessant, weil der Beitrag wenigstens einmal grob andeutet, welche immense Bedeutung und Ausmaße der Bergbau auch im weltweiten Maßstab über die Jahrhunderte im Erzgebirge hatte, und welche (auch unangenehmen) Folgen damit heute noch verbunden sind. 

Naja, und dieser "Schwarzbefahrer" (Schwarzbefahrer gibt es streng genommen in Sachsen seit 2002 nicht mehr), war wohl der einzige, den sie vor die Kamera bekommen haben. Generell ist die "Branche" aus mitunter nachvollziehbaren und manchmal auch nicht nachvollziehbaren Gründen eher geheimniskrämerisch. In verschiedenen Gegenden mit viel offen stehendem Altbergbau tummeln sich die unterschiedlichsten Gestalten im Berg. Vom ernsthaften Bergbauinteressierten  und Grubenarchäologen bis hin zum schon fast geschäftlich organisierten  Mineralienabbau und mitunter leider auch der "Gewinnung" von alten Lachtertafeln o.ä. ist da in verschiedenen Abstufungen alles vertreten. In strukturschwachen Gebieten suchen auch nicht wenige, mitunter auch recht dilletantisch, ihr Glück immer noch im Berg, so als kleines Zubrot. Andere Kreise sind da wiederum ganz anders organisiert und ausgestattet. Gerade die zahlreichen Fluorite aus dem  Erzgebirge, die überall angeboten werden, müssen ja irgendwo herkommen. Dass dies dann wieder andere Probleme und Konflikte mit sich bringt, bleibt da nicht aus. Der Normalsammler bekommt meist nicht allzuviel davon mit. Leidige Folge sind aber für den ernsthaften Sammler immer wieder bewußt falsch angegebene Fundorte, um den "eigenen" Fundpunkt vor Konkurrenz zu schützen. Dem kann man mitunter nur schwer beikommen. Viele Sammler interessiert dieses Problem auch gar nicht weiter. Immer mehr Sammler, mich eingeschlossen, läßt dieses Problem der Fundortfälschung aber zunehmend Abstand von diesem, objektiv durchaus schönen Material, nehmen, wenn die betreffenden Anbieter sich nicht dazu durchringen können, den wirklichen und nachvollziehbaren Fundort anzugeben.         
« Letzte Änderung: 15 Jan 08, 11:42 von Schluchti »

Offline Schaufelartist

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Ooops!

Wieder was gelernt. Der Thread "INFO-TV" ist mir noch nie aufgefallen.
Da werd ich doch ab jetzt öfter mal reinschauen.

Grüsse

Peter

Offline Walpurgin

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Tach auch !
Mir ist der Bericht auch bekannt und ich stimme mit Schluchtis Meinung voll überein.

Offline minuwe

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Hallo,

eigentlich fand ich den Beitrag etwas oberflächlich. Zwar kann man von 30 Minuten nicht viel erwarten, aber gerade die Perspektive des Bergbaus kam viel zu kurz. Kaum ein Wort über die Wismut. Man hätte mehr auf höffige Lagerstätten eingehen sollen, diese Gegenden mal zeigen und mit Zahlen über Vorräte rüberkommen können. Auch mal beleuchten, wie viele oder besser wie wenige Arbeitsplätze entstehen könnten. Und welche Branchen mit im Boot wären, usw..

Für mich war die Sendung keine "runde Sache". 70 Minuten wären wohl auch dem Fernsehpublikum zumutbar gewesen.

Glück Auf
Uwe

Haldenschreck

  • Gast
... auch mal beleuchten, wie viele oder besser wie wenige Arbeitsplätze entstehen könnten. Und welche Branchen mit im Boot wären, usw..

hallo,
ich habe die sendung das erste mal gesehen... war ganz unterhaltsam, mehr habe ich auch nicht erwartet, aber, minuwe, was haben denn deine themenvorschläge mit dem thema "verloren im untergrund ..." zu tun? das sollte doch keine abhandlung über den sächsischen bergbau im allgemeinen sein, sondern nur einen teilaspekt über "alte" strecken und grubenbauten beleuchten.

haldenschreck

Offline minuwe

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Zitat
nur einen teilaspekt über "alte" strecken und grubenbauten beleuchten.
Hätte soviel Kritik, dass ich gar nicht gleich einen Ansatz finde.
Fasse ich eben gleich zusammen: Oberflächlich und unterhaltsam,  nach Privatsender- Manier. Nur mal der Klang der Stimmverfremdung des Illegal- Befahrers nebst unterlegtem Klangteppich, als würde man einen Killer vor der Ermordung des Präsidenten interviewen. Alles ein bissel angerissen, nix richtig beleuchtet. Von dritten Programmen bin ich, was Dokus betrifft, da besseres gewohnt. Als Einheimischer bekam ich den Eindruck einer Billigproduktion ohne Sorgfalt. Bei den Leuten vom Bayrischen Fernsehen wäre das so nicht durchgegangen. Deren Sendungen kenne ich durchweg als locker, aber rund und präzise. Dort man nimmt sich die Zeit, die einemThema jeweils zusteht.

Wäre mal interessant, was hiesige Bergleute dazu meinen.

Glück Auf
Uwe

Offline Schluchti

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Naja, ich bin der Meinung, es sollte von vornherein kein Abriß über den erzgebirgischen Bergbau sein, sondern einfach nur vermitteln, dass da gigantische Hohlräume aus den vergangenen Jahrhunderten noch da sind, und oftmals keiner recht weiß, wo genau,  und sich dort eben neben noch vereinzeltem offiziellem Bergbau, auch noch allerlei andere Gestalten im Berg aufhalten.

Für weitergehende Wissensvermittlung im Detail finde ich das Thema viel zu komplex. Nimm z.B. nur die aktuelle Doppel-DVD  "terra incognita- Die Wismut".  Dort wird über 109 min die Geschichte der Wismut abgehandelt. Selbst das reißt dieses gigantisch komplexe Thema nicht mal ansatzweise an. Wer viel zu dem Thema gelesen hat, wird in den Filmen und Dokumentationen wohl keine neuen Erkenntnisse erlangen. Aber das ganze einmal auch visualisiert zu bekommen, hat doch auch seinen Reiz. 

 

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