weil die härte ein mineraleigenschaft ist, die nur an einer kristallfläche zuverlässig bestimmbar ist
Ja und nein. Benötigt man einen genauen absoluten Härtewert (z. B.+-100 Vickers), reicht es nicht, am Kristallaggregat zu prüfen, weil Einflussfaktoren wie Härteanisotropie (richtungsabhängige Härte) verfälschend wirken. Für die einfache Vergleichsprüfung nach der Mohs- Skala kann man aber, außer Cyanit, einfach das fragliche Mineral mit einem Material bekannter Härte (z. B. Glas) an der Oberfläche ritzen, bzw. umgekehrt. Die Stufen der Mohs- Skala sind nähmlich so grob, dass man eine zuverlässige Aussage bekommt.
Für unseren Fall hier einfach ausgedrückt: Ritzt die Kante des Minerales das Glas, ist es mit Sicherheit härter, ritzt die Kante des Glases das Mineral, ist das Mineral mit Sicherheit weicher. Hierzu braucht es also keine Kristallfläche.
Was Gestein betrifft, welches aus mehreren Mineralen besteht, hast du natürlich Recht, da macht man eigentlich keine Ritzhärteprüfung.
Glück Auf
Uwe