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Sammelgebiete

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smoeller:
Hallo,

Ich sehe es keineswegs als Unsinn an, seine Sammelgebiete zu beschränken. Sicher, 1990 mit 10 Jahren habe ich alles gesammelt, was mir vor die Füße kam. Dann habe ich mich zuerst 1997 für Erzgebirge entschieden und den Rest verkauft. 2001 habe ich dann auf Schwarzwald/Kaiserstuhl gewechselt. Meine inzwischen angelegte kleinere Eifel-Sammlung behielt ich natürlich bei. Helgoland natürlich auch. Dann kamen nach und nach Mineralien aus Scghleswig-Holstein dazu, die ich in Ermangelung anderer Fundoerte in der Nähe auch aufnahm. Dann wegen des Studiums und den Exkursionen nach Italien habe ich mit dem Sammeln metamorpher Gesteine begonnen. Die vegetieren in Kisten dahin mangels Platzes.

Mein Interesse ist es vor allem, Mineralien von Fundorten zu sammeln, die ich auch selbst aufsuchen kann. Das heißt nicht, dass ich nicht auch Artenberg- und Grube-Wenzel-Minerale in der Sammlung habe, die so nicht mehr zu finden sind. Aber ich habe im Schwarzwald wenigstens noch reale Chancen auf sehr gute und interessante Eigenfunde, auch wenns mal mit der Clara aus sein sollte. Tausch und Kauf sind für mich nicht tabu, aber Eigenfunde sind die wahre Bereicherung. Was nützt mir ein noch so schöner indischer Apophyllit oder mexikanischer Wulfenit, wenn er für mich ohne Geschichte, ohne bedeutung ist. Bei Eigenfunden kann ich immer den Moment erinnern, als ich das Stück entdeckte, selbst gekaufte oder getauschte Stücke erzählen mir etwas über Fundorte, die ich meist bereits selbst bereist habe.

Sicher träume ich auch manchmal von einer Reise nach Bolivien, Norwegen oder Peru, wenn ich die großartigen Mineralien-Bilder sehe, aber dann denke ich doch eher wieder an den Schwarzwald. Dort fühle ich mich wohl,dort kenne ich die Fundorte, dort war mir das Finderglück schon oft hold.

Wenn ich abends mit lehmverschmierter Hose erschöpft aus dem Loch krieche, das ich in die Halde grub und die Funde in der Sackkarre betrachte, so weiss ich, was ich geschafft habe und diese Mineralien bedeuten mir mehr, als ein noch so gutes Stück, dass für 5000 Euro auf dem Tisch eines Händlers lag (welches ich auch nie kaufen könnte, davon ab).

Diese Stücke erzählen ihre Geschichte, erlebte Geschichte und sind Puzzleteile, mit denen sich ein Bild der Geologie und Mineralogie der Region ergibt.

Ich bin aber der Meinung, jeder muss selbst wissen, was er sammelt. Wenn ich genug Geld und eine große Wohnung hätte, wer weiß, was ich dann noch dazunehme an Sammlungsgebieten. Nur weil ich Schwarzwald und einige kleinere Sammlungsgebiete sammle sage ich nichts gegen Leute, die weltweit oder Südbayern sammeln. Jedem das seine.

Generell sammle ich jede Größe, hauptsächlich aber MM-Stufen. Eigentlich rechne ich mich dann auch zu den Micromountern, wenn aber ein Stück so interessant gewachsen ist oder derart ästhetisch, dass eine Zerkleinerung nicht ratsam ist, oder sich größere Kristallstufen finden, lasse ich die halt ganz. Von meinen 4500 Schwarzwald-Stufen sind aber ca. 85-90 % MM.

Glück Auf!
Smoeller

MEG:

noch mal einer ausser Fossilienfraktion  ;)   :

Ich hab ( wie die meisten ) weltweit angeklickt.
Ich sammle nähmlich weniger nach Fundort, sondern mehr nach Systematik ( Haizähne, auch wenn diese Sammlung NOCH nicht sehr umwerfend ist  ;) ).
Natürlich kann man schlecht selber weltweit sammeln, deswegen hab ich persönlich im Gegensatz zu anderen ( siehe irgendwo in diesem Thread  ;D ) auch nichts gegen gekaufte Exemplare. Obwohl es natürlich schöner ist, die Vitrine(n) mit Eigenfunden "vollzustopfen"   ;)
@ Tobi: Ich stimme dir vollkommen zu, es dürfen ruhig verschiedene Größen seien, bei mir gibts 0,5 cm Haizähne UND 25 cm Amoniten  ;D
schöne Grüße

Stephan

Tobi:
Nachdem ich mir jetzt den längeren Post von Smoeller mal durchgelesen hab, ist mir aufgefallen, dass man eigentlich nicht nur nach den Sammelgebieten bezüglich der Mineralien selbst fragen kann, sondern eigentlich sogar nach Sammelphilosophien im Allgemeinen. Smoeller schreibt, dass er 4500 Stufen allein aus dem Schwarzwald hat, was ja dann wirklich in Richtung wissenschaftliches Sammeln geht und sowas wie ein geologisches Archiv der Region darstellt. Das ist z.B. bei mir grundlegend anders, denn wie schon erwähnt habe ich nichts Wissenschaftliches im Sinn. Ich sammle z.B. so gut wie nichts, was dann archiviert in einer Schublade oder Kiste landet, sondern habe eigentlich eher im Sinn, dass die Stücke sich optisch bzw. qualitativ dazu eignen, im Regal oder der Vitrine zur Schau gestellt zu werden. Ich hab zwar auch meine (nur) zwei Schubladen mit Belegstücken bzw. weniger atrraktiven Stufen, aber ich sammle eigentlich hauptsächlich für die Vitrine. Aber jedem das seine, wäre übelst langweilig, wenn jeder auf die selbe Weise sammeln und sich für dieselben Objekte interessieren würde! Ich glaube darüber hinaus, dass ich beim Versuch einer Spezialisierung sowieso scheitern würde, weil es in der großen Schatzkiste der Natur einfach viel zu viel gibt, das mich fasziniert...

Gruß

Heinz:

--- Zitat von: smoeller am 03 Oct 06, 21:23 ---Von meinen 4500 Schwarzwald-Stufen sind aber ca. 85-90 % MM.
Glück Auf!
Smoeller

--- Ende Zitat ---
Hallo Smoeller,

hast du die MM alle eingedost,
oder wie bewahrst du die auf ?

Glück Auf
Heinz

Geomaxx:
Hi alle
@Tobi hat den Nagel auf den Kopf getroffen: 'Sammelphilosophie' drückt die Sache erstaunlich gut aus.
@Heinz Als Sammler auch von Kleinstufen und MM kommt man ums Eindosen ja nicht herum, im Gegenteil: Gut gedost ist unverstaubt ! Bei mir landet manch hübscher Brocken in einem Plexikästchen obwohl er sich genauso gut in der Vitrine präsentieren könnte, wenn da der lästige Staub nicht wäre...doch das ist glaube ich einen eigenen thread wert
Grüße an alle Sammelphilosophen

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