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Sammelgebiete
michael berghäuser:
Hallo zusammen :),
ich sammel, kaufe, biete und tausche auch "etwas" Rheinisches Schiefergebirge, speziell Taunus und Hunsrück, und "etwas" Namibia, speziell Goboboseb-Berge. ;D ;D
"Mineraltechnisch" haben es mir Quarze, Calcite, Prehnite und Pyromorphite angetan.
Glückauf
MB
UlrichW:
Hallo Leute,
Spezialisierung überall!
Als ich Grübenbärs Statement für dauerndes "Sammlung komprimieren" las, konnte ich mir ein schmunzeln nicht verkneifen. Nicht das das dauernde Umgestalten der Sammlung so lustig ist, nein, weil ich irgendwie mich erkannt habe. Ich reorganisiere meine Sammlung nun auch schon fast 28 Jahre, aber positive Effekte wollen sich einfach nicht einstellen. Die Sammlung wächst einfach weiter!
Ich habe gelernt, daß Spezialisierung zwangsläufig erst zum grossen Erfolg führt, dann aber genauso schnell in ein totes Eck. Erlischt der Fundpunkt, ist die Region abgesammelt, ist hängen im Schacht! Ich habe deshalb immer darauf geachtet, was mich gerade interessiert hat. Und daher mache ich folgende Unterscheidung: Spezialisierung ja im Sinne der Spezialisierung im aktiver Feldeinsatz. Ich suche nur in einem Gebiet um mich nicht zu verzetteln. Aber Sammeln tue ich eigentlich alles...fast alles.
Ich will daher auch etwas ausholen, und Leute die mich kennen, können jetzt getrost zum nächsten Posting wechseln...das hier dauert! Wem lange Postings auf die nerven gehen, dem sei versichert..das geht auch noch länger. Und wer glaubt man könne so wichtige gedanken in drei Sätzen aufschreiben, der weiss auch, daß dabei 99% des wahren Inhaltes verloren gehen.
Jahr 0
Also angefangen hat alles wie beim Grubenbär. Was irgendwie nach Kristallen aussah, war meins! Und nachdem so etwa ein Jahr ins Land gegangen war, las ich, das sich ein Sammler tunlichst auf irgendetwas spezialisieren soll. Ich versuchte es: Ich sammel ab heute nur noch Siegerland und Bad Ems..und Alpin..und Marokko..und USA..und die schönen Phosphate will ich nicht weggeben..und die Mineralien aus dem Ruhrgebiet auch nicht, schließlich wohne ich ja hier..gezwungenermassen..und Langban kann ja auch noch...und was mach ich mit meiner angefangenen Micro-Systematik....natürlich behalte ich die erst einmal.
Langer rede kurzer Sinn, nach 4 Wochen des Grübelns, umsortierens und aussortierens lag ein ärmliches Häufchen vor mir, das nicht Wert war vertauscht zu werden. Also alles wie es war!
So vergingen die Jahre und der Platz wurde ziemlich knapp.
~Jahr 7
JETZT ABER: SPEZIALISIERUNG, und zwar auf die brutale Art.
Also, Ruhrgebiet muss sein. Und wenns hier nichts mehr zu tun gibt, dann brauche ich ja auch noch ein Ausweichgebiet: Siegerland.
Und wer jetzt denkt ich könne im Urlaub über Mineralien einfach hinwegsteigen, der irrt. Also Alpin und zur Sicherheit noch Arizona, man weis ja nie. Das fatale ist aber, daß meine Phosphatsammlung soetwas wie mein kleiner Schatz war. Und dann war da noch die erst kürzlich begonnene Sammlung der Uranminerale aus Shaba,Zaire, die war untouchable! Und da ich mittlerweilen recht häufig in der Eifel war, behalte ich die lieber auch mal. Alles andere wurde in die Systematik eingegliedert, die dadurch natürlich erheblich an ästhetischem gewann :=> behalten!
Was rausflog waren die Stücke, die entweder qualitativ nicht mehr meinen bedürfnissen genügten und von denen weitere in der Sammlung waren. Das Ende vom Lied: Nach 4 Wochen harten Ringens lagen vor mir ein kleiner Hauifen mit erbärmlichen Stücken.
Schei.. was drauf, dann wird das Zeug eben im Keller gestapelt wenns sein muss.
~ Jahr 11
Eine private Kriese ließ in mir den Entschluss erwachsen, das Sammeln ganz aufzugeben. Ich verscherbelte eine ganze Reihe der Stücke oder schenkte meine Siegerlandsammlung einem Freund. Glücklicherweise behielt ich aber alles was ausserordentlich schön war, also meistens das ausländische Zeugs und die Eifel und Ruhrgebietssammlung. Nach einem Jahr der rumgezappels fasste ich aber wieder Fuss und sammelte weiter. Bis dato hatte sich meine Sammlung fast halbiert, dafür war sie aber jetzt qualitativ "dichter" und kompakter.
~Jahr 12
Die Wende! Auweia, dann kann ich mir jetzt ja mal angucken was da so los ist im Traumland Erzgebirge. Und gesagt getan, ich baute eine Schneeberg-Niederschlema-Sammlung auf.
~Jahr 16
Wenn einer eine Reise tut....dann tunlichst nie nach Tucson..zumindest nicht im Februar. Der Grund ist simpel. Da ich mich schon immer mit den Wulfenitfundorten und Gruben in den "Frontier States" beschäftigt hatte, wollte ich mir die Lokalitäten jetzt mal anschauen. Fatal, denn seit dem ruht in meinen Schränken eine Arizona-Sammlung..untouchable!
~Jahr 17
Lavrion: Nachdem ich in den Anfängen schon mal eine Lavrionsammlung angefangen hatte, aber wegen nachlassendem Materialzuflusses wieder aufgegeben hatte, tat sich jetzt eine grosse Möglichkeit auf. Ich lernte jemanden kennen, der mich mit nach Lavrion nehmen wollte. Das tat er auch, und zwar genau zu der Zeit als das grosse "Lavrion-Fieber" ausbrach. Na jedenfalls war danach nichts wie es vorher war. Innerhalb von nur vier Jahren hatte sich meine Sammlung verdoppelt, alleine durch die Lavrion-Zugänge. Und da die überzähligen Stücke in Frankreich vertauscht wurden, baute sich so nach und nach auch ein guter Stock französischer Mineralien auf.
~Jahr 21
Tauschbörse der 4M in Belgien. Tommis waren auch da. Und wie es der Zufall so will standen die beiden mehr neben mir und ihrem Bierglas als an ihrem Tauschtisch. Dumm gelaufen, aber nun musste ich im darauffolgenden Jahr nach Leicester, auf deren Symposium. Ich bin mit 8 Kisten Mineralien hingefahren und mit 8 Kisten zurück gekommen. Nur waren da nicht mehr meine Steine drin, sondern britische. Es folgten 2 Cornwall-Urlaube, Abstecher nach Yorkshire und Cumbria, Isle of Sky ist nächstes Jahr und Scottland und Wales ist in der Pipeline.
Seit dem ruht Lavrion etwas, aber dafür hat sich eine recht ansehnliche Cornwall-sammlung aufgebaut.
~Jahr 25
Der Bruch! Zwei meiner besten Freunde sind ausgeschieden, einer durch Tod und einer durch soetwas ähnliches. Jedenfalls sass ich da und frug mich wie es weiter gehen sollte. Einerseits gab es keinen mehr in meiner Umgebung der genug Power hatte mit mir Mineralien zu sammeln andererseits hat sich mein bester Kontakt in die Alpen verabschiedet. Das Hobby der Astronomie wurde immer wichtiger für mich.
~Jahr 28
Da sich meine Interessen im Laufe der Jahre mehr von der "ich will alles haben"-Einstellung mehr zum Interesse an der Bergbauhistorie verschoben hatte, besassen meine Sammlungen oft nur die wichtigsten Mineralien eines Fundortes. Nun ist das fatale an der Mineraliensammellei aber, daß wenn man etwas aus der Sammlung herausnehmen will, man doch 1256 Gründe dafür findet, dies doch nicht zu tun. Eine Sache hat aber dann letztendlich doch geklappt: Da ich es hasse mit 30 anderen Sammlern durch einen Steinbruch zu hetzen und dabei nur noch bedingt deutsch reden zu können, entschloss ich mich die Eifel-Sammlung einem Freund in UK zu geben. Nun ja, eine Kopfgrosse Stufe der berühmten Calcite von Pallaflat/Frizington bekam ich als Geschenk. Ein sauteurer Kracher! Aber als ich sie ablehnte, mit der Bemerkung, daß ich erst gar nicht mit Grosstufen anfangen will, schaute ich in verwirrte Gesichter. Ja Leute, ich will kleine aber feine Belegstücke der wichtigsten Mineralien der klassischen europäischen Lagerstätten. Dieser Weg des Umorientierens ist langsam, aber es gelingt mit jedem neuen Stück besser. Daher ist bald mal wieder eine Korrektur der Sammlung angebracht.
Und die Moral von der Geschicht: Spezialisierung ist Unsinn, denn sie führt nur in den sammlerischen Ruhestand. Das leben ist lang, daher können sich die Interessen manigfach ändern. Warum also nicht auch die sammlung "mitleben" lassen?
Ich habe mich entschieden: ich werde mal wieder etwas komprimieren, ist ja schon wieder fast 5 jahre her. Alles was mich nicht mehr begeistert fliegt raus.
Glück auf
Ulrich
Tobi:
@UlrichW: Ist zwar sehr interessant, was du da schreibst. Aber es geht ein bisschen weit, Spezialisierung als "Unsinn" zu bezeichnen! Es gibt auf der Welt hunderttausende Menschen, die mit irgendeiner Spezialisierung Mineralien sammeln, und denen dies jahrzehntelang Befriedigung und Spaß verschafft! Ich habe ja auch keine Spezialisierung im eigentichen Sinn, aber einfach "alles" sammeln ist ja wohl nicht möglich, das musst du zugeben! Allein wer sich vornimmt, etwas scheinbar banales bzw. alltägliches wie Fluorit oder Calcit zu sammeln, der kann dies mit Sicherheit viele Jahre betreiben, ohne dass es langweilig wird...
Aber mal eine ganz andere Frage, die im weitesten Sinne auch hier in den Thread passt: Hat eigentlich irgendwer (die Micromounter natürlich ausgenommen) irgendeine Beschränkung oder Spezialisierung, was die Größe der Stücke angeht?! Ich hab mal früher irgendwo in der Einsteiger-Literatur gelesen, dass die Stücke in einer Sammlung ungefähr die gleiche Größe haben sollten, damit das Ganze auch was aussieht. Ich finde das irgendwie gar nicht, eher sogar im Gegenteil. Wollte nur mal wissen, ob irgendeiner von euch so sammelt, sich also an einer bestimmten Größe orientiert...?
Gruß
UlrichW:
--- Zitat von: Tobi am 03 Oct 06, 14:10 ---@UlrichW: Ist zwar sehr interessant, was du da schreibst. Aber es geht ein bisschen weit, Spezialisierung als "Unsinn" zu bezeichnen!
Gruß
--- Ende Zitat ---
Hallo Tobi!
UUUPS, da hab ich mich aber völlig falsch ausgedrückt! Du hast natürlich vollkommen Recht! NATÜRLICH macht eine Spezialisierung Sinn, da man dadurch tiefer in die Materie einsteigen kann und muss. Ich finde nur das es für den "Normalsterblichen" unter uns UNSINN ist, wenn man Spezialisierung soweit treibt, bis man schließlich keine mineralogische Luft mehr hat zum athmen. Wer damit glücklich ist, der soll es ruhig so weiter machen! Nur die wenigsten schaffen es eine enge Spezialisierung aufrecht zu erhalten und dennoch mineralogisch aktiv zu bleiben. Meist wohnen die aber direkt in einem aussergewöhlichen Fundgebiet.
Aber wie weit muss man die Spezialisierung treiben? Ich habe schon zu oft gehört : " Ich sammel nur abc"! Die meisten, von denen ich das gehört habe, sammeln heute nicht mehr oder so zurückgezogen, daß es fast auf das Gleiche hinauskommt. Ich denke hier wäre einmal eine richtige Diskussion um das Thema vor allem für die Einsteiger unter uns wirklich sinnvoll.
Spezielisiert man sich z.B. auf die Eifel, verfolgt aber weitere "Nebensammlungen" zum Thema Vulkane (Basaltmineralien...), so nenne ich das nicht Spezialisierung sondern Thematisierung. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ich z.B. bin thematisiert auf Bergbau-Mineralien.
Mir ging es in dem Artikel nur darum aufzuzeigen, was man alles so durchmachen kann, wenn man sich nicht von Anfang an streng spezialisiert, sondern zwar seine Spezialinteressen weiter verfolgt, aber ansonsten für alles offen ist.
--- Zitat ---Ich habe ja auch keine Spezialisierung im eigentichen Sinn, aber einfach "alles" sammeln ist ja wohl nicht möglich, das musst du zugeben!
--- Ende Zitat ---
Warum eigentlich nicht? Im Laufe der Zeit werden sich sowieso Schwerpunkte herauskristalisieren. Umgekehrt habe ich Sammlungen von Leuten gesehen, die alles sammeln was nett, hübsch und interessant ist. Es war eine umwerfende Erfahrung einmal eine solche Sammlung zu betrachten, ohne sich immer wieder den selbstauferlegten Zwängen irgendeines Schubladendenkens ergeben zu müssen. Vor allem entfällt der elende Zwang "komplett" werden zu wollen.
Spezialisierung kommt aus der Idee heraus, eine wissenschaftlich wertvolle Sammlung aufbauen zu wollen. Das können nur wenige. Für die allermeisten wäre aber eine "Ich sammel alles"-Sammlung ein wesentlich größerer Quell an Informationen und Anreizen sich mit manchen Dingen tiefer zu beschäftigen. Aber das ist meine Meinung, und die ist oft genug nicht die der Allgemeinheit!
Was deine Frage nach den Größe der Stufen betrifft, ich sammel bevorzugt in den Döschengrößen 2 und 3 (die beiden gängigen Döschen oberhalb der Micromount-Dosen). Micros kommen bei mir in die kleinen Jousi-Döschen. Größere Stufen sammel ich nur, wenn sie von aussergewöhnlicher Qualität sind oder in die Vitrine passen.
Glück auf
Ulrich
Tobi:
Hi,
sicher entwickelt jeder irgendwann Vorlieben, jeder hat Sachen die ihn extrem interessieren und auch welche, die ihn eher kalt lassen. Aber "alles" sammeln sehe ich als unmöglich an, das hieße ja streng genommen, jedes bekannte Mineral von jedem bekannten Fundort zu sammeln. Klar, versuchen kann man das... Find ich gut, dass du auch jene anführst, die alles sammeln, was "nett, hübsch und interessant"ist. Zwar werden jetzt einige Hardliner den Kopf schütteln, aber ich mache es im Grunde genommen genauso. Wenn ich eine wissenschaftlich wertvolle Sammlung sehen will, fahr ich rüber in die Stadt und geh ins Museum ;) Da ich ja auch beruflich nichts mit Mineralogie/Geowissenschaft zu tun habe, kommt es mir da auch gar nicht auf wissenschaftliche Aspekte an, sondern es geht mir einfach nur um Spaß und Freude an der Sache, nämlich beim Suchen, Finden und vor allem beim Anblick schöner Mineralien!
Gruß
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