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Autor Thema: Schatzgräber unerwünscht  (Gelesen 8108 mal)

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Offline Troglophiler

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Schatzgräber unerwünscht
« am: 08 Nov 07, 12:00 »
 >:(

Schatzgräber unerwünscht

Friedrichroda. (tlz) Schatzgräber leben gefährlich. Das Unglück am Höhenzug Schmücke, bei dem drei Hobby-Mineralogen am vergangenen Wochenende verunglückten, ein 60-Jähriger tödlich, führte es der Öffentlichkeit wieder einmal deutlich vor Augen. Ansonsten graben Schatzsucher mehr im Verborgenen - auch was die rechtliche Seite betrifft.

So genannte Schneekopfkugeln (mit Achat oder Quarzkristallen gefüllte Steine) sind eine geologische Besonderheit. Fundstellen gibt es auch bei Friedrichroda am Spießberg und Seebachsfelsen. Auf Börsen lassen sich Schneekopfkugeln gut verkaufen. Doch die Gräberei mitten in Thüringer Wald ist nicht nur gefährlich, sondern auch nicht gern gesehen. Denn nach mehr oder weniger erfolgreicher Suche hinterlassen Schatzgräber nicht selten eine Mondlandschaft. Achim Schneider, Leiter des Herzoglichen Forstamtes Tabarz, kann davon ein Lied singen. Er kennt "Strophen" von hemmungslosem Graben: Die Sucher fahren mit Autos vor, packen ihre Schürfwerkzeuge aus, unterhöhlen Bäume, selbst junge Setzlinge, untergraben Wegböschungen. Er habe auch schon gesehen, dass von Schürfern nur noch die Füße aus dem Erdreich ragten, berichtet Schneider. 2003 war bei Friedrichroda nach einem Schatzsucher vergeblich gesucht worden, nachdem an einer Höhle Grabwerkzeuge, aber keine Person dazu entdeckt worden war. Treffen Förster die Schatzgräber im Wald, stellen sie diese zur Rede. Denn der Grundstückeigentümer muss fürs Graben eine Genehmigung erteilen, weist Forstdirektor Horst Sproßmann, Leiter des Forstamtes Finsterbergen, auf die rechtlichen Belange hin.

Die Wälder um Friedrichroda gehören zum herzoglichen Forst; Schneider: "Früher haben wir mal Genehmigungen erteilt." Doch als die Schatzgräberei Überhand nahm, stellte das Forstamt das ein. Es gebe unter den Hobby-Mineralogen sicherlich Ausnahmen. Schneider verweist darauf, dass er und seine Forstleute auch schon mal Mitglieder mineralogischer Vereine zwei bis drei Stunden durch den Wald geführt hatten. Die Kehrseite sind Raubgräber. Die bleiben einen Tag. Nach dem Buddeln schütten sie ihren Unrat ins aufgeschürfte Loch. Wie eine Müllkippe sehe das dann aus. Sogar in Reisebus-Stärke seien Mineralienfreunde vorgefahren. Häufig aus den Niederlanden, sagt Scheider. Die Fundstellen werden im Internet weltweit angepriesen. Verstärkter Schatzgräber-Tourismus ist die Folge.

Der Winterorkan "Kyrill" habe Anfangs dieses Jahres für einen Boom gesorgt. Umgebrochene Bäume legten mit Wurzeltellern auch Schneekopfkugeln frei. Forstamtsleiter Sproßmann will das so nicht bestätigen. Verständlich. Schließlich möchten die Forstleute das wilde Schürfen im Naturpark Thüringer Wald unterbinden. Schneider: "Wir verweisen Raubgräber des Platzes." Im Wiederholungsfall werden diese wegen Ordnungswidrigkeit belangt. Doch in der Regel gebe es bei Schneekopfkugel-Suchern keine Wiederholungstäter, sagt Schneider. Fraglich, ob der jüngste Unfall abschreckt.

07.11.2007   Von Wieland Fischer

http://www.tlz.de/tlz/tlz.nachbarstaedte.volltext.php?kennung=on1tlzLOKStaGotha39391&zulieferer=tlz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Gotha&auftritt=TLZ&dbserver=1

Offline giantcrystal

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #1 am: 08 Nov 07, 12:59 »
Oha...werden Mineraliensammler  jetzt mit Schatzgräbern und Sondengängern gleichgesetzt... :P

Na, das kann noch heiter werden...

Glück Auf

Thomas

Offline geologe

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #2 am: 08 Nov 07, 13:17 »
Hallo,

Leider ist eine Tatsache das sich so manche Sammler wie die "Wildschweine" durch den Wald bewegen. Manche Fundstellen sehen tatsächlich aus wie Müllkippen. Aber das Thema hatten wir ja schon öfter im Forum, aber verallgemeinern sollte man auch nicht. Leider wird das aber oft getan und die gesamte Sammlerschaft  hat wegen einiger Schmutzfinken darunter zu leiden.
Die Veröffentlichungen von Fundstellen im Internet halte ich für legitim und wünschenswert. Sicher werden dadurch "schräge Vögel" angelockt deren Egoismus, sprich rücksichtloses Verhalten, uns allen schadet. Aber ich könnte dutzende von Themen nennen die im Internet publiziert werden und deren Auswirkungen viel katastrophaler sind.
Ich denke aber das unser Hobby durchaus pflegenswert ist und im Medienzeitalter steht nun mal das Internet zur Verfügung. Ich selber sammle erst 3 Jahre und das Internet hat entscheidende Impulse dazu gegeben mich mit Mineralogie und Geologie zu beschäftigen.
Im übrigen: Egoismus und rücksichtsloses Verhalten werden sind in dieser Gesellschaft durchaus erwünscht und werden gefördert. Ein paar Gedanken dazu lohnen sich durchaus.

Gruß

Jürgen


Offline Bernd G

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #3 am: 08 Nov 07, 13:55 »
hallo habe ich auch gerade gelesen, naja verübeln kann man das nicht, leider !!!!
die leute kennen ja auch eBay und die mineralienbörsen und wenn da halt gut geld damit verdient wird ...
dann fallen die scheuklappen,ist ja verständlich ,und ja der müll keine löcher verfüllt usw.

es kommt der tag da dürfen wir nix mehr suchen  ???

gruß bernd
« Letzte Änderung: 08 Nov 07, 14:00 von Bernd G. »

Offline Bernd G

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #4 am: 08 Nov 07, 14:30 »
leider hat der nette mensch auch noch vergessen ,das pro nase 50 DM gezahlt worden um dort zu graben !!!
und das geld sollte verwendet werden schäden zu beseitigen !!
aber so etwas gerät schnell in vergessenheit  ???

und die vielen publikationen über diese fundstellen in büchern ,oder ausstellungen in museen ,soll das jetzt alles verschwinden ? es sind gerade die sammler die mit museen und autoren zusammenarbeiten um die schönheit der heimat zu zeigen.und der wissenschaftliche aspekt darf ja auch nicht vergessen werden !
normalerweise müssten sammler gefördert werden und nicht als schatzsucher und raubgräber betitelt werden !!
« Letzte Änderung: 08 Nov 07, 19:58 von Bernd G. »

Offline Bernd G

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #5 am: 08 Nov 07, 19:46 »
kennt jemand ein gestetz das es in staatswald oder kommunalen wald verbietet mineralien zu sammeln ?( in thüringen )

gruß bernd

Offline Troglophiler

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #6 am: 08 Nov 07, 20:09 »
Hmm? So auf die Schnelle fällt mir dazu nichts ein. Aber es kommt wohl darauf an wie gesammelt wird. Ob ein Stein auf dem Waldboden liegt oder ob erst ein Loch gegraben werden muss, das ist der Unterschied. Ich könnte mir vorstellen, dass bei einer größeren "Löchergrabaktion" Schadenersatzansprüche (Schädigung von Wurzelwerk ->  Bäumen) geltend gemacht werden können. Ich hab jedenfalls mal soetwas vom Seebachsfelsen gehört - aber das ist auch Privatwald.

Grüße
Jens

Offline Steini LDK

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #7 am: 08 Nov 07, 20:55 »
Hallo!

Mal eine dumme Frage.
Wie ist es wenn man ein Haus baut und nach einer bestimmten Tiefe (1 m?) kommt was weis ich raus.
Sagen wir bei einer Burg die Schatztruhe oder das Erdöl kommt wie aus einer Quelle raus gelaufen..............................
Erhebt da nicht der Staat anspruch auf alles was ein Wert hat????????

Offline guefz

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #8 am: 08 Nov 07, 21:00 »
Ich denke, dass jegliche Beschädigungen an den Bäumen letztlich unter Sachbeschädigung fallen. Wenn der Waldboden nach einer Sammelaktion schlimmer aussieht als nach einer Horde Wildschweine, kann ich den Ärger der betroffenen Waldbesitzer bzw. Waldbewirtschafter sehr gut verstehen.

Günter

Offline Troglophiler

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #9 am: 08 Nov 07, 21:04 »
Hallo Steini,

Zitat
Wie ist es wenn man ein Haus baut und nach einer bestimmten Tiefe (1 m?) kommt was weis ich raus.


also bei einem Schatz würde ich mir ein Loch in den Bauch freuen und keinem was davon verraten...  ;D
Bei Erdöl ? Das käme auf die Menge an...
Aber im Ernst: Schätze fallen unter das "Schatzregal" (in Thüringen wohl auch Fossilien ?): http://de.wikipedia.org/wiki/Schatzregal
Und Bodenschätze unterliegen dem Bergrecht: http://de.wikipedia.org/wiki/Bodensch%C3%A4tze
http://de.wikipedia.org/wiki/Bergrecht

Grüße
Troglo

Offline Steini LDK

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #10 am: 08 Nov 07, 21:35 »
Danke für die Info.
Also ein Schatz läge bei mir auch nicht mehr als 0,5 cm unter der Erde

Offline Steinjäger

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #11 am: 09 Nov 07, 17:45 »
Hallo!

zu der Frage von SteiniLDK bezüglich der  beim Hausbau auf dem eigenen Grundstück entdeckten Schatztruhe:
In §984 BGB steht
"wird eine Sache, die solange verborgen gelegen hat, daß der Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist (Schatz), entdeckt und infolge der Entdeckung in Besitz genommen, so wird das Eigentum zur Hälfte von dem Entdecker, zur Hälfte von dem Eigentümer der Sache erworben, in welcher der Schatz verborgen war".
Du darft Dich als Einwohner des Landes Hessen also freuen, als Entdecker und Grundstücksbesitzer gehört er zu 100% Dir, allen anderen (einschließlich dem Staat) bleibt nur der Neid.
Sollte gleiches einer Person wiederfahren die nicht das Glück hat in Hessen, Nordrhein-Westfalen oder Bayern erfolgreich gewesen zu sein (meines Wissens die einzigen Bundesländer ohne Schatzregal) könnte diese Probleme bekommen, die Auslegung solcher  Schatzregale kommen u.U. einer Enteignung gleich.
Voraussetzung für die Anwendung dieser o.g. Regelungen ist allerdings daß die gefundenen Gegenstände irgendwann einmal im Besitz einer Person gewesen sein müssen, Mineralien oder Fossilien fallen also nicht darunter.

Offline trommeln

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #12 am: 09 Nov 07, 17:54 »
Wir haben mal einen Schatz gefunden....
http://www.forums9.ch/unterhaltung/roemerschatz/index.htm

Offline endeavour-minerals

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #13 am: 09 Nov 07, 20:02 »
Hallo Bernd und alle,

in Bezug auf den Thüringer Wald habe ich folgenden Kenntnisstand. Im Zuge der deutschen Einigung gingen sehr viele Immobilien und Ländereien an die Ureigentümer zurück. Es galt Rückgabe vor Entschädigung. Der Herzog erhob Anspruch auf das Gothaer Schloss. Unter dieser Vorgabe zurecht. Man einigte sich aber in der Richtung dem Herzog den "halben Thüringer Wald" abzutreten und das Schloss blieb im Besitz des Landes Thüringen. Somit sind große Flächen des Kernbereiches des Thüringer Waldes nun im Privatbesitz. Der Herzog wurde übrigens zweimal entschädigt: Einmal in der alten BRD, nachdem er in der russischen Besatzungszone enteignet wurde und dann halt nach der Wende. Übrigens: Die Sammelgenemigung gegen Gebühr war ein Erfolg der Suhler Mineraliengruppe, sonst wäre weit aus früher schon Ende gewesen! Das man aber am Ende die Stellen systematisch doch dicht macht ist logisch nicht nachzuvollziehen. Eine Freigabe dieser Flächen wäre ein Einfaches, zumal diese Flächen meist nur eine max. Ausdehnung von 150 x 150 m haben.  Aber nach diesem bedauernswerten Unfall würde es mich nicht wundern, wenn bald das Mineraliensammeln in der Kernzone des Thüringer Waldes verboten wird. Solche Ereignisse eignen sich immer hervorragend um Verbote durchzusetzen oder Kollektivstrafen auszusprechen.
Na mal sehen ab wann man die Mineraliensammler mit Terroristen vergleicht!
Halb illegal ist ja unser schönes Hobby schon.

Gruß Ingo
« Letzte Änderung: 10 Nov 07, 08:32 von Conny3 »

Offline jürgen lange

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Re: Schatzgräber unerwünscht
« Antwort #14 am: 11 Nov 07, 10:30 »
hallo leute,

zu kennt jemand ein gesetz das es in staatswald oder kommunalen wald verbietet mineralien zu sammeln ?( in thüringen )

es gibt z. b. in hessen und nrw nur allgemeine betretungsrechte im wald auf den wegen.
entnahme von pilzen wird z. b. im einzelfall geduldet. großes sammeln von pilzen schon wieder nicht. quer durch den wald gehen auch nicht.

reiten und mountain-bike fahren ist auch in der diskussion. und auf dem eigenen grund kann man halt sagen, was andere dürfen und was nicht.

wir würden uns auch sehr wundern, wenn leute bei uns im wonhzimmer plötzlich den boden aufhacken würden. oder nicht?

soweit die theorie...

was die müllhalden der sammler angeht. ich bin schon sehr blöd angeschaut worden, als ich neben der mineralien auch noch den dreck der anderen aufgesammelt habe und in den müll gegeben habe.

schönen tag noch  jürgen lange/de

ps: oben habe ich etwas zum thema italienische anfrage zu nationalen sammelgesetzen in der eu geschrieben. man ahnt , was kommt.

 

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