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Löslichkeit von versch. Mineralien
caliastos:
Falsch ist die Frage welches Mineral sich worin löst. Dabei steht Mineral für einen +/- Reinstoff und nicht für ein Gemisch (also Mineral in/auf XY). Das ist eben der Fehler. Denn wenn du nun z.b. Bleiglanz und Calcit zusammen hast, dann kannste beide mit HCL auflösen, geht nur unterschiedlich schnell. Wenn du nun den Bleiglanz aus dem Calcit lösen willst, so wird dieser angegriffen, umgekehrt verschwindet dabei sogar der Calcit.
Da in einem Gestein oft mehr als 1 Mineral vorkommt, sollte man schon wissen, was man weglösen will und was stehen soll. Es bringt nichts, wenn man versuchen will ein Mineral wegzulösen, man aber dazu eine Säure braucht, die das zu erhaltende Mineral auch zerlegt.
Calcit ist wie Dolomit in HCL löslich, doch hängt die Löslichkeit von Dolomit dabei von der Konzentration ab. Andere Minerale sind vllt. nicht bei Raumtemperatur in der Säure löslich, sondern erst bei vllt 100° (und Säure kochen ist schon mal ne heikle Sache). Dann haste auch noch das Problem, daß Wechselwirkungen entstehen.
Allein wenn man schaut, was bei der Mineralbildung einwirkt. Das sind Druck, Temperatur, Fluide, Edukte, Phasen, Zeit usw. Da bringt es nichts sich nur an der Löslichkeit in Säure XY zu orientieren. Nicht bei komplexeren Mineralenverwachsungen. Dummerweise sind zusammen vorkommende Minerale auch gerne mal ähnlich anfällig.
Hg:
Hallo Wegwerfit,
--- Zitat ---dass Reppiait auf Oxalsäure und Schwefelsäure reagiert, Argentopentlandit auf Phosphorsäure, Salpetersäure, HCl und Schwefelsäure.
--- Ende Zitat ---
Dann wird das Ganze schon sehr problematisch, weil du damit schon sämtliche brauchbaren Säuren ausschließt :-\
Die Erze (wenn es Sulfide sind) lösen sich meistens ganz gut in HCl oder Salpetersäure.
Gruß
Andreas
Wegwerfit:
--- Zitat ---Falsch ist die Frage welches Mineral sich worin löst. Dabei steht Mineral für einen +/- Reinstoff und nicht für ein Gemisch (also Mineral in/auf XY). Das ist eben der Fehler. Denn wenn du nun z.b. Bleiglanz und Calcit zusammen hast, dann kannste beide mit HCL auflösen, geht nur unterschiedlich schnell. Wenn du nun den Bleiglanz aus dem Calcit lösen willst, so wird dieser angegriffen, umgekehrt verschwindet dabei sogar der Calcit.
Da in einem Gestein oft mehr als 1 Mineral vorkommt, sollte man schon wissen, was man weglösen will und was stehen soll. Es bringt nichts, wenn man versuchen will ein Mineral wegzulösen, man aber dazu eine Säure braucht, die das zu erhaltende Mineral auch zerlegt.
--- Ende Zitat ---
Dann muss man halt einen Stoff finden, der passt. Z.B. löst sich der Chalkopyrit in NH3, Argentopentlandit aber nicht. Ich weiss gar nicht warum man darum so ein Büro aufmachen muss.
--- Zitat ---Calcit ist wie Dolomit in HCL löslich, doch hängt die Löslichkeit von Dolomit dabei von der Konzentration ab. Andere Minerale sind vllt. nicht bei Raumtemperatur in der Säure löslich, sondern erst bei vllt 100° (und Säure kochen ist schon mal ne heikle Sache). Dann haste auch noch das Problem, daß Wechselwirkungen entstehen.
--- Ende Zitat ---
Dann geht man eben nach dem Prinzip vor, das jürgen lange beschrieben hat:
--- Zitat ---wenn du dein mineral auf zusammensetzung untersuchen willst, solltest du erst mal mit wasser anfangen, erst kalt, dann erhitzen, bei nichtlösen, vorsichtig zu dieser probe nach erkalten etwas konz. salzsäure geben (damit du eine verdünnte salzsäure bekommst). ggf. dann etwas salpetersäure geben. so kannst du mit wenig substanz viele tests machen und mit erfahrung die geschichte eingrenzen.
--- Ende Zitat ---
Was meinst du mit den Wechselwirkungen ? Entstehende Chloride o.ä. ?
Gruss,
Wegwerfit
caliastos:
1)
naja, sagen wir es so. du willst mineral xy lösen. dummerweise hat man aber garantiert mehr als nur 2 minerale in einem erz. ganz dumm ist es dann noch, daß minerale, die erzminerale sich ziemlich ähnlich auch noch verhalten. eine selektive lösung ist für den heimanwender nahezu unmöglich. nehmen wir mal silikate. du willst ein silikatisches erz aus einem quarzgang herauslösen. dumm, daß du für den quarz schon was von der härte von flußsäure brauchst, dummerweise wird die dir aber das andere, gewünschte silikat auch gut anknabbern. das kommt recht oft vor. und ich bezweifel, daß du immer das resistenteste mineral freipräparieren willst. das frißt dir immer die schwächeren mit weg.
und wie Hg schon sagte, die mehrheit dessen, was als erz bekannt ist ist sulfidisch (auch wenn es viel mehr gibt, was von der definition her erz ist). und die sulfide sind fast allesamt dermaßen säureunverträglich, daß selektives ausätzen kompliziert wird. zudem wird man die nötigen stoffe nicht ohne weiteres bekommen oder die bedingungen anpassen können.
2)
theoretisch möglich, nur es gibt auch theoretisch eine unzahl von stoffen, die man testen könnten und mit vielen bedingungen kombinieren kann. blind experimentieren ist aber nicht ratsam. viele minerale lassen sich ja an sich gut und wässrigen und CO2-reichen lösungen auflösen. der haken dabei ist, druck und temperatur müssen dabei stimmen bzw. die zeit dazu bleiben. man hat leider recht wenig davon, wenn sich 3 von 5 mineralen in einem erz bei warmen HCL auflösen, wenn das zu erhaltende mineral darunter ist.
3)
was ich mit wechselwirkung meine ist: du denkst z.b. "super, mit säure a löse ich nun das mineral x auf und verschone mineral y. blöde nur, wenn mineral x und säure a eine substanz bilden, die das mineral y angreift. du würdest dann z.b. ein sulfid mit hcl weglösen wollen um dein traummineral freizulegen und dabei H2S erzeugen, welches aber nun dummerweise dein freizulegendes mineral angreift.
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