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Autor Thema: Von einem Anfänger für Anfänger  (Gelesen 12042 mal)

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Offline minuwe

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #15 am: 13 Jan 08, 16:29 »
Mit Geröll an sich kann man sich nicht vergiften, es müsste schon mit einem sehr starken Gift kontaminiert sein, selbst dann läge die durch Lecken aufgenommene Menge im Milligrammbereich. Gerölle, wie sie in der Natur liegen, sind ungefährlich, allerdings ist bei solchen eine Geschmacksprobe zur Bestimmung eher ungeeignet. Der Geschmack von Geröllen wird hauptsächlich bestimmt von mit den Stücken in Kontakt gekommenen Stoffen wie z. B. tierischen Ausscheidungen oder bakteriellen Schleimen  :-X .

Zum Geschmack siehe hier: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Geschmack

Glück Auf
Uwe

Offline caliastos

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #16 am: 13 Jan 08, 16:55 »
also steine werden bestenfalls abgeleckt um die oberfläche deutlich zu sehen. aber, ne... dazu fällt mir immer eine meine erste exkursion mit einem dozenten ein. der hat sich am wegensrand einmal gebückt, nen stein aufgehoben und abgeschlabbert. und das in nem gebiet, wo man sehr viele leute mit hunden spazierengehen sieht.... brrr... dann hat er ne HCl-probe vorgeführt und den stein weggeschmissen. dann was vergessen zu zeigen, den stein genommen und nochmal abgeschlabbert (halt an die salzsäure nicht gedacht). so viel zum abschlecken. also zu sowas kann ich mich nicht wirklich hinreißen. bestenfalls wenn abgewaschen oder echt frischer bruch.

also nichts mit vergiften, sofern man schaut was für dreck im umfeld liegt oder war. ist aber nicht so häufig.

am geschmack erkennt man einen stein überhaupt nicht. einzige ausnahme sind salze, die man am geschmack erkennen kann. riechen geht schon eher, aber auch nur wenn man den hammer drauf abgleiten läßt und frischen bruch hat. sonst hat man nur den fremdgeruch. bitumenreiche steine stinken dabei ziemlich.

Zitat
Und kann ich diesen Satz  so verstehen, das ich die unterschiedlichen Gesteine als zB. Granit, Kalk, Sandstein usw. lerne auseinander zu halten, damit ich sie im Verbund wieder erkennen kann?

naja, versteh das mal besser so: granit von sandstein, kalkstein, mergel, schiefer, basalt und co. zu unterscheiden ist eine sache. bringt einen schon mal gut weiter. dann aber gibt es noch genauere unterschiede. z.b. raiselsberger sandstein und buntsandstein, bozener quarzporphyr und brixner granit usw. als lokalnamen für ein gestein. unterscheiden sich dabei nach mineralzusammensetzung und vorkommen. ein granit aus norwegen ist eben ein anderer als aus deutschland bzw. italien, auch wenn sie scheinbar gleich aussehen.

Offline Druide

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #17 am: 13 Jan 08, 17:15 »
Hallo Caliastos,
ich schmecke die Steine nicht an Ort und Stelle nur sauber und an der gebrochenen Seite. Jetzt aber nicht mehr ;)

Danke deine Antwort hat mir weiter geholfen
Maria

Offline caliastos

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #18 am: 13 Jan 08, 17:31 »
na dann bringt es eh nichts mehr den stein zu "kosten". geschmack gibt es da halt nicht mehr. und wie gesagt, nur salz und bituminöse gesteine bzw. solche mit viel organischem material haben nen merklichen geschmack. aber bis auf salz absolut kein erkennungsmerkmal.

was man organoleptisch erkennt sind dann halt sachen wie: "dreck". also wenn da öl, bezin, düngermittel und co den untergrund verdrecken. aber da sollte man nicht mit mund rangehen. machen aber manche, nur so gut ist das nicht. geht auch mit nase und finger. das sind dann aber dennoch keine gesteinsmerkmale.

mundprobe an sich gibt es nur für einen anderen test. und zwar den nach der korngröße. knirscht ein mergel oder ton zwischen den zähnen, so ist sand drinnen, wirds seifig, dann ist kein sand drinnen. man kann damit also nur zwischen, sand, schluff und ton unterscheiden.

Offline Yoscha

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #19 am: 13 Jan 08, 17:35 »

Hallo  Yoscha,

Wenn du Zeit findest, dann nimm sie dir ruhig und schau dir einige schöne Aufschlüsse der typischsten Gesteine der Region an.

Verstehe ich mit diesem Satz richtig, das ich mir offene Erde  (Steinbruch) anschauen soll um zu verstehen auf was ich gehe?
Um mal einen etwas übertriebenen Vergleich zu machen;
Du willst wissen, was ein Tisch ist.
Dann schaut man sich zu erst den Tisch (das Ausgangsgestein) an, lernt die verschienen Tische (Gesteine) kennen und wenn man das kann, dann ist es auch kein Problem ein einzelnes Tischbein (Gerölle und Gesteinsbruckstücke) einem bestimmten Tisch zuzuordnen.


Wenn ich hier an Weser in Kiesgruben nach beispielsweise schönen roten Kieselgesteinen schaue und auch noch welche finde, dann kann ich ersteinmal nicht wirklich sagen, woher es kommt. Ist es ein roter Feuerstein? Oder ist es ein Karneol, den die Weser aus dem Mittelgebirge mitgeschleppt hat?
Wie lerne ich den Unterschied kennen? Indem ich mir Gegenden anschaue, in denen eindeutig rote Feuersteine bzw. Karneol vorkommt.
Meine Karneole habe ich z.B. von einem Aufschluss in der Nähe der Werra, wo alle roten Kieselgesteine eindeutig Karneole sind.
Meine roten Feuersteine habe ich aus den Moränen der Saaleeiszeit rings um Bremen.
Jetzt habe ich beide Möglichkeiten unverfälscht kennengelernt.
Wenn ich jetzt wieder rote Kieselgesteine in Weserkiesen finde, weiß ich worauf ich achten muss, um die beiden Möglichkeiten auseinander zu halten. Warum? Weil sie im Weserkies nicht eindeutig waren, aber an ihren Herkunftsorten waren die Gesteine allein schon aus der Geologie eindeutig ;).






Offline caliastos

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #20 am: 13 Jan 08, 17:46 »
kurz gesagt:

du mußt zunächst kapiert haben was das merkmal eines sandsteins oder ein granits ist. dazu solltest dir erst mal bischen backgroundwissen zum gestein aneignen und ein bild davon haben, es also in natura sehen. d.h. im aufschluß und als handstücke, welches ein teilbild des ganzen ist.

wenn du das grundsystem hast, dann solltest du differenzieren lernen. d.h. du mußt erkennen ob zwei sandsteine aus der gleichen schicht stammen. wenn einer grob und der andere fein sind, dann kann, aber muß beides nicht aus der selben schicht kommen. gibt es in der nähe laut karte und erläuterung nur einen sandstein, wird es so sein, daß beide das gleiche gesten sind. ansonsten braucht man ein bild des anstehenden gesteins um die stücke zuzuweisen.

die allgemeine zuordnung zu granit und sandstein bringt was global gesehen, regional ist das zu ungenau. wobei ich selbst bei stücken, die jetzt aus dem ausland stammen lieber weiß wie das gestein mit lokalbezeichnung heißt.

irreführend sind dabei blöde begriffe aus der steinbearbeitung, die s.b. ein stein als marmor klassifizieren, der eigentlich kalkstein ist und so nen spaß.

Offline Druide

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #21 am: 13 Jan 08, 18:02 »
Danke für die Infos,
die muß ich jetzt ersteinmal sacken lassen, habe aber denke ich verstanden.  ???
Wenn nicht frage ich einfach nochmals :D

Maria

Offline trommeln

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Re: Von einem Anfänger für Anfänger
« Antwort #22 am: 13 Jan 08, 18:51 »
Schade.. dachte schon wir würden Maria beim nächsten "Wetten dass" Steine schlecken sehen  :D :D :D ;)

Ja, das mit dem Geschiebe ist nicht so einfach... besonders wenn Karneol und Feuerstein und Achat ja nicht von einem Gebirge stammen, sondern meist an Ort und Stelle entstanden sind.

Also da gibt es die Felststücke, die "verschleppt" wurden.. und dann die Calcedone (eben Feuerstein und so) die eher an Ort und Stelle entstanden sind und einmal Knollen, Hohlraumausfüllungen und Schichten waren...

Dann gibt es noch die Vulkanblasen - Basalt und Gabbro und so, die örtlich aufgestiegen sind und teilweise Leitgesteine sind, also wenn du in einem Fluss ein Stück davon siehst, dann weisst du, dass da ein bestimmter Ort dahinter steht.. z.B. AllalinGabbro=Smaragdit-Gabbro findet sich immer in der Rhone und deren alten Windungen.

Dann wurden gewisse Gesteine durch Druck verändert, als die Alpen sich gefaltet haben... metamorphe Gesteine..  und.. dann sind wir eben bei dem Buch das ich gelesen habe...  ;)

 

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