Also hier nach den Tips von caliastos (siehe oben) der Tip von Uwe:
Ich habe natürlich auch eine Strichtafel, aber ehrlich gesagt, ich benutze diese fast nie. Der Strich zeigt die Farbe feinster Splitter des Minerals. Bei größeren durchsichtigen Kristallen ist die Strichfarbe gleich der Kristallfarbe, es sei denn, das Mineral ist härter als die Strichtafel.
Gruß Uwe
und:
Die Strichfarbe ist meines Erachtens nur bei der Beurteilung von Sulfiden und dunklen Oxyden hilfreich.
Uwe
Im Lexikon ist für Anfänger nicht sehr deutlich beschrieben, dass Minerale, welche ihr eigener Farbstoff sind, auch deren Strichpulver meist diese Farbe hat, wenn auch meist etwas heller (zum Beispiel Malachit). Manchmal weicht jedoch das feine Strichpulver in der Farbe dem ursprünglich größeren zusammenhängenden Korn ab (Bsp. Pyrit als feste Masse- Farbe goldgelb, Strichfarbe schwarzgrün). Anders bei Mineralen, welche von Fremdstoffen eingefärbt sind. Diese haben einen weißen bis leicht grauen Strich, da die das Mineral kennzeichnende Farbe im Pulver dann zurücktritt.
Mineralien, welche in verschiedenen Farben auftreten können (allochromatisch) haben eine einheitliche Strichfarbe. Deshalb sind besonders solche Minerale über die Strichfarbe besser zu bestimmen, als über die Mineralfarbe.
Ein Problem ist oft: Wie nimmt man einen Strich von einer sehr kleinen Probe, bei der sich eine handelsübliche Strichtafel wie eine Gehwegplatte handeln lässt. Man nimmt hierzu Scherben eines sehr harten Geschirrporzellans, zerkleinere ggf. mit dem Hammer etwas (gegen Splitterflug dabei mit Lappen bedecken). Mit den so erhaltenen spitzen Splittern, welche man beim Strich nehmen mit einer Zange halten kann, kommt man auch an enge Stellen der Mineralstufe. Den Strich betrachtet man möglichst in Tageslicht unter Vergrößerung.
Hat man kleinste Kristalle, welche beim Strichnehmen sofort abbrechen, pulverisiert man eine Probe mit einem Mörser oder notfalls einem Hammer und streicht dann das Pulver auf der weißen Strichtafel aus.
Eine Besonderheit haben manche Mineralien dahingehend, dass sich die Farbe des Striches ändert, wenn man diesen intensiv verreibt. Zum Beispiel haben die sehr ähnlichen und häufig am gleichen Fundort vorkommenden Minerale Graphit und Molybdänit einen grauen Strich. Aber nur bei Molybdänit wird das Strichpulver durch Verreiben grünlichgrau.
Glück Auf
Uwe