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Autor Thema: Die Strichfarbe- Anwendung, Verlässlichkeit, Erfahrungen  (Gelesen 4228 mal)

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Offline minuwe

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Hallo,

zur Mineralbestimmung ist die Strichfarbe (= der Strich) ein hilfreiches Mittel. Oft weicht die Strichfarbe auch von der in der Literatur angegebenen ab.

Welche Erkenntnisse und Erfahrungen habt ihr hierzu? Was ist zu beachten und was hilfreich?

Glück Auf
Uwe

Offline caliastos

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mehr als ein stück testen. denn je zusammensetzung variieren die nuancen.
 und der größte witz: in jdem buch findet man immer abweichungen, weil man strichfarbe nicht irgendwie genau definieren kann. für jeden ist die s und das eine andere farbe.

Offline thothie

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Offline der Sauerländer

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und wenn ihr dann alles habt, packt es dorthin:

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Strich

Offline minuwe

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Hatte mir überlegt, dass hier einige Gedanken zur Strichfarbe gesammelt werden, damit Leser, die dieses einfache und gute Betimmungsmittel noch nicht kennen, es mal probieren und vielleicht dann nutzen. Der Hinweis auf die Lexikonseite ist zwar richtig, aber da steht auch nicht alles! Und der Rücklink auf den Ausgangsthread sagt keinesfalls alles.

Wann gibt schon mal jemand, der hier Minerale zum Bestimmen einstellt, die Strichfarbe dazu an? Deshalb bin ich mir sicher, dass die meisten Einsteiger in unser Hobby das Verfahren noch nicht kennen!

Uwe

« Letzte Änderung: 11 Jan 08, 01:37 von minuwe »

Offline minuwe

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Also hier nach den Tips von caliastos (siehe oben) der Tip von Uwe:
Zitat
Ich habe natürlich auch eine Strichtafel, aber ehrlich gesagt, ich benutze diese fast nie. Der Strich zeigt die Farbe feinster Splitter des Minerals. Bei größeren durchsichtigen Kristallen ist die Strichfarbe gleich der Kristallfarbe, es sei denn, das Mineral ist härter als die Strichtafel.
Gruß Uwe

und:
Zitat
Die Strichfarbe ist meines Erachtens nur bei der Beurteilung von Sulfiden und dunklen Oxyden hilfreich.
Uwe

Im Lexikon ist für Anfänger nicht sehr deutlich beschrieben, dass Minerale, welche ihr eigener Farbstoff sind, auch deren Strichpulver meist diese Farbe hat, wenn auch meist etwas heller (zum Beispiel Malachit). Manchmal weicht jedoch das feine Strichpulver in der Farbe dem ursprünglich größeren zusammenhängenden Korn ab (Bsp. Pyrit als feste Masse- Farbe goldgelb, Strichfarbe schwarzgrün). Anders bei Mineralen, welche von Fremdstoffen eingefärbt sind. Diese haben einen weißen bis leicht grauen Strich, da die das Mineral kennzeichnende Farbe im Pulver dann zurücktritt.

Mineralien, welche in verschiedenen Farben auftreten können (allochromatisch) haben eine einheitliche Strichfarbe. Deshalb sind besonders solche Minerale über die Strichfarbe besser zu bestimmen, als über die Mineralfarbe.

Ein Problem ist oft: Wie nimmt man einen Strich von einer sehr kleinen Probe, bei der sich eine handelsübliche Strichtafel wie eine Gehwegplatte handeln lässt. Man nimmt hierzu Scherben eines sehr harten Geschirrporzellans, zerkleinere ggf. mit dem Hammer etwas (gegen Splitterflug dabei mit Lappen bedecken). Mit den so erhaltenen spitzen Splittern, welche man beim Strich nehmen mit einer Zange halten kann, kommt man auch an enge Stellen der Mineralstufe. Den Strich betrachtet man möglichst in Tageslicht unter Vergrößerung.

Hat man kleinste Kristalle, welche beim Strichnehmen sofort abbrechen, pulverisiert man eine Probe mit einem Mörser oder notfalls einem Hammer und streicht dann das Pulver auf der weißen Strichtafel aus.

Eine Besonderheit haben manche Mineralien dahingehend, dass sich die Farbe des Striches ändert, wenn man diesen intensiv verreibt.   Zum Beispiel haben die sehr ähnlichen und häufig am gleichen Fundort vorkommenden Minerale Graphit und Molybdänit einen grauen Strich. Aber nur bei Molybdänit wird das Strichpulver durch Verreiben grünlichgrau.

Glück Auf
Uwe




« Letzte Änderung: 11 Jan 08, 01:39 von minuwe »

Offline smoeller

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Hallo,

Sphalerit weist je nach Eigenfarbe (Eisengehalt) einen unterschiedlichen Strich auf. Dieser variiert von weiß (helle Varietäten wie Honigblende) über beigebeiß (Rubinblende und hellbraun), blass bräunlichweiß (braune Zinkblende) bis zu gelblichbraun bei tiefbrauner Blende. Allen Varietäten gemein ist aber ein mehr oder weniger starker Geruch nach faulen Eiern (H2S), wenn man den Strich stark verreibt.

Viele ähnliche Minerale haben andere Strichfarben, insbesondere ist dies bei den roten Sphaleriten der Fall, die Häufig mit Proustit, Cuprit, Realgar oder Cinnabarit (Zinnober) verwechselt werden (ungeachtet der Kristallform, die an flächenreicheren xx oft schlecht bestimmbar ist). Während also rote Zinkblende einen sehr hellen, weißen bis nur schwach gelblichen Strich gibt, geben die anderen hier genannten Arten einen intensiv roten Strich. Das würde Zinkblende nie tun.

Glück Auf!
Smoeller

Offline minuwe

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Zitat
....Bleiglanz ist verrieben bleigrau, Sphalerit weiss (wenn sehr hell, sonst braun, aber nie grau). Zudem stinkt der Strich beim Verreiben nach faulen Eiern (H2S).....
Glück Auf!
Smoeller

 

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