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Laune der Natur oder Werkzeug

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Druide:
Hallo
danke das ihr euch die Mühe macht über meine Gemarkung nach zu denken.
Wenn ich mir die Wände der Klinge ansehe und das Gelände in betracht ziehe, erweckt es den Eindruck, als wäre eine große Schlammwelle  von Nord/Ost nach Süd/Westen geschwappt.

Auf der geologischen Karte ist ab der Klinge
 SMs zu finden oberhalb So. Auf der Ebene ganz oben wo das Dorf steht befindet sich Löss und Löslehm.
Ich habe mir die Mühe geamacht und habe das Gelände der Klinge unter Wasser gesetzt. Ist vielleicht laienhaft aber das benötige ich für meine Phantasie :-)
Das Wasser fliest gegen Miltenberg.
Müßte ich jetzt wohl auf der Karte schauen, welcher Grund sich in nordöstlicher Richtung befindet?!
Irgendwo muß ja der eisenhaltige Sandstein her kommen.

Die Fliesrichtung erklärt aber nicht warum die Klinge ohne Übergang abrupt anfängt
Und außgerechnet dort in der Klinge befinden sich die großen Sandsteinquader und an dem Rand. Ich habe mit den zuständigen Behörden gesprochen.

Nach ihrer Ansicht ist und bleibt es eine natürliche Klinge.
Und da regt sich mein Widerstand ungemein.

Wäre es die einzige Klinge die so ihren Anfang hat, na ja...
aber ich kenne bestimmt noch zwei dieser Erscheinungen.  Und an diesen Stellen befinden sich ebenfalls die Steinquader, oberhalb der Klinge und in der Klinge.
Aber besonders an der orts nahen Klinge, kann man die Steinhalden  am oberen Rand besonders gut erkennen.
Was ich die ganze Zeit übersehen habe ist ein tief eingefahrener Weg (Hohlweg?), der an den Rand der Klinge geht.

Könnte es nicht letztendlich doch eine Klinge sein in der etwas heraus geholt wurde?
Steinequader  oder eisenhaltige Steine.

Wer hat eine Idee für mich? Bin für jeden Tip dankbar.
Maria

minuwe:
Hallo Maria,

meist sind geologische Zusammenhänge derart komplex, dass es oft sinnvoll ist, mit einem Geologen vor Ort das Gelände zu begehen, oder einen zu befragen, der das schon getan hat. Selbst Karten sind da im kleinteiligen Bereich nicht so genau. Sollte dich aber nicht hindern, hier zu fragen.

Die Frage, ob die Klinge ein Bruch ist oder natürliche Bildung, lässt sich gut vor Ort untersuchen. Denn Geländeform, eventuelle Spuren von Gesteinsabbau oder Erosion und so weiter verraten dann meistens einiges. Es kann auch sein, dass eine natürliche Vertiefung durch Gesteinsabbau teilweise oder vollständig überformt und erweitert wurde. So etwas muss man selbst sehen, um eine Meinung zu finden.
Die Kluft in dem Moos- bewachsenen Stein kann eine Spur menschlicher Tätigkeit, aber auch eine ausgewaschene Mineralkluft (Ton, Calcit, Limonit oder weniger verfestigtes Gestein usw.) sein. Manchmal lässt sich mehr erkennen, wenn man solche Steine vollständig reinigt, wie es die Archäologen tun. Dann kann man ggf. Bearbeitungsspuren erkennen.  Spachtel, Brechstange zum Umwenden, Grabungswerkzeuge, Bürste, Drahtbürste leisten hier Dienst. Der Verwitterungsgrad scheint hier aber stark fortgeschritten.

Gruß
Uwe



Druide:
Hallo Uwe,
ich habe die ganze Klinge schon zerlegt.
Mit dem zuständigen Geologe hatte ich schon telphoniert. Mache ich jetzt noch mal, da ich weis das es in der Klinge eisenreiche Sandsteinchen sind.
Die Löcher im Stein habe ich auch schon gebürstet und gereinigt. Das sind keine Mineralienspuren. Die selben konischen Löcher sind auch an einem anderen Stein zu finden.
Danke für deine Antwort. 

Maria

Druide:
Halli Hallo,
hier mit findet die Suche nach den Spuren der Flachsdarre und der Klinge nun ein Ende.
Ein Mitglied des Mineralienatlas hat mir Hinweise für eine logische Erklärung gegeben.
Für mich auf jeden Fall stimmig
Die Auflösung des Rätsels

Die Halden können den Transport gedient haben,die Steine wurden auf diesen durch unterhebeln von Holzstangen gerutscht.
Die Flachsdarre können Feldschmiedefeuer sein.Da beim Steine zuschlagen die Meisel schnell stumpf wurden,hat man diese gleich an Ort und Stelle wieder ausgeschmiedet.In den Gruben hat also ein Holzkohlefeuer gebrannt.


Ich möchte mich nochmals recht herzlich bei allen bedanken, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen.

Maria

stoanklopfer:

--- Zitat ---rote sandsteine sind nur ein hinweis auf kontinentale bildungen
--- Ende Zitat ---

Hallo caliastos,

diese Bemerkung ist nicht richtig. Ich weiss, bis vor einigen Jahren war dies Meinung recht verbreitet (manche vertreten sie heute noch), aber so einfach ist diese Sache nicht. Es gibt auch durchaus marine Sandsteine mit roter Farbe, auch die Diagenese (mit Hämatitbildung etc.) muss berücksichtigt werden, das Thema ist fast grenzenlos...

Stoanklopfer

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