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Autor Thema: Laune der Natur oder Werkzeug  (Gelesen 26236 mal)

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #45 am: 15 Feb 08, 15:05 »
Hallo,
habt  ihr es gehört?
Ich bin gerade in Ohnmacht gefallen.

Jetzt verstehe ich nix mehr.

Zitat Erik, er hatte die Sandsteine in der Hand:
(Magnetit)
(Magnetit)Solche Körner sind aber definitiv  nirgends zu erkennen, das gesamte Material besteht nur aus Quarzkörnern, rotbraune Eisenoxide bilden das Bindemittel. Und, wie gesagt, wäre Magnetit vorhanden, würde der Stein selbst auch anziehend wirken - zumindest auf Eisenpulver. Und das ist, jedenfalls bei den Stücken die du mir geschickt hast, nicht der Fall.

Ich glaub ich lasse die Geschichte Geschichte sein und gehe wieder Kräuter sammeln *lach

Aber nur vielleicht ;D ;D ;D ;D ;D
Maria

Offline caliastos

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #46 am: 15 Feb 08, 15:43 »
wenn ich das zitat so nehme kommt dabei heraus: ein "eisenhaliger quarzsandstein"

das eisen selbtredend nicht als Fe sondern wie vorher schön stehend als seine oxide.

zudem ist der sandstein nun auch an sich garantiert festländisch, da quarz nunmal nicht marin gebildet wird bzw. nur im küstennähe sedimentiert wird. reiner quarz bedeutet zudem, daß das ausgangsgestein quarzreich und weite entfernt war. so blieb durch die erosion nur der quarz über. das eisen kann nun entweder später miteingelagert worden sein, oder wanderte mit der zeit in den sandstein. es kann auch das kornbindemittel sein.

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #47 am: 15 Feb 08, 16:16 »
Hallo Caliastos,
so nun muß ich aber noch mal dumm fragen. Der Sandstein fand ich, möglicherweise an einem römischen Steinbruch.
Ist es ein Gedanke wert, das es Werkzeug ist, das in all den Jahren verostestes ist und in den tieferen Erdboden gesickert ist?
Na die Sandsteinchen haben es aber in sich! ???

Maria

Offline caliastos

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #48 am: 15 Feb 08, 18:31 »
definitiv nicht.

überleg mal, wie viel eisen müßte da wohl verrostet sein und wie weit und tief sollte das diffundieren? etwas unrealistisch.

2000 jahre reichen dafür nicht aus. gesteinsbildung und veränderung rechnet nicht in solchen kurzen zeiträumen. verwitterung geht zwar schnell, die bildung aber bedarf mehrerer zehntausend jahre (wenn wir eiszeitliche bildungen nehmen) und millionen von jahren für andere sedimente. keine chance.

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #49 am: 15 Feb 08, 18:48 »
Hallo Caliastos,
danke für den schnellen Austausch. Klasse auch wenn ich immer noch so ratlos bin wie zuvor, was die Steine betrifft.
Ja mir fällt dann nix mehr ein dazu. Völlig ratlos ??? ???
*lach doch eine Idee habe ich noch.
Ich habe gehört das es Bakterien gibt die Gold sch..en :o
Vielleicht gibt es auch Bakterien die das Eisen in der Form ausscheiden ;D ;D ;D
Ich weis das bedarf keine Antwort *lach laut

Maria

Offline minuwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #50 am: 15 Feb 08, 23:04 »
Da es Magnetitsandstein gibt (Magnetit ist ja in Seifenlagern häufig und mitunter reichlich), kann ich mir  vorstellen, dass der Magnetit hier zum Teil in Hämatit umgewandelt ist, so dass der Magnetit zwar teilweise noch vorhanden, aber optisch nicht mehr auszumachen ist (nur mikroskopisch). Diese Teilpseudomorphose nach Magnetit heißt Ferrotin und ist auch zu einem gewissen Grad magnetisch. Dort, wo der Magnetit völlig in Hämatit umgewandelt ist, heist diese Pseudomorphose Martit. Ist der Magnetit direkt oxidiert, heist das entstandene Mineral "Maghemit", sozusagen kubischer Hämatit, welcher nicht "normal" magnetisch ist.

Ich nehme an, dass hier also ein "Eisensandstein" vorliegt, der neben Quarz zum Teil Martit, zum Teil Ferrotin enthält und aus einer stark mit Magnetit angereicherten Seife gebildet wurde.

Dass ein reines Hämatit- Sand- Gemisch magnetisch ist, bestreite ich weiterhin. Habe probehalber besten erzgebirgischen Hämatit in Späne gefeilt und diese mit einem Smarium- Kobalt- Dauermagnet (stark) konfrontiert, keine Anziehung.

Glück Auf
Uwe
« Letzte Änderung: 15 Feb 08, 23:57 von minuwe »

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #51 am: 15 Feb 08, 23:21 »
Hallo Uwe,
danke für deine Mühe. Und bester erzgebirgischer Hämatit mußte dran glauben :'(
Die Mühe sollte belohnt werden :-*
So sag ich danke und gebe dem magnetischem Sandstein seine Ruhe.
Soll er in der Erde weiter schlafen, auf das er keine Opfer mehr fordert.
Amen
gute Nacht
Maria

 

Offline minuwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #52 am: 16 Feb 08, 00:01 »
Zitat
Und bester erzgebirgischer Hämatit mußte dran glauben
dran glauben musste der nicht gleich, aber ich muss dran glauben... dass der Sandstein magnetisch ist  :o  ;)

Glück Auf
Uwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #53 am: 16 Feb 08, 00:09 »
Ja Uwe,
das mußt du wohl, daran glauben. ;D ;D ;D
Erik ist mein Zeuge.  ;)
Maria

Offline stoanklopfer

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #54 am: 17 Feb 08, 08:06 »
Hallo caliastos!

Zitat
2000 jahre reichen dafür nicht aus. gesteinsbildung und veränderung rechnet nicht in solchen kurzen zeiträumen. verwitterung geht zwar schnell, die bildung aber bedarf mehrerer zehntausend jahre (wenn wir eiszeitliche bildungen nehmen) und millionen von jahren für andere sedimente. keine chance.

Dazu habeich etwas sehr Interessantes anzufügen (wäre eigentlich einen eigenen thread wert: Bildungsdauer von Mineralen): Von wenigen Jahren fand ich in den Stollen von Brixlegg in Tirol im Schlamm am Stollenboden bis zu handtellergroße Markasitkonkretionen mit Kristallen bis zu 2 cm! Das Auffallendste dran waren bei genauerer Betrachtung einzelne gleich dicke und rechtwinkelig aufeinanderstehende "Würste", die gegeneinander um eine "Wurstdicke" versetzt waren (im Querschnitt zur Gänze Markasit!). An manchen Stücken haftete auch noch eine weiße pulvrige Masse, die ich vorerst nicht zuordnen konnte. Wie sich nach Recherchen herausgestellt hat, war am Kogel bei Brixlegg während WK II ein Beobachtungsbunker errichtet worden (Stahlbeton), der in den ersten Nachkriegsjahren gesprengt wurde. Die Trümmer wurden einfach in den nächstgelegenen Schacht gekippt und sind somit auf tiefere Sohlen gelangt. Im Stollenschlamm unter Luftabschluss und nur den sulfidischen Wässern ausgesetzt, hat sich der Beton zersetzt (bis auf Relikte) und der Bewehrungsstahl in Markasit umgewandelt. Nachvollziehbare Dauer: Ca. 60 Jahre!!!

Gruß
Volkmar

Offline Erik

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #55 am: 17 Feb 08, 10:07 »
Hi,

der magnetische Sandstein ist wirklich merkwürdig. Sowohl im Bruch, als auch pulverisiert ist nirgends Magnetit zu erkennen - auch nichts reliktisches. Das Gestein ist sehr feinkörnig, besteht ausschließlich aus Quarzkörnern und vereinzelten Glimmerblättchen. Das Bindemittel ist ferritisch - rötlichbraune Eisenoxide. Aber, es gibt keine "größeren" Bereiche zwischen den Quarzkörnern, die Oxide liegen nur als "Haut" um die Quarzkörner vor - und diese Quarzkörner werden vom Magneten angezogen (erstaunlich gut).

War mir neu - habe es mit Vergleichsstücken von stratigraphisch unterschiedlichen Fe-reichen Sandsteinen aus dem Buntsandstein versucht, da passierte nix.
Wenn die Stücke nicht aus einer Lehmwand gebuddelt worden wären, würde ich vermuten, daß sie irgendwie starker Hitze ausgesetzt waren; denn dann reagieren meine Proben (zT.) auch magnetisch.

Gruß, Erik

Offline minuwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #56 am: 17 Feb 08, 12:20 »
Ja, wenn man Hämatit geglüht hat, ist er magnetisch. Wird in der Reduktionsflamme zu Fe3O4 teilweise reduziert. Aber Hämatit ist antiferromagnetisch die magnetischen Momente sind parallel gegeneinndergerichtet.  Der Magnetit wird aufgrund der ferromagnetischen Eigenschaft angezogen, d. h. wenn man einen (schwachen) Magnetpol anlegt, werden die magnetischen Momente im Mineral nach dem Pol gerichtet, so dass das Mineral angezogen wird. Beim Hämatit ist diese Eigenschaft nicht gegeben. Hier werden die Momente parallel in gleicher Richtung, aber unterschiedlichen Richtungssinn gerichtet.

Es kann deshalb vermutet werden, dass in dem Sandstein (neben Hämatit) vorwiegend entweder eben Martit bzw, Ferrotin, oder eben Maghemit vorliegt, was die Anziehung erklären würde.

Wäre durchaus interessant, was ausgebildete Mineralogen dazu sagen.

Glück Auf
Uwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #57 am: 17 Feb 08, 12:57 »
Hallo Uwe
das könnte er sagen und hat..
Zitat:
Dann findet
man im Buntsandstein Abdrücke von Regentropfen, Fließformen wie in einem
Fluss, so was wie Rippeln, dann Tonschmitzen, die von einem trockenem
Tümpel verweht wurden.  Oft waren die Tonschmitzen zusammengerollt, so
dass sie wieder Löcher hinterlassen, wenn sie der heutige Regen
auswäscht. Also versickerte auch eine ganze Menge Regenwasser, welches
irgendwo durch (spärlichen) Pflanzenbewuchs Humussäure entwickelte. Das
saure Wasser konnte so das Eisenoxyd  lösen, welches die Sandkörnchen
umhüllte. Jetzt kam wieder eine Trockenperiode und das Wasser
verdunstete an der Oberfläche. Das hatte zur Folge, dass das Grundwasser
mit dem gelösten Eisen durch Kapillarkräfte durch die Poren an die
Oberfläche migrierte und auch dort verdunstete. Das Eisen blieb zurück
und bildete als Oxyd eine harte, braunschwarze Kruste. Diese Art von
Anreicherung nennt man Lateritisierung, die eisenhaltigen Krusten ( ca.
60 % Fe) Laterit. Möglicherweise löste sich bei der heutigen Vewitterung
wieder ein Teil der Eisenoxidkruste auf, so dass Du nur Brösel in Deinem
Steinzeitmenschen verarbeitet hast.

Danke nochmals an dieser Stelle für die Antwort.

Den Hinweis auf Trockenheit, bestätigt sich im oberen Bereich der Ebene, wo
der brösseligen Sandstein und der gerollte, grobe Sand zu finden ist. Habe ich vorgestern entdeckt, weil  der Weg neu geschoben wurde. Und wie bei jedem Spaziergang habe ich wieder 1000 neue Fragen  ??? ??? ??? ???
Danke für eure Hilfe
Maria


Offline minuwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #58 am: 17 Feb 08, 13:39 »
Laterit besteht neben Quarz hauptsächlich aus Hämatit/ Limonit und ist deshalb nicht ferromagnetisch. Mag sein, dass Laterit auch vorliegt, das erklärt aber den Magnetismus in der vorliegenden Art nicht.

Glück Auf
Uwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #59 am: 17 Feb 08, 16:01 »
Hallo
 :'( :'( :'( :'( :'( :'( :'( :'( :'(

Gibt es außer all den komplizierten Vorgängen möglicherweise auch eine ganz einfache Lösung wie der Sandstein magnetisch wurde?
Ich war heute wieder an der Klinge. Da gibt es einige Hohlwege, die direkt an die Klinge führen.
Die Frage ist, haben sie die Steinquader aus der Klinge geholt oder war die Klinge da um die Steinquader ins Tal zu bringen?
Gab es die  Klinge wo möglich schon vor dem Steinbehau?
Und dort standen Rennöfen?
Mir gehen langsam die Ideen aus wie der mag. Sandstein in die Klinge kommt. Vielleicht doch ein Rums vom Himmel. Ufo gelandet und der Düsentrieb hat das Eisen magnetisch gemacht.;D ;D ;D ;D ;D
Es grüßt
Mariaratlos





 

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