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Was ist Paradoxit ?

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minuwe:
Aus "Synopsis der Mineralogie" 1875 von Hofrath Dr. Ferdinand Senft:

"Zum Orthoklase gehört auch der..... der durch sein niedriges speziefisches Gewicht (= 2,44- 2,45) ausgezeichnete und auf den Zinnerzgängen bei Ehrenfriedersdorf, Schlaggenwalde und Marienberg vorkommende Paradoxit Breithaupt's. "

Glück Auf
Uwe

berthold:
Hallo,

nach meinen Recherchen ist die Bezeichnung Paradoxit schon 1864 (Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Palaeontologie, S480) zu finden: "von Breithaupt als Paradoxit bezeichneter Feldspath"

Für Wölsendorf kommt die erste Nennung von Paradoxit von:

ZIEHR (1954) Die Flußspatgänge von Wölsendorf und deren Nebengestein, Diss. Univ. München (unveröffentlicht)

und die erste detailierte Beschreibung von

RIEDERER, J. (1966) Der Paradoxit von Wölsendorf, Neues Jahrbuch für Mineralogie, S. 131-141

Riederer schreibt:

--- Zitat ---Von der Grube Marienschacht im Nabburg-Wölsendorfer Flußspatrevier wird Paradoxit, ein hydrothermal gebildeter Kalifendspat beschrieben. ... Der Paradoxit ist auf den Zentralbereich des Flußspatreviers beschränkt, wo er bei einer Temperatur von etwa 350°C zusammen mit den am höchsten temperierten Mineralgenerationen entstand.
--- Ende Zitat ---

ZIEHR (1975) stellt allerdings diese Temperatur als zu hoch in Frage.

Von die Flußspatgruben Sulzbach I und II bei Regensburg wurde von KRAUS (1958) Paradoxit beschrieben.

Gruß
Berthold

 

Schluchti:
Auch nach Vollstädt, Einheimische Minerale, 6. Auflage 1981, S. 162, ist Paradoxit ein hydrothermal entstandener Orthoklas.

heli:
Hallo Peter,

nach den hier stattfindenden Diskussionen/Wortmeldungen scheinst du mit deiner Fragestellung

"Oder ist es so, dass wir ganz einfach einen alten Namen mit uns schleppen, ohne uns Gedanken zu machen, ob dieser noch Gültigkeit hat ?"

wohl in die richtige Richtung zu gehen.


Beste Grüße
Helmut

Schluchti:
So wie ich den oben nur in einem kurzen Fragment zitierten Artikel im American Mineralogist, Volume 86, pages 21–28, 2001 beim Überfliegen verstehe, sind die "Paradoxite" nach diesen Untersuchungen von 2001  hauptsächlich zinkhaltige Kalifeldspäte mit extrem niedrigem CaO Gehalt und einem BaO und SrO Gehalt und einem ungefähren Verhältnis von Ba+Ca+Sr =Zn und werden wohl unter niedrigen Temperaturen, und meist, aber nicht immer auch unter niedrigem Druck, wie in hydrothermalen Zinklagerstätten oder niedriggradig metamorphen Gesteinen gebildet.

Ob dies ein hinreichendes Kriterium zur Abscheidung einer Varietät ist, mag ich nicht beurteilen.   

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