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Autor Thema: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)  (Gelesen 6816 mal)

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Offline caliastos

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Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« am: 16 Jan 08, 20:42 »
Ich habe gerade folgendes Problem in meiner Sammlung entdeckt.

Ich bin mir bei 4 Stufen nicht sicher was nun Goethti oder Romanechit ist (auch wenn ich die entsprechenden Zettel dazu erhalten habe).

Der Grund ist der, daß sich drei davon irgendwie verdammt ähnlich sehen. Und der geringe Härteunterschied hilft da wenig.

Hier mal die Bilder:


Mir als Romanechit genannt

Offline caliastos

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #1 am: 16 Jan 08, 20:43 »
als Psilomelan genannt

Offline caliastos

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #2 am: 16 Jan 08, 20:43 »
als Romanechit

Offline caliastos

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #3 am: 16 Jan 08, 20:44 »
ebenfalls Romanechit

Offline Goldi85

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #4 am: 16 Jan 08, 20:48 »
Hallo,

vielleicht über die Strichfarbe zu unterscheiden, Romanechit müsste ja nen dunkleren Strich haben ???.

Gruß  Daniel

Offline caliastos

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #5 am: 16 Jan 08, 20:56 »
Als Goethit mit Limonit (Limonit stimmt)

Der Witz: hier ist der Strich silbrigschwarz und allein vom anfassen gibt es schwarze Finger.

Alle anderen Stücke sind ebenso schwärzlichbraun. Wobei ich nahezu nichts auf Strichfarben gebe. Jeder sieht die Farbe anders.

210 kommt von Usingen (Deutschland)
417 aus dem Hillarion-Stollen in Laurion (Griechenland)
431 und 432 sind Altstufen von 1920 aus der Grube Adam Heber, Schneeberg (Deutschland)
447 kommt von Touse (Marokko)

die Strichfarbe ist das Problem. Bei 210 und 417 sieht man kaum nen Strich, der Rest alles so diffuses schwärzliches Braun (sofern das gut zu testen geht, das v.a. die Altstufen recht klein sind.

Offline Goldi85

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #6 am: 16 Jan 08, 21:00 »
Also Stufen von Psilomelan mit Quarz sind von Usingen gut bekannt, sollte also hinkommen.

Gruß  Daniel

Offline caliastos

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #7 am: 16 Jan 08, 21:05 »
Hmmm..... also jetzt bin ich verwirrt.

Gerade nochmal Strichfarbe an einer Stromkastensicherung getestet:

210: hellbraun, kreischt bei Test
417: silberschwarz fühlt sich bei Strichtest weich an
431/432: silberschwarz spürbarer Widerstand bei Strichtest, kreischt etwas
447: silberschwarz, fühlt sich bei Strichtest weich an

Also sozusagen: Da paßt was ganz gewaltig nicht.

Offline Erik

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #8 am: 16 Jan 08, 21:09 »
Goethit als Glaskopf hat - unverwittert - in der Regel eine spiegelglatte, glänzend schwarze Oberfläche, Manganerze sind viel matter, glänzen oft seidig und sind mehr grau als schwarz. Typisch beim Goethit ist auch der Anbruch: "faserig", oft mit roten Innenreflexen. Mn-Oxide haben diesen faserigen Aufbau nicht. Manganerze färben - im Gegensatz zu Goethit - auch oft leicht ab.
Nicht so ganz einfach ist aber wohl eine Unterscheidung zwischen Romanechit und anderen (Hart-)Manganerzen.

Zu 431 und 432 würde ich auf jeden Fall Romanechit sagen - völlig typische Ausbildung, Farbe und seidenartiger Glanz.

Zu 447, Touse (Marokko): wahrscheinlich Manganerz, müsste auf den Fingern sehr leicht abfärben

210, Usingen sieht mehr nach Goethit aus; allerdings ist in den Quarzgängen des Taunus Lithiophorit nicht so selten - und der bildet auch diese glänzenden Glasköpfe


Gruß, Erik
« Letzte Änderung: 16 Jan 08, 21:17 von Erik »

Offline Goldi85

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #9 am: 16 Jan 08, 21:12 »
Oh, hatte mich bei den Bildern vertan. Bei dem Usinger wird es sich dann eher um Goethit handeln (hatte den mit 1. Bild verwechselt).

Gruß  Daniel

Offline smoeller

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #10 am: 16 Jan 08, 21:31 »
Hallo,

Die Schneeberger sind eindeutig Romanéchit, da gibt es auch Analysen zu, Ansonsten wäre zu bemerken, dass Limonit/Goethit einen eher gelbbraunen Strich haben, während der von Manganerzen zwischen tiefbraun und schwarz schwankt.

Glück Auf!
Smoeller

Offline caliastos

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #11 am: 16 Jan 08, 21:32 »
da fragt man sich ja schon echt wie die leute ihre funde bestimmen. 3 von 5 falsch ist schon bedenktlich. und da es leider manche stücke gibt, die man selber nie gut ausgebildet live gesehen hat (goethit nur als erdiges mineral). wenigstens kann man sich auf eigene zweifel verlassen.

zu 417 weiß keiner was? also vom strich her echt so ein helles braun.

431 und 432 nehme ich als geklärt.


210: ähnelt echt dem Lithiophorit aus dem lexikon. ist auch an sich recht leicht.

447: welches manganerz vermutlich? färbt echt ziemlich gut schwarz ab (aber nicht auf dauer an der gleichen stelle); muß übrigens Taouz heißen.

ähnelt übrigens denen hier:

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1187009803
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1186764707

braun bei limonit und schwarz bei mangan ist bekannt. nur die abstufungen und einteilungen bei dem zeug macht mir einfach kopfzerbrechen. besonders da es nicht die spur zur beschreibung paßt.
« Letzte Änderung: 16 Jan 08, 21:38 von caliastos »

Offline Hg

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #12 am: 16 Jan 08, 21:41 »
Hallo,
zur 447 ist folgendes zu sagen: Psilomelan aus Taouz.
Ähnlich diesem hier:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1186764707
Wenn man die Stufe anfasst, bekommt man sofort schwarze Finger.
Gruß
Andreas

edit:
da haben sich wohl unsere Beiträge überschnitten  ;D
« Letzte Änderung: 16 Jan 08, 21:47 von Hg »

Offline Erik

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #13 am: 16 Jan 08, 21:51 »
Zitat
zu 417 weiß keiner was? also vom strich her echt so ein helles braun.

Da gibts doch bestimmt irgendwo den ein oder anderen Anbruch; vgl mal mit dem angehängten Bild: unten Goethit als Glaskopf, darüber grauer dichter Romanechit und im Romanechit Goethitbänder mit dem typischen strahligen Aufbau und rötlichen Innenreflexen.

Wie Romanechit sieht es mir allerdings nicht wirklich aus.

Gruß, Erik

Offline smoeller

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Re: Goethit oder Romanechit (Psilomelan)
« Antwort #14 am: 16 Jan 08, 23:41 »
Hallo,

Die Schwierigkeit bei den Mn-Oxiden ist ja, das es sehr viele verschiedene Artzen gibt, die annähernd gleich aussehen. Da kommst du dann ohne Analytik nicht weiter. Bei den Schneeberg-Stufen gibt es halt Analysen, die eindeutig Romanéchit bestätigen. Habe mal eine derartige nierig-traubig-schalige Stufe aus dem Schwarzwald geröntgt. Dabei kam heraus, dass ein Gemenge aus Kryptomelan, Hämatit (tritt in der Matrix der Stufe als Farbpigment auf), Goethit, Ramsdellit und möglicherweise Pyrolusit vorliegt. Da kann man dann natürlich nicht allein von der Optik her auf ein Mineral schließen. Bei einer anderen Probe von der Grube Clara waren sehr schöne nadelige schwarze xx zugegen, die ich rein optisch als Romanéchit ansprach. Eine XRD ergab dabei aber, dass amorphes Mn.Hydroxid (Manganogel) vorliegt, die frisch erscheinenden xx also Pseudomorphosen sind.

Zu den abgebildeten Stücken: Goethit ist eindeutig erkennbar, aber zu den Mn-Oxiden kann ich aufgrund der oben genannten Gründe keine Angaben zur Richtigkeit der Bestimmung machen, außer bei den Schneeberg-Stufen. Die silbrigschwarzen harten Stücke sind möglicherweise auch Pyrolusit, aber wie gesagt...

Glück Auf!
Smoeller

 

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