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Autor Thema: Am Othrys in Hellas gefunden durch einen Hannoveraner 1842 - Was ist das? / Rudist  (Gelesen 7107 mal)

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Offline feuerkopf

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Liebe Gemeinde!
Für einen Bekannten, der diese Versteinerung auf dem Flohmarkt erworben hat, möchte ich herausfinden, worum es sich handelt.
In den Stein eingraviert, ist der Text: "Am Othrys in Hellas gefunden durch einen Hannoveraner 1842".
Wir vermuten, das es sich um den Teil eines Mammutrüssels handelt. Fundort ist offenbar der Berg Othrys in Griechenland.
Was sagen die Experten?
Vielen Dank, Boris.
PS: Ich habe 4 Bilder angehängt, kann aber zwei weitere per mail schicken.

« Letzte Änderung: 16 Jan 08, 23:48 von feuerkopf »

Isarkiesel

  • Gast
Hallo, und Willkommen im Forum!

an einen Mammutrüssel glaube ich bei diesem Fundort nicht - die sind eher aus dem Permafrostboden Sibiriens bekannt (und manchmal hängt da auch noch das ganze Mammut dran... ;))

Einen Stoßzahn eines Rüsseltieres (nicht unbedingt ein Mammut) halte ich da eher für wahrschenlich.

Gruß,
Holger

Offline giantcrystal

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Wie groß ist denn die Scheibe ?

Ansonsten sieht das schon nach einem versteinerten oder zumindestens subfossilen Stoßzahn aus. Mammutrüssel ist auszuschließen, da Weichteile in der Regel nicht versteinern und sich daher sehr schlecht erhalten

Glück Auf

Thomas

Offline feuerkopf

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Wie groß ist denn die Scheibe ?

Etwa 9-10cm im Durchmesser.

Offline RMB

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Nur mal als Anregung, ich habe bei den Bildern sofort an einen (Teil eines) Rudisten gedacht.

Bild 1 könnte links oben (die 3 dunklen Einstülpungen) einen Anschnitt des Schloßes zeigen.
Die Außenstruktur (Bild 3 u. 4) kann ich nicht mit einem Zahn in Einklang bringen (Querwülste).

Grüße
RMB

Offline feuerkopf

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So, dann erst einmal herzlichen Dank für Eure Antworten und die freundliche Aufnaheme in diesem Forum (obwohl ich ja mit der Tür ins Haus, bzw. Forum gefallen bin)!
Nur so viel noch zu mir: Ich habe als Kind viele schöne Tage mit meinem Vater in Steinbrüchen rings um Hannover verbracht und finde es nach wie vor sehr spannend nach Fossilien zu suchen. Es ist irgendwie, wie eine Schatzsuche nach sehr, sehr alten Kostbarkeiten.

Was die Bestimmung des Fundstücks angeht, bin ich allerdings nicht wirklich schlau geworden: Ich weiß jetzt, was es nicht ist: Kein Rüssel (ich habe nochmal nachgesehen und ein Mammut hängt nicht mehr dran).
Was den Tip mit den Rudisten angeht, so habe ich zumindest im Internet kein Bild gefunden, das Ähnlichkeit mit dem Fundstück hätte.
Auszuschließen ist es aber wohl nicht.
Bleibt vielleicht doch noch der Mammutstoßzahn?
Gruß, Boris.

Offline Erik

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Zitat
Was den Tip mit den Rudisten angeht, so habe ich zumindest im Internet kein Bild gefunden, das Ähnlichkeit mit dem Fundstück hätte
naja, schau dir mal dieses Bild zB an; das kommt schon hin..http://macroevolution.narod.ru/diving/rudist2.jpg (der Link öffnet merkwürdigerweise erst eine andere Seite; klick dort nochmal auf den, gelb hinterlegten, Link)

weitere: http://images.google.de/images?source=ig&hl=de&rlz=&q=Rudist&um=1&ie=UTF-8&sa=N&tab=wi

Gruß, Erik
« Letzte Änderung: 05 Feb 08, 09:58 von Erik »

Offline RMB

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Hallo Boris,

hab auch noch was gefunden (der Server ist etwas langsam, also Geduld) :

http://piclib.nhm.ac.uk/piclib/www/comp.php?img=93832&frm=med&search=hippurites&first=1

Wenn man sich den Hohlraum mit Sediment gefüllt vorstellt, dann sieht das deinem Querschnitt schon sehr ähnlich.

Grüße
RMB

Offline Bryozoenfreund

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So ein Ärger,

da fällt einem schon mal auf Anhieb die richtige Lösung ein und dann sind wieder andere schneller!

Ich hätte auch auf Rudisten getippt. Habe eben mal schnell in meinem Lieblingsnachschlagewerk zur Paläozoologie geblättert (Arno Hermann Müller: "Lehrbuch der Paläozoologie") und da sind im Band II Teil 1 (4. Aufl.) die Rudisten auf den Seiten 608 bis 623 erklärt. Die gesamte Oberfamilie wird dort Hippuritacea GRAY 1848 genannt und soll zeitlich vom Malm bis zur Oberkreide (Maastricht), eventuell bis zum Unterpaläozän, mit etwa 115 Gattungen in 7 Familien vorkommen. Nach den Abbildungen dürfte es sich bei dem Othrys-Fund wohl um eine Art der Familie Hippuritidae und wohl sogar aus der Gattung Hippurites LAMARCK 1801 handeln, die nur in der Oberkreide (Turon bis Maastricht), aber dafür in Europa, Somalia, Asien, Nordamerika und  auf den Antillen gefunden werden kann.

Zu den Hippuritidae heißt es auf S. 615 in der Allgemeincharakteristik: "Die rechte, mit der Spitze ... am Untergrund festgewachsene Klappe ist rüben-, kreisel- oder zylinderförmig gestaltet, gerade oder gebogen. Sie wird bis zu 1 m lang." Die abgebildeten Exemplare sind fast alle isoliert; es gibt zwar auch ein Foto mit verschiedenen Anschnitten von Rudistenkalken aus der Oberen Kreide der Dinariden (Fundort Cavtat im ehem. Jugoslawien, also schon mal in der Richtung von Griechenland), aber so ein tolles Riff-Foto wie das merkwürdig verlinkte russische Foto mit der Fundortangabe "westliche Wüste" ist nicht darin.

Alles Gute
Bryozoenfreund

 

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