So ein Ärger,
da fällt einem schon mal auf Anhieb die richtige Lösung ein und dann sind wieder andere schneller!
Ich hätte auch auf Rudisten getippt. Habe eben mal schnell in meinem Lieblingsnachschlagewerk zur Paläozoologie geblättert (Arno Hermann Müller: "Lehrbuch der Paläozoologie") und da sind im Band II Teil 1 (4. Aufl.) die Rudisten auf den Seiten 608 bis 623 erklärt. Die gesamte Oberfamilie wird dort Hippuritacea GRAY 1848 genannt und soll zeitlich vom Malm bis zur Oberkreide (Maastricht), eventuell bis zum Unterpaläozän, mit etwa 115 Gattungen in 7 Familien vorkommen. Nach den Abbildungen dürfte es sich bei dem Othrys-Fund wohl um eine Art der Familie Hippuritidae und wohl sogar aus der Gattung Hippurites LAMARCK 1801 handeln, die nur in der Oberkreide (Turon bis Maastricht), aber dafür in Europa, Somalia, Asien, Nordamerika und auf den Antillen gefunden werden kann.
Zu den Hippuritidae heißt es auf S. 615 in der Allgemeincharakteristik: "Die rechte, mit der Spitze ... am Untergrund festgewachsene Klappe ist rüben-, kreisel- oder zylinderförmig gestaltet, gerade oder gebogen. Sie wird bis zu 1 m lang." Die abgebildeten Exemplare sind fast alle isoliert; es gibt zwar auch ein Foto mit verschiedenen Anschnitten von Rudistenkalken aus der Oberen Kreide der Dinariden (Fundort Cavtat im ehem. Jugoslawien, also schon mal in der Richtung von Griechenland), aber so ein tolles Riff-Foto wie das merkwürdig verlinkte russische Foto mit der Fundortangabe "westliche Wüste" ist nicht darin.
Alles Gute
Bryozoenfreund