https://www.lithomania.dehttp://vfmg.de/der-aufschluss/https://www.juwelo.de

Autor Thema: Brauche Hilfe! Pechblende??  (Gelesen 5794 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline MINERALI

  • ***
  • Beiträge: 248
  • Im Bergwerk
Brauche Hilfe! Pechblende??
« am: 18 Jan 08, 14:53 »
Hallo! brauch wieder mal ne kleine Hilfe  :) 
Fundort Ronneburg , Farbe,Glanz seht Ihr ja , Härte 5  Dichte ca.9   Strich  bräunlich fast schwarz  Form Derb,Schalig

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #1 am: 18 Jan 08, 15:06 »
Hallo,

einfacher Test: Mit feuchtem (wegen Staub) Schleifpapier etwas abraspeln, in Salpetersäure lösen (leicht löslich), ergibt gelbe Lösung.  In die Lösung etwas Salmiakgeist, ergibt gelben Niederschlag.  Hinterher alles was mit Staub besetzt ist, entsorgen.

Geigerzähler ist auch nicht übel.

Glück Auf
Uwe

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.371
  • Diplom-Mineraloge
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #2 am: 18 Jan 08, 15:13 »
Hallo,

Wenn die genannten Eigenschaften (vor allem die hohe Dichte) so richtig sind, kommt eigentlich nur Pechblende in Frage. Aber der Test mit einem Geigerzähler ist wohl der einfachste und ausschlaggebenste. Nur, wenn man es da ganz genau wissen will, braucht man noch chemische oder physikalische (Röntgen) Methoden. Eisen-/Manganoxide scheiden aus, da sie keine so hohe Dichte haben.

Glück Auf!
Smoeller

Offline berthold

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.708
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #3 am: 18 Jan 08, 15:52 »
Hallo,

...nach dem Bild wäre ich nie auf Pechblende gekommen. Ich hätte eher auf Schlacke getippt.

Deswegen die Frage: Wie hast Du die Dichte ermittelt (9 liegt ja deutlich über Stahl und wäre das Doppelte von Schwerspat) ? Und wie sicher/genau ist diese Zahl?

Wenn es Pechblende sein sollte (was man mit einem Geigerzähler schnell und sicher feststellen kann) dann (sorry minuwe) nichts abraspeln und nichts mit Säure.

Gruß
Berthold

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #4 am: 18 Jan 08, 16:02 »
Zitat
(was man mit einem Geigerzähler schnell und sicher feststellen kann) dann (sorry minuwe) nichts abraspeln und nichts mit Säure.

Ähm, Berthold, ich gehe davon aus, dass er keinen Geigerzähler zur Verfügung hat, sonst wäre das ja der erste Test, den man bei so einem Verdacht macht. Also wird er wohl mal was lösen müssen und ausfällen, das ist nun mal der klassische chemische Test. Die dabei gebotene Vorsicht setze ich voraus, wie jedes einfache Bestimmungsbuch auch. Also wohl doch am Ende der chemische Test, wenn kein Zähler da ist.

Jeder hat sich vor dem Umgang mit gefährlichen Stoffen damit eigenverantwortlich vertraut zu machen. Kürzlich ist mein Chef vom Fahrrad gestürzt- schwehrer Unfall mit OP. Also bitte hier niemand entmündigen  :D .

Wir sind hier ein Mineralienforum und keine Hobbykochschule  ;D .

Glück Auf
Uwe
« Letzte Änderung: 18 Jan 08, 16:12 von minuwe »

Offline Walpurgin

  • ******
  • Beiträge: 1.517
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #5 am: 18 Jan 08, 17:15 »
Also Pechblende von Ronneburg sah anders aus.Ich kann mich eher an hässliche Stücke im Lederschiefer erinnern.Aber sowas hab ich noch nicht gesehen.Ich tippe eher auf Schlacke oder ähnliches.

Offline geomueller

  • ******
  • Beiträge: 2.709
  • Seit 2003 im Mineralienatlas angemeldet.
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #6 am: 18 Jan 08, 19:55 »
Hallo,
das ist keine Pechblende, denke auch Schlacke. Pechblende war bei uns im Ronneburger Bereich in massiver Form extrem selten. Wenn überhapt reinen Pechblende vorkam dann in meist hauchdünnen schwarzen erdigen Belägen als sogenannte Uranschwärze oder Uranmulm. Massiv kam sie nur selten als Zwickelfüllung in bekziösen Strukturen oder als in Uraninit umgewandelte Koniferenreste im Tagebau Culmitzsch vor.

Gruß Jürgen

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #7 am: 18 Jan 08, 20:09 »
Hatte schon auch gleich gedacht: Dichte 9- oho. Also Schlacke mit Dichte 9 wäre aber schon sammlungswürdig  :D   :-X

Glück Auf
Uwe

Offline berthold

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.708
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #8 am: 18 Jan 08, 21:26 »
Hallo,

Zitat
Hatte schon auch gleich gedacht: Dichte 9- oho. Also Schlacke mit Dichte 9 wäre aber schon sammlungswürdig

ja, nur aus was sollte die Schlacke sein? Die typischen Schlackenmineralien liegen unter 3. Dazu kommt, dass Schlacke häufig schaumig-porös ist, was die Dichte im gesamten Stück nochmal senkt.

Gruß
Berthold

PS: Wenn jamand keinen Geigerzähler hat - und sich auch keinen leihen kann (viele Schulen haben im Physiklabor einen rumstehen) dann hat er mit Sicherheit auch keine passende Laborausrüstung um mit Salpetersäure und radioaktiven Stoffen halbwegs sicher hantieren zu können. Hat nichts mit entmündigen zu tun... Was Du mit dem schweren Unfall des Chefs hier sagen willst ist mir total rätselhaft.

Offline Schluchti

  • Sponsor 2025
  • *
  • Beiträge: 2.027
  • Proustit aus Schlema
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #9 am: 18 Jan 08, 21:58 »
Vielleicht hilft auch eine einfache Autoradiografie?

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Brauche Hilfe! Pechblende??
« Antwort #10 am: 18 Jan 08, 22:11 »
Hallo Berthold,

du hast ja völlig Recht. Wir können aber nur von den gemachten Angaben ausgehen. Dichte 9- keine (gewöhnliche) Schlacke. Oder keine Dichte 9. Aber wenn wir das anzweifeln, auf was können wir uns dann verlassen? Dichtebestimmung bei so einem relativ homogenen Teil ist einfach. Bevor ich mir HNO3 nur dafür kaufe, gehe ich auch auf ne Börse, wo ein Geigerzähler vorhanden ist. Aber davon war hier nicht auszugehen. Und ein Zähler sagt noch nicht, ob es Pechblende ist, vielleicht pechblendehaltig.
Als entmündigen kann leicht von jemand aufgefasst werden, wenn ein sehr erfahrener Sammler sagt: Mach das nicht! Obwohl es Bestimmungsbücher vorschlagen. Das Mit dem Radunfall meinte ich so, das Risikobewustsein muss in ausreichendem Maße entwickelt sein. Bei gefährlichen Stoffen geht eigentlich nur jemand ran, der sich der Dinge klar ist. Beim Fahrrad oder Auto siegt manchmal die Selbstüberschätzung.

Also ich meine, der Umgang mit Säuren ist im Mineraliensammler- Bereich keine Hexerei.

Glück Auf
Uwe

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge